8 Wasserfälle, die ein Abenteuer wert sind

Verlass die Pfade des Massentourismus und begib dich auf die Spuren dieser Naturschönheiten.
Von Dom Granger / Astrid Heinz

Du hast genug von Reisen als Pauschaltourist und möchtest abenteuerliche Wege beschreiten? Wir zeigen dir hier acht Wasserfälle, die zwar mit dem Auto unerreichbar bleiben, aber gerade deswegen ein Abenteuer wert sind!

1. Sutherland Falls, Neuseeland, Südinsel

Aerial image of Sutherland Falls and surrounding mountains and lake in New Zealand
Was für eine Aussicht! © Ignacio Palacios / Getty Images
Photo of Sutherland Falls on a foggy day in New Zealand
Die mystischen Sutherland Falls

Fakt: Mit 580 Metern die höchsten Wasserfälle Neuseelands

Das Abenteuer: Du musst vier Tage lang auf dem berühmten Milford Trail wandern. Während des 53 Kilometer langen Marsches passierst du Hängebrücken, schmale Pfade und einen Bergpass im Fiordland National Park. Übernachten kannst du in Lodges am Weg.

Abenteuerskala: 5/10

2. Kaieteur-Fälle, Mazaruni Potaro, Guyana

Aerial photo of Kaieteur Falls in Guyana
Die Kaieteur-Fälle: Was für eine Naturgewalt © Chris Radburn / Getty Images
Twenty (20) dollars Guyana bills
Zu sehen auch auf der heimischen Währung © DEA / A. DAGLI ORTI / Kontributor / Getty Images

Fakt: Diese Wasserfälle gehören zu den kraftvollsten der Welt

Das Abenteuer: Die einzige Möglichkeit, in die Nähe der Fälle zu kommen, ist per Flugzeug. Von der Landebahn ist es dann noch ein zwei- bis dreitägiger Marsch durch den Regenwald. Besonders beeindrucken ist die Kombination aus dem mächtigen Fluss und den hohen Wasserfällen. Solltest du unterwegs einem Frosch begegnen, dann fass ich besser nicht an: Er könnte giftig sein.

Abenteuerskala: 4/10

3. Shale Falls (Chutes aux Schistes), Cuebec, Kanada

Photo of Shale Falls (Chute aux Schistes), in Northern Quebec
Sicht auf die Shale Falls © Lester Kovac

Fakt: Ein sehr einsamer Wasserfall im Norden von Quebec

Das Abenteuer: Der Ausgangspunkt dieser Tour ist nur per Flugzeug erreichbar und dann heißt es ein Monat lang paddeln auf dem Caniapiscau-River. Ständig welchselnde Wetterbedingungen und Insekten werden dabei zu einer echten Herausforderung. In jedem Fall aber ein echtes Abenteuer, in einem der einsamsten Gebiete in Nordamerika.

Abenteuerskala: 10/10

4. Virginia Falls, North West Territories, Kanada

Fakt: Dieser massive Wasserfall ist schon seit den 1970er-Jahren UNESCO Weltkulturerbe.

Das Abenteuer: Um in den Nahanni National Park zu gelangen, muss man erst einmal ein Wasserflugzeug chartern. Marschieren muss man dafür dann nur ein kleines Stück. Für mehr Abenteuer kannst du aber auch einen 21-Tage-Kanutrip machen. Welche Variante auch immer – die Aussicht ist es wert! Der mächtige Wasserfall wird von einem 100 Meter Kalkstein-Riesen namens Masons Rock gebrochen.

Abenteuerskala: 3/10 wenn du direkt fliegst und 7/10, wenn du dich für die Kanu-Tour entscheidest.

5. Kerepakupai Meru, Venezuela

Paul Guschlbauer beim "Hike and Fly" an den Angel Falls
Kein schlechter Ausblick! © Paul Guschlbauer

Fakt: Mit 979 Metern Höhe der höchste Wasserfall der Welt, auch bekannt als Angel Falls oder Salto Angel.

