So wird der Red Bull Ring zur MotoGP-Rennstrecke

Verwandlung extrem: Asphalt, Kerbs, Bodenmarkierungen und Tribünen sind neu am Spielberg.
Bereit für Márquez und annähernd 100000 Zuseher
Von Martin Datzinger

Den Red Bull Ring für die MotoGP fit zu machen war kein Kinderspiel – die Regularien der internationalen Motorsportbehörde FIM sind unbarmherzig und für das schönste Panorama im Rennkalender gibt es bei der Abnahme leider keine Bonuspunkte. Wir haben uns die Anforderungen genau angesehen und erklären, warum die Rennstrecke am Spielberg auf das Grand Prix Wochenende von 12. bis 14. August mustergültig vorbereitet ist.

Layout

Mit 4,3 km Länge ist der Red Bull Ring ideal für eine Grade-A Strecke – und richtig schnell. 10 Kurven (7 rechts, 3 links) verlangen eine saubere Linie und gute Traktion, die lange Bergaufsektion Motorpower, die Bremszonen viel Gefühl: Hier lässt sich mit einem mutigen Manöver Beute machen, wer den Einlenkpunkt versäumt, bereut es aber bitter. Eine echte Herausforderung für Fahrer und Material! Ob die unterschiedlichen Fahrstile und die Motorrad-Charakteristika zur Strecke passen und ob sich etwaige Dominanz im Qualifying auch mit einer siegbringenden Rennpace deckt, bleiben spannende Fragen, die erst das Rennwochenende beantworten wird.

Die 10 Kurven des Red Bull Rings

Asphalt & Kerbs

Am Spielberg wurde zuletzt 1996 asphaltiert, inzwischen gab es 9 Formel 1-Rennen und unzählige weitere Events, die die Bremszonen in Wellen gelegt haben. Ständig wurden neue Zeitschleifen eingearbeitet - kurz: Der Belag war zu Jahresbeginn reif für eine Erneuerung. Keine leichte Entscheidung, denn wenn die Fräse erst einmal loslegt, ist der sonst voll ausgebuchte Ring natürlich außer Betrieb gesetzt. Dafür erfüllt die Asphaltdecke jetzt alle zeitgemäßen Anforderungen, von hoher Oberflächengüte und Grip, über eine exzellente Wasserdrainage bis hin zur elektronischen Infrastruktur im Unterbau.

Beim Formel 1-Grand Prix von Österreich waren sie ein Streitthema: die Randsteine. Keine Sorge, die temporären gelben „Baguettes” werden für die MotoGP demontiert. Die rot-weiß-roten Kerbs hingegen wurden explizit mit Hinblick auf den Motorrad Grand Prix fest installiert, um die Strecke dauerhaft 2-Rad und 4-Rad tauglich zu machen. Sie sind innen positiv, außen negativ ausgeführt, mit flachem Übergang in die Auslaufzonen. Grün gefärbte Asphaltbänder ersetzen die früheren Astro Turf-Kunstrasenflächen hinter den Kerbs.

Unterschiedliche Kerbs:Innen positiv,außen negativ

Farben & Signale

Man pinselt nicht einfach mit Farbe aus dem Baumarkt auf einer Rennstrecke herum – welches Produkt es sein darf, ist genau reglementiert. Für den Motorrad Grand-Prix müssen natürlich die Startpositionen neu markiert werden, denn im Gegensatz zu den Autos stehen pro Reihe 3 Bikes nebeneinander. Bremspunkte sind ebenfalls farblich am Boden markiert, die Fahrer können Überkopf-Tafeln nicht wahrnehmen.

Signal- und Überwachungsanlagen, Standorte für Race Control, Marshals, Sanitäter und Kameraleute, Boxen und Hospitality, all das ist natürlich auf modernstem Niveau und wird rund um das Jahr penibel gewartet und laufend modernisiert. Hier wird es keine Überraschungen geben, wenn in den letzten beiden Wochen vor dem Renntermin die Abnahme durch die FIM stattfindet.

Tribünen & Zuschauerströme

Der Kartenvorverkauf für die MotoGP am Red Bull Ring war ein voller Erfolg, deshalb gibt es zusätzliche Zuschauerbereiche für den Event: Die Tribüne „Mitte” vor der gigantischen Bullen-Statue, sowie „Red Bull Mobile” und „Ost” mit Blick auf die letzten beiden Kurven. Die beliebte Naturtribüne vor dem Schönberghof ist natürlich auch wieder offen. 18 Vidiwalls verschaffen Überblick über das Renngeschehen.

Mit einem ausgeklügelten Verkehrsleitsystem, riesigen Parkflächen und vielen Anreiseoptionen wie beispielsweise dem Eventbus lenkt die Organisation die An- und Abreise in geordnete Bahnen. Bahnverbindungen aus allen Richtungen nach Knittelfeld und ein anschließender Shuttlebus direkt zur Rennstrecke stehen für die Besucherströme ebenso zur Verfügung und auch diesmal gilt die Devise: „Nimm’s Radl – stau und lauf weniger!“


Es ist also alles bereit für die rund 100.000 Zuschauer – das größte österreichische Motorsportfest des Jahres kann steigen!

Für alle Motorrad-Fans gibt es jetzt „On Any Sunday: The next Chapter“ auf Red Bull TV als Free TV-Premiere zu sehen. „On Any Sunday“ war 1971 der erste Film über die Welt des Motorradsports, der mit Steve McQueen als Protagonist ein großes Publikum erreichte. Mit "On Any Sunday: The next Chapter" startet die nächste Generation ihr Bike. Denn die Leidenschaft für das Motorradfahren ist zeitlos, sie ist auch nach 40 Jahren ungebrochen.

Hier geht es direkt zum Video on Demand.

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