How Far From Home: Das Leben ist eine Reise

Chanel und Stevo zeigen, wie du dir deine Freiheit nimmst und die Welt entdecken kannst.
Voll Im Reisefieber! © How Far From Home
Von Thomas Wernhart

Chanel Cartell und Stevo Dirnberger haben das Reisen zu ihrem Lebensmittelpunkt gemacht und nehmen dich in ihrem Blog „How Far From Home“ und via Instagram unter @howfarfromhome mit auf einen Traumtrip um die Welt. Kilometer für Kilometer, Meile für Meile, Land für Land erfüllen sie sich ihren Traum und das frei nach den Worten von Seth Godin: “Instead of wondering when your next vacation is, maybe you should set up a life you don't need to escape from.”

Was bedeutet euch das Reisen?
Reisen ist zu unserem Lebensstil geworden und der Grund, warum wir jeden Tag aufstehen. Wir lernen uns täglich selbst besser kennen und um ehrlich zu sein, hat uns das Reisen als Menschen weiter gebracht, als wir uns jemals erträumt hätten. Wir sind tapferer geworden, mutiger und haben viel Selbstvertrauen gesammelt – Entscheidungen zu treffen wurde leichter, weil man lernt, dass man alles bewältigen kann. Wir haben Erfahrungen gemacht und Dinge erlebt, die wir nie für möglich gehalten hätten und Menschen getroffen, die Freunde fürs Leben geworden sind.

Wann habt ihr entschlossen, eure sieben Sachen zu packen, rauszugehen und die Welt zu entdecken?
Anfang 2014 haben wir auf der Design Indaba Konferenz in Kapstadt einen Vortrag von Stefan Sagmeister zum Thema “The Power of Time Off gehört und plötzlich schien alles so klar. Sich von seiner täglichen Routine zu verabschieden und persönliche Projekte und Ziele zu verfolgen ist erfüllend und funktioniert auch, wenn man es wirklich will. Wir beide sind fast zehn Jahre lang im Hamsterrad der Werbeindustrie gelaufen und brauchten eine Pause vom „normalen“ Leben, also machten wir uns auf den Weg!

Ihr wart in diesen zwei Jahren viel unterwegs, welches Ziel steht im Moment ganz oben auf eurer Reiseliste?
Schwere Frage! Dürfen wir nur ein Ziel nennen, es gibt so viel, das wir sehen wollen! 2017 werden wir viel Zeit in Asien verbringen, wir haben bisher genau eine Nacht in Bangkok verbracht, deshalb wird es Zeit diesen Teil der Welt zu erkunden. China hat eine unglaubliche Landschaft mit Bergen, Regenwäldern, Reisfeldern und einer Fauna, die wir unbedingt entdecken wollen. Außerdem zieht es uns in den Süden und zwar ganz nach unten in die Antarktis – die Kaiserpinguinkolonie in South Georgia müssen wir einfach sehen!

Die Welt zu entdecken klingt aufregend, aber wie finanziert man all diese Reisen und wie geht man mit den Unsicherheiten um, denen man auf dem Weg begegnet?
Das erste Jahr haben wir uns komplett selbst mit unseren Ersparnissen finanziert, seit November 2015 bekommen wir zum Glück ein bisschen Hilfe von diversen Sponsoren und wir versuchen über unsere Website howfarfromhome.com Online-Kurse anzubieten und so Menschen zu helfen und ein wenig Geld für die anstehenden Trips zu verdienen. Wir sind offen für alles mögliche und haben einige kreative Projekte am Laufen, die 2017 hoffentlich weiter wachsen werden. Was die Unsicherheiten betrifft: wir versuchen sie auszublenden und ihnen kein Gewicht zu geben. Zu zweit ist das natürlich einfacher, denn wenn einer down ist, kann der andere helfen und das ist unheimlich viel wert. Wir versuchen immer positiv zu bleiben und in die Zukunft zu schauen. Nachdem wir es so lange geschafft haben, sind wir sicher, dass wir so weitermachen können. Der Anfang ist oft am schwierigsten doch mit viel Kreativität ist man fast unaufhaltbar – und man muss natürlich auch bereit sein, seine Komfortzone zu verlassen.

Zweifelt ihr niemals?
Natürlich es es nicht immer einfach diesen Lifestyle zu leben, aber als Team schafft man das. Es macht keinen Sinn sich dauernd zu fragen, ob man das richtige tut. Wie schon gesagt, wir leben den Moment und freuen uns auf die Zukunft, auch wenn das zu Beginn nicht einfach und sogar ein bisschen angsteinflößend war. Aber mit der Zeit wird es einfacher, man baut Selbstvertrauen auf und macht einfach weiter – dann wird man auch für seinen Mut belohnt.

Be prepared to act on your ideas.

