Australien & Ozeanien: Diese Orte musst du sehen

Entlegener, aber auch schöner geht es nicht. Eines garantieren wir: diese Plätze hauen dich um!
Tauch ab!
Von Thomas Wernhart

Wenn du einmal so richtig weit verreisen möchtest, dann bieten sich Australien, Neuseeland und Ozeanien, die 7500 Inseln umfassende Inselwelt des Pazifiks, perfekt an. Wilde, und vor allem giftige, Tiere, eine eindrucksvolle Pflanzenwelt und Naturschauspiele, die man nur in dieser Region unseres Planeten findet. Wir haben 15 Plätze für dich, denen du in diesem etwa 70 Millionen Quadratkilometer großen Areal einen Besuch abstatten solltest – frei nach dem Motto „collect memories, not things“ wünschen wir schon jetzt eine gute Reise.

Yasur Vulkan, Vanuatu, Neue Hebriden

Mehrere Eruptionen pro Stunde.

Der Yasur, dessen Hauptkrater Vulki Mulki einen Durchmesser von ca. 300 m und eine Tiefe von ca. 150 m hat, ist seit mindestens 800 Jahren ständig aktiv. Die fünf Schlote in seinem Inneren sorgen durchschnittlich alle drei Minuten für Explosionen, in Summe ca. 500 pro Tag! Mit seinen 361 Metern Höhe ist dieser Vulkan auf der Insel Vanuatu, der vermutlich leichtest zugängliche aktive Vulkan der Erde und bei Touristen daher sehr beliebt. Der Fußmarsch bis zum Gipfel ist in weniger als einer Stunde zu schaffen, mit dem Geländewagen kann man sogar bis auf ca. 200 m an den Kraterrand fahren. Dort bietet sich ein eindrucksvolles Schauspiel, das aber nicht unterschätzt werden darf. Aschewolken und Lavafontänen verzaubern die Menschen, aus Sicherheitsgründen darf der Vulkan aber nur mit einheimischer Führung bestiegen werden.


Uluru (Ayer's Rock), Australien

Der „Heilige Berg“

Der „Heilige Berg“ der Aborigines ist das 350 Meter hohe Wahrzeichen Australiens und liegt fast genau in der Mitte des Kontinents. Der drei Kilometer lange und zwei Kilometer breite Inselberg gehört zum UNESCO-Weltnatur- und -kulturerbe und stellt für die Ureinwohner Australiens einen wichtigen Teil ihrer Geschichte dar. Folgende Legende rankt sich um den Berg: Auf der Sonnenseite des Uluru wohnten die Mala, die Hasenkänguru-Menschen, und auf der Schattenseite die Kunia, die Teppichschlangen-Menschen, in Harmonie und Frieden. Die weiter entfernt angesiedelten Windulka luden die Mala zu einer Initiation ein, doch die Mala sagten ab, da sie selbst Initiationen durchführen wollten. Die Kunia nahmen die Einladung an, doch ihre Anreise wurde von den Sleepy-Lizard-Women unterbrochen, in die sich die Kunia verliebten. Der Kulpunya, eine Hund mit riesigen Zähnen und ohne Haare, der bösartiger als ein Krokodil war, bestraft das Volk dafür, dass sie ihre Weiterreise abgebrochen hatten. Und auch die Mala wurden durch die Liru, die Giftschlangen-Menschen und weitere Kämpfer, bestraft. In der fürchterlichen Schlacht bebte die Erde so heftig, dass sich der Uluṟu aus der ebenen Erde erhob. So wurde der Geist der Mala und Kunia zu Stein, die Spuren und die Geschichte des Kampfes können die Anangu, die Stämme der Aborigines im mittleren Südwesten Australiens, am Uluru ablesen. Uralte Felszeichnungen in mehreren Höhlen am Uluru, erzählen diese und andere Legenden.


Blue Lake, Mount Gambier, Australien

Lass uns blau machen.

