The Last Great Climb

Leo Houlding, Jason Pickles, Alastair Lee und eine gemischte Truppe auf Antarktis-Abenteuer.
Von Tarquin Cooper

Mit dem Trailer im Gepäck erzählt uns Alastair Lee von seinem neuesten Film „Last Great Climb“.

Ein Heldenepos zum Abschluss einer epischen Reise. Ernsthaft?
Ich denke, ich kann ruhigen Gewissens sagen, dass es die härteste Reise war, die ich je unternommen habe, und der größte Aufstieg, den ich je gefilmt habe. Einmal während des Drehs hing ich besonders hoch an der Wand, der Wind pfiff mir um die Ohren, während ich dort wirklich ungeschützt war. Wir schätzen, dass es etwa minus 25 °C waren. Ich konnte die Kamera nur kurz halten, und schon waren meine Hände taub, ich musste loslassen und meine Hände wieder aufwärmen. Am Ende des Tages war die Innenseite meiner Skihose vereist.

Was war der Gedanke hinter der Reise?
Es ist die Erstbegehung des Nordostgrats des Ulvetanna in Königin-Maud-Land in der Antarktis – eine der beeindruckendsten Linien auf diesem Planeten. Die Expedition wurde von dem weltberühmten Leo Houlding und seinen getreuen Begleitern Jason Pickles und dem Yosemite-Kletterer Sean „Stanley“ Leary geleitet. Es ist der dritte Expeditionsfilm, den wir zusammen gedreht haben, und nachdem wir zuvor die Arktis und den Amazonas erkundeten, haben wir uns wohl das Beste für den Schluss aufbewahrt.

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Sean 'Stanley' Leary zeigt, wie es geht © Alastair Lee/posingproductions.com

Warum sollte man sich den Film ansehen?
Er ist einfach ein Augenschmaus. Der Gebirgszug ist sehr speziell und einfach pure Ästhetik. Das mit eigenen Augen zu sehen, ist einfach unglaublich. Und auf Zelluloid gebannt sieht es ebenso beeindruckend aus. Ulvetanna selbst ist ein Meisterwerk von einer Bergkette – wie ein Fantasieberg, groß, spitz, an allen Seiten mit steilen Abhängen und umgeben von weißem Zeug. Nicht zuletzt kann man sich bei dem Film einfach entspannt zurücklehnen und sich an einen der wunderschönsten Orte der Erde zaubern lassen. Und damit übertreibe ich wirklich nicht.

Wie lange müssen wir noch auf den Film warten?
Im November feiert der Film Premiere – in London auf dem Leicester Square, beim Kendal Mountain Film Festival und gleichzeitig online auf Epic TV. Der Download und die DVD sind kurze Zeit später erhältlich. Die genauen Informationen findet man auf thelastgreatclimb.com.

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"Hat jemand die Nummer vom Pizza-Lieferservice?" © Alastair Lee/posingproductions.com

Aber ganz ernsthaft, irgendwelche epischen Heldentaten?
Der gesamte Film stinkt nach Epos. Die Gegend ist so rau, abgelegen und ernsthaft, jeden Schritt, den du dort draußen gehst, könnte man als heldenhaft bezeichnen. Die Szene auf dem Kammabschnitt der Besteigung ist einfach unfassbar. So etwas Verrücktes hast du noch nicht gesehen. Und unter all den Szenen sind auch wirklich gefährliche Momente mit dabei. Aber ich werde jetzt natürlich nicht alles verraten.

Wie war die Arbeit mit Leo?
Mit Leo zu arbeiten, war brillant. Er wollte nicht nur einen guten Film drehen, sondern genauso sehr die Bergbesteigung erfolgreich abschließen. Und sein Einsatz hat alles möglich gemacht. Es hätte keinen Sinn gemacht, wenn ich dort gewesen wäre, aber die anderen Kletterer nicht auch dazu bereit gewesen wären. Am Berg zählt wirklich die Teamarbeit, viel harte, gefährliche Arbeit. Leos Kletterstil ist visuell interessanter als der Stil vieler Bergsteiger. Er ist sehr dynamisch, während viele Kletterer von Natur aus eher langsam sind. Aber Leo ist bei allem, was er tut, sehr schnell. Am Berg ist das sehr spannend. Für ihn gibt es nie ein Zurück.

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Alastair Lee vor Ort © Alastair Lee/posingproductions.com

Großer Preis beim Trento Film Festival – was war das für ein Gefühl?
In der Welt der Bergfilme kann man nicht mehr erreichen als das. Für das eigene Werk so viel Anerkennung zu erhalten, ist der Wahnsinn.

Was kommt als nächstes?
Hollywood oder vielleicht Bollywood.

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