Jibbing the East: Reise durch ein Geisterland

Was passiert, wenn Freestyle-Jibber Spukschlösser in Deutschlands verlassenem Osten heimsuchen?
Lucas Hogland jibbt vor dem Jagdschloss Rehefeld in Deutschland.
Lucas Hogland jibbt am Jagdschloss Rehefeld © Pierre Morel
Von Guillaume Desmurs

Manchmal sind es keine bekannten Profis oder Wettbewerbe auf Weltniveau, die im Mittelpunkt stehen. Und es geht auch nicht immer um Geld, Ruhm und Ehre. Denn manchmal geht es einfach um die Liebe zum Skifahren. Und die Abenteuer, die sie mit sich bringt…

Das ist der Grund, warum wir euch diese Geschichte über ein paar französische Jib-Fahrer und ihre abenteuerlichen Reise in Deutschlands verlassenen Osten präsentieren.

Die Gegend um Dresden hat eine lange Geschichte als Hauptstadt und Königssitz von Sachsen. Die Stadt selbst war wegen der Pracht ihrer Kulturdenkmäler aus dem Barock und Rokoko als „Schmuckkästchen“ bekannt

Da kann man sich vorstellen, wie gut diese ehemals prachtvollen verlassenen Jagresidenzen und Adelsschlösser Dresdens als Hintergrund einer Urban Jibbing-Session wirken würden…

Fotograf Pierre Morel schickte uns diese Aufnahmen direkt nach seiner Rückkehr.

Zwei Locations in Altenberg lohnten sich für die Urban Jibbing-Crew besonders: ein Hotel mit dem Namen Jagdschloss Rehefeld und das ehemalige Sanatorium Raupennest.

Das Jagdschloss Rehefeld ist ein ehemaliger Jagdsitz, der nach dem Zweiten Weltkrieg in ein Konferenzzentrum und eine Polizeischule umgebaut, aber später aufgegeben wurde. Das Gebäude steht seit 2003 leer.

Genau so eine verlassene Location hatten die Urban Jibber für ihr Fotoshooting gesucht.

Romain Jaillet jibbt vor dem Jagdschloss Rehefeld in Deutschland
Romain Jaillet jibbt am Jagdschloss Rehefeld © Pierre Morel

Die zweite Location war das Sanatorium Raupennest. Es wurde 1926 gebaut, diente erst als ein Hotel, dann während des Zweiten Weltkriegs als Krankenhaus. Nach dem Krieg wurde es als Sanatorium mit 150 Betten genutzt. Die Einrichtung schloss 1997 ihre Pforten.

Francois Lagersie präpariert ein Rail am Sanatorium Raupennest in Deutschland
Francois Lagersie am Sanatorium Raupennest © Pierre Morel
Romain Jaillet jibbt vor dem Sanatorium Raupennest in Deutschland
Romain Jaillet jibbt das Sanatorium Raupennest © Pierre Morel

Die Gruppe französischer Skifahrer, eine aktive junge Freestyle-Crew, wird von den Collet-Brüdern Sandy und Andy angeführt. Andy agiert dabei in einer Doppelrolle als Skifahrer und Kameramann.

Während der Reise, die sie noch weiter nach Slowenien führt, dreht Andy einen 26-minütigen Film für das iF3 International Freeski Film Festival im September 2014.

Andy ist in Frankreich als Schöpfer der Webserie „CBC“ bekannt. Er fand die Locations in Deutschland dank der Ortskenntnisse eines Freundes.

Lucas Hogland jibbt vor dem Jagdschloss Rehefeld in Deutschland
Lucas Hogland jibbt am Jagdschloss Rehefeld © Pierre Morel
Das Ambiente im Jagdschloss Rehefeld in Deutschland
Das Ambiente im Jagdschloss Rehefeld © Pierre Morel

Fotograf Morel konnte in den Ruinen visuell aus dem Vollen schöpfen: „Genau das brauchten wir für ein urbanes Fotoshooting: verlassene Orte mit vielen Rails für Links- und Rechtsfüßer, um allen Ridern gerecht zu werden.“

„Ich konnte mich mit meiner Kamera frei bewegen, um den gleichen Trick aus verschiedenen Perspektiven zu fotografieren. Deutlich freier als bei einem Freeride-Shooting!“

Solche Orte, die auch öffentlich zugänglich sind, findet man selten. Entsprechend begeistert waren die Skifahrer.

"Jibbing the East" geht noch in Slovenien weiter. Wir halten euch auf dem Laufenden!

Sandy Collet jibbt vor dem Sanatorium Raupennest in Deutschland
Sandy Collet jibbt das Sanatorium Raupennest © Pierre Morel
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