Genre-Check: Rap aus Österreich

Rap, made in Austria? Eine Erfolgsgeschichte! Diese heimischen Artists solltet ihr kennen.
Rap in Österreich
Rap in Österreich
Von Manuel Kurzmann

Von RAF Camora bis Yung Hurn: Gerade Deutsch-Rap hatte wohl noch nie einen derart prägnanten rot-weiß-roten Anstrich wie aktuell. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs. Deshalb versuchen wir hier zumindest auszugsweise und ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu skizzieren, welche Rap-Artists gerade besonders für Furore sorgen.

RAF Camora

Zuhause ist es immer am schwersten... So oder so ähnlich könnte die wohl einzige sinnvolle Erklärung ausfallen, warum der in Deutschland längst zum Superstar avancierte Rapper hierzulande relativ wenig mediale Aufmerksamkeit genießt. Ihm wird’s egal sein: Sein Kollabo-Album mit Bonez MC, „Palmen aus Plastik“ ging nicht nur steil (ALBEN-CHARTS: DE 1, CH 1, AT 2), sondern hat so ganz nebenbei Dancehall-Einflüsse im Deutsch-Rap angesagt gemacht. Goldene Schallplatten gab’s natürlich auch – und sogar Platin für die Single „Ohne Mein Team“, die sich über 400.000 (!!!) Mal verkaufte. Wien wird er trotzdem nie den Rücken kehren, was schon die Tatsache beweist, dass er sich kürzlich eine Wohnung in Fünfhaus gekauft hat.

Nazar

Nach 7 auch in Deutschland gefeierten Alben muss der glühende FC Chelsea Fan längst nicht mehr beweisen, dass er zur absoluten Königsklasse des Deutsch-Rap zählt. Sein letzter Longplayer „Irreversibel“ landete 2016 auf Platz 1 der österreichischen Album-Charts, was wie schon beim Vorgänger „Camouflage“ eine Goldene Schallplatte zur Folge hatte. Sein letzter großer Coup war der Titelsong zum gefeierten Kinofilm „Die Hölle“, bei dem niemand Geringerer als Oscar-Preisträger Stefan Ruzowitzky Regie führte.

Chakuza

Aktuell wartet alles auf den Release seines Kollabo-Albums mit Bizzy Montana, „Blackout 2“, das am 14. April erscheinen wird. Der facettenreiche Rapper zählt nach bahnbrechenden Alben wie „Magnolia (2013, ALBUM-CHARTS: DE 5, AT 3, CH 10) oder „Noah“ (2016, DE 5, AT 3, CH 17) zu jenen Lichtgestalten der Szene, die mit ihren musikalisch spannenden Releases besonders zu überraschen wissen.

Yasmo & Die Klangkantine

Yasmin Hafedh fand über Poetry Slams ihre Liebe zum Rap. Ihr aktuelles, selbstbetiteltes Album zählt ohne Zweifel zu den besten heimischen Releases des bisherigen Jahres. Hört selbst:

Dame

Der Salzburger rappte in seinem ersten YouTube-Upload über Szenen aus „World of Warcraft“ und der Track „12 Millionen“ staubte tatsächlich eben so viele Klicks ab. Mittlerweile hat er über 530.000 YouTube-Abonnenten, über 130 Millionen Klicks und ist natürlich neben Größen wie RAF und Nazar für den „Amadeus“ in der Kategorie „HipHop/Urban“ nominiert.

Crack Ignaz

Sein markanter Rap mit Salzburger Dialekt ist längst auch über die Landesgrenzen hinaus bekannt geworden. Die wichtigsten Hip-Hop-Magazine wie die Juice feiern ihn und mit „König der Alpen“ ist ihm ein Track gelungen, der jetzt schon Kult-Status genießt...

Yung Hurn

Alles was Süssiboi aktuell anfasst, wird zu Gold. Aktuellstes Beispiel: Seine „Hotel Love Band“, inklusive dazugehörigem 80er-Musikvideo. Ihr wollt mehr über Yung Hurn wissen? Kein Problem – wir haben ihn erst kürzlich portraitiert.

Mavi Phoenix

Dass ihr Mavis Namen aktuell auch bei uns oft lest, liegt einfach an der Tatsache, dass es bei der Rapperin/Sängerin richtig gut läuft. Das wissen auch Bilderbuch, die Mavi für ihre kommende Tour als Support gebucht haben.

T-Ser

Wenn man nach heimischen Rappern sucht, die demnächst in Deutschland groß für Furore sorgen könnten, dann kommt man um den Salzburger nicht herum. Ein Beleg: Seine Neuinterpretation von Miami Yacines Superhit „Kokaina“ (Titel: „Marijuana“) wurde auf YouTube bereits über 800.000 Mal geklickt.

Duzz Down San

Warum wir an dieser Stelle das Wiener Independent-Label besprechen, hat den einfachen Grund, dass alle bei ihnen gesignten Artists einen Platz auf dieser Liste verdient haben – von P.TAH & CON bis zu den Waxolutionists. Dieser heimische Label-Institution ist es zu großen Teilen zu verdanken, dass das Genre hierzulande so floriert.

Texta

Die 1993 in Linz gegründete Formation war einfach auf so vielen Ebenen wegweisend, dass man Bücher über sie schreiben kann. Da ist es fast schon eine Selbstverständlichkeit, dass sie auch dieses Jahr für einen „Amadeus“ in der Kategorie „HipHop/Urban“ nominiert sind.

 

Skero

Apropos Texta... Skero war bis 2013 Teil der Formation, rappt aber seither erfolgreich solo. Sein Allzeit-Klassiker „Kabinenparty“ wird ihm vermutlich selbst schon nerven, aber dafür schreibt er umso bessere Alben – zum Beispiel 2015, „Der Riese im Glashaus“.

Money Boy

Mit welchem Rapper könnte man besser schließen als jenem, der das Kunststück geschafft hat, eine Jugendkultur zu erfinden? Eben...

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