Der „Blue Lake“ liegt am Fuße eines erloschenen Vulkans an der Limestone Coast ziemlich genau in der Mitte zwischen Adelaide und Melbourne. Der 97 Meter tiefe See ist einer der vier Kraterseen auf dem Mount Gambier und erstrahlt bei gutem Wetter und Sonnenschein alljährlich zwischen November und März in einem eindrucksvollen Kobaltblau, welches schon fast unecht erscheint. Grund dafür sind die Kalkpartikel im Seewasser, die sich bei steigenden Wassertemperaturen zusammen ziehen, und alles sichtbare Licht außer Blau binden. Wenn das Wasser abkühlt, lösen sich die Partikel wieder – und der See wird langsam wieder graugrün.
 

Mount Taranaki & Cape Egmont Lighthouse, Neuseeland

Kehr zurück, Taranaki.

Der 2.518 Meter hohe Mount Taranaki auf der Nordinsel Neuseelands hat seinen Namen von den Māori, den ersten Besiedlern Neuseelands, erhalten. Te Maunga o Taranaki, ein Berggott, geriet in einen Streit mit Tongariro – beide beanspruchten die Liebe der mit grünem Wald überwachsenen Pihanga für sich. Diese stellte sich nach langem Kampf der beiden auf die Seite von Tongariro. Der tieftraurige Taranaki verließ die anderen Berge, um sich in Richtung der Sonne, an der Küste niederzulassen, doch so weit kam er nicht. Erschöpft schlief er auf dem Weg ein und wurde im Schlaf von der Poukai-Gebirgskette eingeschlossen. Aus den ihm zugefügten Wunden entsprang ein Strom klaren Wassers, der heute als Whanganui River bekannt ist. Die Legende besagt weiters, dass es zum Frieden auf Erden kommt, sobald sich die zerstrittenen Götter wieder vertragen.In den Sommermonaten Dezember bis März kann der am meisten bestiegene Gipfel Neuseelands ohne Kletterausrüstung erklommen werden, das wechselhafte Wetter und die zum Teil unerfahrenen Bergsteiger sind aber leider an der höchsten Todesrate auf allen neuseeländischen Bergen verantwortlich.


The Glowing Lake (Gippsland Lakes), Australia

Sternschnuppe im Wasser.

Der “The Glowing Lake” gehört zu einem Netzwerk von Seen und Lagunen im Bundesstaat Victoria und ist eine der wichtigsten Touristenattraktionen im Land und der ganzen Welt. Der See hat ganz besondere Bewohner, nämlich winzig kleine Meeresleuchttierchen, die zur Biolumineszenz fähig sind und sich von Synechococcus, einer Gattung der Blaualgen, ernährt. Geht man hier in der Nacht schwimmen ist man umgeben von blauem Licht, das einem das Gefühl gibt durch ein Meer von blau funkelnden Sternen zu schweben.
 

To Sua Ocean Trench, Samoa, South Pacific

Ein netter Ort für ein erfrischendes Bad.

Dieser besondere Badeplatz ist dicht von Pflanzen umwachsen und hat man diesen Ort einmal gefunden, hat man das Gefühl, als hätte man einen geheimen Schatz entdeckt. Der To Sua Ocean Trench liegt an der Südküste von Upolu Island, welche zu Samoa gehört. Über eine 30 Meter lange Leiter steigt man in diese Badeoase ab und kann sich im Meerwasser treiben lassen und die tropischen Fische beobachten.
 

Great Barrier Reef, Australien

Rettet das Great Barrier Reef.

Das Great Barrier Reef an der Nordostküste Australiens ist das größte Korallenriff der Erde und wurde im Jahr 1981 zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt. Außerdem wird es auch als eines der sieben Weltwunder der Natur bezeichnet und das völlig zu Recht. Leider hat das Riff, das seinen Ursprung vor rund 600.000 Jahren fand, und seine Bewohner mit dem Klimawandel zu kämpfen. Zwischen 1985 und 2012 ging die Korallenbedeckung von 28 auf 13,8 % zurück und ein weiterer Rückgang auf 5–10 % binnen zehn Jahren gilt aus heutiger Sicht als wahrscheinlich. Das Great Barrier Reef beheimatet unzählige Tierarten: unter anderem leben in diesem Ökosystem über 1.500 Fischarten, 1.500 Schwammarten, 5.000 Arten von Weichtieren, 215 Vogelarten und auch sechs von insgesamt sieben weltweit vorkommenden Arten von Meeresschildkröten. Auch die vom Aussterben bedrohten Dugongs (Seekühe) sind dort heimisch, sowie einige Wahlarten. Etwa zwei Millionen Touristen besuchen das Riff jedes Jahr und auch das ist ein Problem für das System, weil viele Menschen nicht wissen, wie man sich in so einem sensiblem Lebensraum zu verhalten hat.
 