Das Abenteuer: Die Anreise ist keine einfache Sache. Erst musst du einmal zum Canaima-Camp fliegen, von dort aus gibt es geführte Touren mit Einheimischen. Nach einem vierstündigen Trip flussaufwärts wartet ein 60- bis 90-minütiger Marsch durch den Urwald auf dich. Nach einer Nacht im Camp geht es dann am nächsten Tag zu Fuß weiter. Bonus: Der Flug ermöglicht dir einen Blick auf den Wasserfall aus der Vogelperspektive. So, wie der US-Pilot Jimmie Angel das Naturschauspiel 1930 erlebt hat – nach ihm wurde der Wasserfall benannt.

Abenteuerskala: 5/10 – außer dein Name ist Paul Guschlbauer. In seinem Fall eher 10/10 – siehe Video.

6. Schwarzenbach Falls, Nunavut, Kanada

Photo of Schwartzenbach Falls, in Nunavut, Canada
Einzigartige Schönheit © mk media

Fakt: Mit einer Höhe von 520 Meter ist das der höchste Wasserfall am Nördlichen Polarkreis und vermutlich ist es auch einer der einsamsten.

Das Abenteuer: In der Sprache der Einheimischen heißt der Wasserfall Qulitasaniakvik, im Winter ist er entweder gefroren und trocken. So beeindruckend eine Reise dorthin ist – die Kosten werden vermutlich einige abschrecken: Für eine 14-tägige Expedition muss man rund 3.700 Euro locker machen. Zuerst bist du per Boot unterwegs (Walsichtungen mit etwas Glück inklusive) und dann geht es zwei Tage lang zu Fuß durch schwieriges Terrain. Eine echte Herausforderung, auch für Geübte.

Abenteuerskala: 9/10

7. Cascades du Trou de Fer, Réunion

Aerial shot of the Cascades du Trou de Fer in Reunion Island
Die Cascades du Trou de Fer in voller Pracht © Karsten Bidstrup / Getty Images
Aerial view of the Cascades du Trou de Fer in Reunion Island
… und aus der Vogelperspektive © Atlantide Photo Travel / Getty Images

Fakt: Ein 725 Meter hoher Wasserfall mitten im Dschungel!

Das Abenteuer: Dieser Wasserfall im Herzen der Insel Réunion ist ein atemberaubendes Schauspiel – wenn es dir gelungen ist, dorthin zu gelangen. Erst musst du drei Stunden lang über einen matschigen Pfad durch den Regenwald wandern und dann hoffen, dass es Mutter Natur gut mit dir meint. Denn an einem regnerischen Tag ist dieses Projekt praktisch unmöglich. Du musst sehr früh morgens los und selbst dann gibt es keine Garantie, denn falls Wolken beschließen, bei der Party dabei zu sein, ist diese auch schon wieder vorbei. Eine andere Option ist eine zwei- bis dreitägige Kanuexpedition, die mit Level 4 aber nur erfahrenen Paddlern anzuraten ist.

Abenteuerskala: 5/10 zu Fuß, 8/10 im Boot.

8. Suligad-Wasserfälle, Dolpa, Tibet 

Aerial view of Suligad Falls surrounded by Himalayan relief in Tibet
Der größte Wasserfall in Tibet © Grant Dixon / Getty Images
Aerial view of the bright blue Phoksundo Lake in Nepal
Wie ein Juwel liegt er da, der See Phoksundo © Grant Dixon / Getty Images

Fakt: Der größte Wasserfall im Himalaya-Gebiet

Das Abenteuer: Dieser Wasserfall sollte auf der To-Do-Liste jedes Abenteurers stehen! Der Trek dauert 8 bis 31 Tage, je nachdem für welche Route man sich entscheidet. Bei deiner Reise durch das nepalesische Hochland siehst du dann nicht nur den tiefsten See, den heiligen Phoksundo, sondern auch die höchsten Wasserfälle. Die Region wurde erst 1989 für Touristen geöffnet und dort triffst du tatsächlich noch auf eine sehr ursprüngliche Kultur. Du kannst entweder campieren oder vielleicht privat in einem Haus übernachten. Dank der unglaublichen Landschaft und der interessanten Tierwelt wird das mit Sicherheit der Trip deines Lebens!

Abenteuerskala: 7/10


Last but not least noch ein Dankeschön an die World Waterfall Database und ihren Gründer Bryan Swan – ohne ihre Hilfe hätten wir diese wunderschönen Flecken nicht gefunden!

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