Das verrückte Eis-Park-Projekt des Roope Tonteri

In der tiefen Dunkelheit des Winters im Norden entstehen die magischsten und kreativsten Ideen!
Von Isak Kullman

Roope Tonteri wurde letztes Wochenende Siebenter in der Big-Air-Disziplin der X-Games in Oslo und kämpft momentan in Spanien um seine fünfte FIS WM-Medaille. Aber auch wenn Roope diesen Winter einiges abzuarbeiten hat, fand er doch die Zeit dazu, ein Herzensprojekt umzusetzen: Er baute sich einen Park aus Eis.

Erlebe die pure Magie des Roope Tonteri:

Roope ist kein Snowboarder, wie man ihn kennt. Wenn er nicht gerade im Wettbewerbseinsatz ist, liebt er es, seine Zeit in seiner Hütte, weit draußen in der unberührten Landschaft Finnlands zu verbringen. In den letzten paar Jahren hat er sich dort einige erinnerungswürdige Features gebaut – darunter beispielsweise eine Ramp auf einem Baum.

Wir haben uns mit Roope getroffen und ihm einige Fragen zu seinem neuen Projekt und seiner DIY-Mentalität zu stellen.

Portrait of snowboarder Roope Tonteri
Roope Tonteri © Teemu Heljo / Red Bull Content Pool

Hey Roope, wie geht’s dir?

Hey! Alles gut. Ich packe gerade mein Zeug für eine kleine Nachmittags-Ausfahrt.

Klingt gut. Wie war dein Winter bisher?

Der Winter ist bisher gut gelaufen. Keine Verletzungen, einige gute Wettbewerbsergebnisse und ich konnte ein paar coole Projekte umsetzen.

Wie bist du auf die Idee gekommen, einen Eis-Park zu bauen?

So, wie bei jedem anderen Projekt von mir auch: In meiner Hütte im Wald. Wenn du deine Zeit alleine in einer abgeschiedenen Hütte verbringst, hast du auch viel Zeit nachzudenken und da kommst du ganz automatisch auf Ideen. Ich glaube, dass mich vor allem der New Years Eve-Edit von KBR zu diesem Projekt hier inspiriert hat. Die haben damals einen Eisblock als Rail verwendet.

Es scheint so, als würdest du es lieben, Sachen selbst zu bauen. Was gefällt dir an diesen Projekten so sehr?

Das Ganze ist für mich ein guter Ausgleich zum Wettbewerbsalltag. Bei den Projekten, die ich mache, geht es nicht um Triple-Corks und so weiter. Es geht darum, Spaß zu haben und einfach coole Dinge zu machen – auch darum, etwas zu erschaffen, was Leute bisher noch nicht gesehen haben.

Ich mag es außerdem, vom Anfang bis zum Ende Teil eines Projektes zu sein, aus dem Nichts die Hindernisse zu bauen und sie anschließend zu fahren. Es ist ganz anders, als wenn du einfach zu einer bereits fertiggestellten Location kommst und einen Triple-Cork hinlegst. Wenn du Dinge selbst herstellst, dann fühlst du auch, dass du etwas erreicht hast und das Gefühl, das sich einstellt, wenn du auf deinen selbstgebauten Features fährst, ist ziemlich genial. Man genießt das Ganze viel mehr.

Bist du zuvor jemals auf einem Hindernis aus Eis gefahren?

Nein, bin ich nie! Es war richtig cool, das einmal auszuprobieren. Eis ist etwas weicher, als Metall, also war die ganze Sache etwas riskanter und ich musste etwas vorsichtiger sein. Im Gegenzug kommt man dafür aber viel mehr ins Rutschen, also hat alles ganz wunderbar funktioniert.

Kannst du uns etwas mehr über deinen Park erzählen?

Ich weiß nicht, ob sich die Leute darüber bewusst sind, aber der gesamte Park wurde auf einem vereisten See gebaut. Darunter befindet sich also um die sechs Meter tiefes Wasser. Und die Eisblöcke wurden mit einer Kettensäge ebenfalls aus dem See geschnitten – natürlich ein paar Meter vom eigentlichen „Parkgelände“ entfernt. Der See und der Park liegen übrigens gleich neben meiner Hütte, das Ganze ist also sozusagen mein Hinterhof.

Wie lange hast du gebraucht, um ihn zu bauen?

Haha, schwierige Frage. Ich glaube, dass ich so um die sechs Tage daran gearbeitet habe, als mein Vater gekommen ist, um mir zu helfen. Insgesamt waren es glaube ich zwischen 10 und 12 Tage.

Gibt es irgendwelche unterhaltsame Geschichten darüber zu erzählen?

Wir haben alles von Hand gebaut! Die einzigen Werkzeuge, die wir verwendet haben, waren eine Kettensäge, eine Axt und ein paar Holzhaken. Natürlich mussten wir einige lange und kalte Nächte draußen verbringen. Einmal sind uns die Haken übrigens in den See gefallen, also mussten wir sie wieder aus dem kalten und dunklen Wasser rausholen.

Roope Tonteri on an ice rail
Roope auf der Eis-Rail © Teemu Heljo / Red Bull Content Pool
Roope Tonteri cutting ice in the dark
Gut Ding braucht Weile © Teemu Heljo / Red Bull Content Pool

Wie viel Eis habt ihr insgesamt aus dem See geholt?

Eine Menge! Nach unserer Rechnung sind wir auf ca. 6,5 Tonnen gekommen. Das Ganze war also auch ein super Krafttraining.

Wie war es in der Eis-Sauna?

Es war etwas feucht und stickig, aber auch echt angenehm. Gefroren hast du in der Sauna wahrhaft nicht, auch wenn sie aus Eis gebaut wurde.

Wie steht es mit dem Schwimmen im Eiswasser? Wie oft gehst du in die Sauna und nimmst ein Bad im Eis?

Wenn ich Zuhause bin, mache ich das so gut wie jeden Tag. Es gehört zu meiner täglichen Routine. Der Gang in die Sauna und das Bad im Eiswasser sind außerdem richtig gut für den Körper.

Hast du irgendwelche andere Projekte, mit denen du dich gerade beschäftigst?

Immer.

Willst du noch irgendetwas loswerden?

Einen großen Dank an alle, die mir dabei geholfen haben, dieses Projekt zu realisieren: An meinen Paps, an Teemo Heljo, an Elias Markkula, an Luumäen VPK und an Veijo Oinonen!

read more about
Zur nächsten Story