Jellyfish Lake, Palau

Gute Aussichten.

Der Inselstaat Palau besteht aus 250 Inseln und ist die Heimat eines ganz besonderen Naturspektakels: des Quallensees. In dem 5.7 Hektar großen Salzwassersee auf den Rock Islands, die durch eine 30-minütige Bootsfahrt von Koror, der Hauptstadt von Palau, leben zu Spitzenzeiten bis etwa 30 Millionen Medusen mit denen man gefahrlos Tauchen kann. Es sind hier zwei Arten heimisch: die bläuliche Mastigias Papua (Goldene Qualle) und die Aurelia Aurita (Ohrenqualle). Im Laufe des Tages steigen sie im See auf und sinken dann wieder ab. Dabei nehmen sie den notwendigen Stickstoff und andere Nährstoffe auf. Als Mensch sollte man hier nicht gehen, weil ab 15 Metern Tiefe eine Wasserschicht aus Schwefelwasserstoff und Bakterien beginnt, die für Menschen giftig ist - deshalb ist auch Tauschen mit Flasche verboten. Mehr Fotos und Infos findest du HIER.
 

Waitomo Glowworm Cave, Neuseeland

Im Dunkeln ist gut Munkeln. © Youtube

Die Waitomo Cave liegt auf der Nordinsel von Neuseeland etwa zweieinhalb Stunden von Auckland entfern und lockt mit einem glühendem Phänomen. Die Glowworms (Arachnocampa luminosa) sind durchsichtige wurmförmige Pilzmückenlarven, die an den Decken hängen und mit langen klebrigen Fäden auf Beutefang gehen. Die Larven erzeugen mithilfe eines Enzyms ein bläuliches Licht, das Insekten anlockt, die sich in den Fäden verfangen. Die Larve holt den Faden mit der Beute anschließend ein.
 

Twelve Apostles, Australien

Die Twelve Apostles sind Kalksteinfelsen, die in Südaustralien nahe der Stadt Princetown bis zu 60 Meter hoch aus dem Ozean ragen. Sie sollen nach Uluṟu (Ayers Rock) die meistfotografierte Touristenattraktion Australiens sein und besonders bei Sonnenauf- und -untergang einen Besuch wert. Die acht Felsensäulen bilden einen der Höhepunkte an der Great Ocean Road, der sich 243 km lange Straße, die entlang der australischen Südküste zwischen Torquay und Allansford verläuft.


Wai-O-Tapu, Neuseeland

Champagner für alle!

Wai-O-Tapu oder auch „Champagne Pool“ liegt 30 Minuten vom Bike-Paradies Rotorua entfernt ist mit einem Durchmesser von 65 Meter und einer Tiefe von 62 Metern eine der größten Thermalquellen Neuseelands. Das ca. 75 °C heiße Wasser ist übersättigt mit den Metalloidverbindungen Orpiment und Stibnit, die für das orangefarbige Sediment sorgen. Der Name „Champagne Pool“ rührt von dem kontinuierlichen Strom an Gasblasen her, die zur Wasseroberfläche steigen.
 

Jewel Cave, Australien

Ein unterirdisches Schmuckstück

Die Jewel Cave liegt etwa 35 Kilometer von Margarete River an der australischen Südküste entfernt und ist die größte Schauhöhle in Down Under. Sie ist etwa 42 Meter tief und erstreckt sich über eine Länge von knapp zwei Kilometern. Außerdem beheimatet dieses unterirdische Paradies die längsten Tropfsteine von allen Schauhöhlen der Welt – die Stalaktiten hier haben eine eine Länge von bis zu 580 Zentimeter.


