MotoGP-Fahrer: Ihr Aberglaube und ihre Rituale

Eine Schildkröte soll schnell machen, die Nummer 1 Unglück bringen und andere kleine Verrücktheiten
Von Astrid Heinz

Wenn MotoGP-Fahrer mit Geschwindigkeiten jenseits der 300 km/h-Marke über die Strecke rasen, möchte man meinen, dass ihr Vertrauen in die Technik grenzenlos sein muss. Stimmt so nicht. Denn auch bei den besten Fahrern der Welt gibt es jede Menge Aberglaube und Rituale, um das Glück auf ihre Seite zu bringen oder zu zwingen...

Wir verraten euch, was die Piloten beim GP von Österreich in Spielberg (12. bis 14. August) zelebrieren werden, um das Rennen zu gewinnen.


Valentino Rossi

Keiner ist so abergläubisch, wie Valentino Rossi © Facebook
Zu den Stiefeln beugen gehört zu seinen Ritualen © Facebook

Mit neun Weltmeister-Titeln ist der Italiener der derzeit erfolgreichste aktive Pilot. Aber auch abseits der Strecke gebührt Valentino Rossi ein erster Platz, nämlich in der Kategorie „abergläubischster Fahrer“. Als ständigen Glücksbringer hat er eine Schildkröte tätowiert, weil ihm seine Mutter für sein allererstes Straßenrennen 1993 einen Schildkröten-Talisman geschenkt hat.

Sein Motorrad beklebt er immer schon selbst und auch an der Startnummer 46 hält er unabänderlich fest. Bevor er auf sein Bike steigt, egal ob im Training oder bei einem Rennen, bleibt er rund zwei Meter davor stehen und beugt sich zu seinen Stiefeln. Dann kniet er sich vor der Maschine nieder, tippt an die rechte Seite der Fußraste, senkt den Kopf und murmelt eine Geheimformel. Mit der Liebesbekundung für sein Bike ist Valentino Rossi übrigens nicht alleine: Auch der Spanier Álvaro Bautista (125 ccm-Weltmeister 2006) kniet vor jedem MotoGP-Rennen vor seinem Motorrad.


Jorge Lorenzo

Jorge Lorenzo startet lieber mit 99 als mit 1 © Instagram

Als amtierendem Weltmeister steht es dem Spanier eigentlich zu, in dieser Saison mit Startnummer 1 in die Rennen zu gehen. Doch was macht Jorge Lorenzo? Er startet mit der Nummer 99! Der Grund? Aberglaube! „Weil ich sie im Herzen trage“, lautet das Statement des Weltmeisters. Puncto Startnummer ist er nämlich ein gebranntes Kind: 2010 holte er sich seinen ersten MotoGP-Titel, startete im darauffolgenden Jahr mit der 1 – und wurde vom Pech verfolgt.


Marc Márquez

Marc Márquez steigt immer von links auf © Gold & Goose / Red Bull Content Pool

Auch den jungen Spanier verfolgt die Angst vor Startnummer 1! In den Jahren 2014 und 2015 verzichtete auch er auf das Privileg und ging mit seiner Lieblingsnummer 93 ins Rennen. Außerdem steigt Marc Márquez immer von der linken Seite auf sein Bike. Ansonsten soll Marc recht „normal“ sein – sehr zur Freude seines Teams. Techniker Carlos Linan berichtet: „Ich arbeitete mit einem japanischen Fahrer zusammen, der immer Salz streute, bevor er aufs Motorrad stieg. Er musste vorsichtig sein, das Salz nicht ins Motorrad zu schütten.“


Miguel Oliveira

Miguel Oliveira bekreuzigt sich vor dem Rennen © Gold & Goose / Red Bull Content Pool

„Nein, ich bin nicht abergläubisch. Ich denke, dass Glück ein Resultat investierter Arbeit ist“, sagte der 21-jährige Portugiese einmal in einem Interview. Und doch macht Miguel Oliveira jedes Mal ein Kreuzzeichen, wenn er auf die Rennstrecke geht. Kann ja nicht schaden. Gell, Miguel?

Es gibt noch Tickets. Die Begeisterung für die Königsklasse des Motorradrennsports ist überwältigend. Das Projekt Spielberg hat der enormen Ticket-Nachfrage Rechnung getragen und zusätzliche Tribünenplätze geschaffen. Wer den WM-Lauf in der Steiermark hautnah miterleben möchte, kann sich unter auf der Projekt Spielberg-Website noch Karten für die Steh- und Sitzplatzbereiche sichern!
 

 

Für alle Motorrad-Fans gibt es „On Any Sunday: The next Chapter“ ab sofort als Video On Demand auf Red Bull TV – rund um die Uhr kostenlos verfügbar. „On Any Sunday“ war 1971 der erste Film über die Welt des Motorradsports, der ein großes Publikum erreichte. Mit "On Any Sunday: The next Chapter" startet die nächste Generation ihr Bike. Denn die Leidenschaft für das Motorradfahren ist zeitlos, sie ist auch nach 40 Jahren ungebrochen.

Hier geht es direkt zum Video on Demand.

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