How Far From Home

Habt ihr eine Story, die euch ganz besonders in Erinnerung geblieben ist oder einen Trip, der einfach die Krönung bisher war?
Ein Trip ist uns ganz besonders in Erinnerung geblieben, nämlich die Fahrt zum Nordkap in Norwegen, mit unseren Freunden Stefan und Stephie, die wir während unseres Aufenthalts in der Husky Lodge kennen gelernt haben. Wir sind mit einem grünen Mitsubishi Baujahr 1982 und mit dem Husky Mansi im Gepäck hoch gefahren und haben die Mitternachtssonne so richtig ausgenützt. Wir haben uns um 21 Uhr auf den Weg gemacht und sind um etwa 2 Uhr Früh bei Freunden unserer Begleiter angekommen. Tee und Kaffee, ein Renntierfell zum Kuscheln und die Gesellschaft des unheimlich netten Fischer-Pärchens machten diesen Moment vom Gefühl her wie einen Sonntag morgen, obwohl es eigentlich 2 Uhr Früh war und die (Mitternachts-)Sonne immer noch „schien“ – ein magischer Moment, den wir da erleben durften.

Einen „favourite trip“ zu bestimmen ist fast unmöglich! Die Zeit in Norwegen war traumhaft, aber auch Namibia, Island, Portugal, Mauritius, Italien und die Dolomiten sind sensationell, San Francisco ist immer einen Besuch wert und der Banff Nationalpark hat alles zu bieten, was man sich wünschen kann. Die drei-wöchige Reise durch Ostafrika hat etwas ganz besonderes mit uns gemacht und uns so viele Erfahrungen und Erinnerungen beschert – ihr seht, es ist unmöglich einen Trip auszuwählen.

Seid ihr jemals in gefährliche Situationen gekommen?
Wie wir schon vorher erzählt haben, waren wir eine Nacht in Bangkok und das war nicht der beste Aufenthalt, leider. Ein Tuk Tuk Fahrer brachte uns in einen Teil der Stadt, an dem Touristen eher nichts verloren haben, weil er uns dort Rubine verkaufen wollte. Wir hatten allerdings überhaupt kein Interesse und er wurde so wütend, dass er uns dort in dieser verruchten Gegend zurück lassen wollte. Am Ende hatten wir Glück und konnten ihn mit viel Überredungskunst und ein paar Scheinen überzeugen uns nicht zurück zu lassen. Nicht gerade die beste Erfahrung!

Vor Kurzem hatte Chanel bei einem Nachtshooting in Island viel Pech und fügte sich einen tiefen Schnitt in der Hand zu, der um 4 Uhr morgens im Krankenhaus genäht werden musste. Die Ärzte nahmen die Sache aber leider nicht sehr genau und reinigten die Wunde nicht besonders gewissenhaft und so hat sie heute noch isländisches Vulkangestein unter der Haut, haha!

Kalt oder warm?
Wir sind beide in Südafrika aufgewachsen, wo es die meiste Zeit warm ist und daher kommt wahrscheinlich auch unser Verlangen, die kalten Plätze dieser Welt zu erkunden. Wir haben viel Zeit im europäischen Winter verbracht und die österreichischen Alpen erforscht, waren auch viel in den Dolomiten unterwegs und durften auch Skandinavien, bis auf Finland, genau unter die Lupe nehmen. Auch Kanada hat uns irgendwie magisch angezogen. Mit der Kälte kommt eine gewisse Reinheit, alles ist so frisch und wir lieben es, wenn die Landschaft im Schnee versinkt. Manchmal vermissen wir es schon, einfach nur Shorts zu tragen, aber der Winter wirkt einfach eine sehr starke Anziehungskraft auf uns aus.

Fünf Plätze, die man unbedingt gesehen haben muss?
Den Antelope Canyon in Arizona in den USA muss man gesehen haben. Das Deadvlei im Naukluft National Park in der Namib-Wüste ist ein ganz besonderer Ort, dem man einen Besuch abstatten sollte. Von der Hitze in die Wärme - der Jökulsárlón See in Island mit den auf ihm treibenden Eisbergen hat uns extrem fasziniert und ist auf jeden Fall eine Reise wert. Natürlich muss man auch die Drei Zinnen in den Dolomiten und den etwa 20 Kilometer entfernten Prager Wildsee gesehen haben. Zu guter Letzt schicken wir euch nach Portugal, denn dort an der Algarve liegen die Benagil Höhlen, die man ebenfalls sehen muss. Wir könnten nun noch 30 weitere Plätze aufzählen, es gibt so viele schöne Orte auf unserem Planeten.

Was bedeutet euch Geld?
Geld ermöglicht uns, diesen Lebensstil aufrecht zu erhalten, ist aber nicht unser Ansporn. Wir brauchen nur so viel, um weiter zu kommen, uns Essen zu kaufen und den nächsten Flug buchen zu können. Genug um zu überleben ist wichtig und sich frei fühlen zu können, das ist alles.

read more about
Zur nächsten Story