Purnululu (Bungle Bungle Range), Australien

Purnululu (Bungle Bungle Range)

Diese kuppelförmigen Hügel in Australiens Bungle Bungle Range, die wie riesige Bienenkörbe aussehen, befinden sich im Purnululu-Nationalpark und kommen auf unserem Planeten nur einmal vor. Ihren Ursprung fanden diese beeindruckenden Steinformationen vor 350 bis 375 Millionen Jahren. Die „Bienenkörbe“ erheben sich bis zu einer Höhe von 578 Metern und sind sehr zerbrechlich, daher ist das Klettern auf ihnen ist streng verboten. Möchte man die vollen Ausmaße der Struktur erfassen, empfiehlt sich ein Rundflug, denn nur so kann man die volle Schönheit dieser Berge sehen.


Lake Hillier, Middle Island, Australien

Chuck Berry gleitet über Lake Hillier, den pinkfarbenen See.
Chuck Berry gleitet über den "Pink Lake" © Tungsten

Der Lake Hillier liegt auf der größten Insel des Recherche-Archipels im Bundesstaat Western Australia und wirkt wie wenn jemand auf der Insel Farbe verschüttet hätte. Woher der 600 Meter lange pinkfarbener Salzsee seine Farbenpracht hat, ist bisher nicht geklärt. untersucht und letztendlich nicht geklärt worden. Wissenschafter nehmen an, dass die Nährstoffkonzentration aus verschiedenen organischen und anorganischen Stoffen sowie verschiedene Bakterien und Algen verantwortlich ist für die intensiven rosa Färbung. Das interessante: die Farbe des Wassers verändert sich auch dann nicht, wenn es entnommen und in ein Gefäß gegeben wird – viele andere Salzseen zeigen nur unter bestimmten Wetterbedingungen und Lichtverhältnissen ihre prächtige Wasserfärbung zeigen, der Lake Hillier ist permanent pink gefärbt. Das Phänomen kann leider nur vom Flugzeug aus betrachtet werden, da diese Insel aus Naturschutzgründen nicht betreten werden darf.
Auch der Extremsportler Chuck Berry wollte dem See einen Besuch abstatten und überflog ihn kurzerhand mit dem Wingsuit – HIER gibt es das Video dieses beeindruckenden (Sightseeing-)Flugs.
 

Wave Rock, Australien

Danny Campbell in Wave Rock
Danny Campbell reitet Wave Rock

Diese Welle aus Granit, schon von den Aborigines als „Wave Rock“ benannt, ist etwa 2,7 Milliarden Jahre alt und verdankt seine außergewöhnliche Form der Erosion und Witterung. Die Welle liegt im Hyden Wildlife Park, knapp vier Stunden von Perth entfernt, und ist 15 Meter hoch und etwa 110 Meter lang. Mittlerweile ist diese Steinformation über eine asphaltierte Straße einfach zu erreichen, was Jahr für Jahr 140.000 Touristen anlockt. BMX-Pro Danny Campbell hat hier mit seinem Bike eine ganz besondere Runde gedreht und den Wave Rock als natürliche Quarterpipe für seine Tricks genützt.


Ahu Tongariki, Osterinsel

Geheimnisvoll schön.

Die Moai, die kolossalen Steinstatuen der Osterinsel, sind eines der größten Rätsel der Menschheit. Umfangreiche Forschungen konnten bis heute nicht klären, was der eigentliche Zweck der Statuen war und wann diese genau errichtet wurden. Man nimmt an, dass die Moai berühmte Häuptlinge (ariki) oder verehrte Ahnen darstellen, die als Bindeglied zwischen diesseitiger und jenseitiger Welt fungierten. Man weiß, dass die Figuren, keinesfalls älter als 1500 Jahre sind, und aus dem Gestein des Vulkans Rano Raraku bestehen. Professionelle Steinbildhauer, in der Osterinsel-Gesellschaft sehr hoch angesehen, haben die Statuten mit Basalt-Hämmern aus dem Gestein geschlagen. Die größte aufgerichtete Figur mit Namen Paro am Ahu Te Pito Kura ist 9.8 Meter hoch, allerdings gibt es m Rano Raraku eine Figur, die 21 Meter hoch ist, diese ist leider unfertig geblieben. Rund um den erloschenen Vulkankrater befinden sich 396 Moai, die heute meist bis zur Brust bzw. Halspartie in den Boden eingegraben sind. Ursprünglich sollen es jedoch 1000 Statuten gewesen sein.

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