Red Bull X-Alps: Begegnung mit den Bergen

Über die Alpen fliegen und wandern – kann man die schönste Bergkette der Welt besser würdigen?
Der einfachste Weg über die Alpen? In der Luft. © Olivier Laugero
Von Tarquin Cooper

Wenn Bergsteiger über Verkettung sprechen, meinen sie normalerweise mehrere Gipfel, die man an einem Tag besteigen kann und die spektakuläre Ausblicke und gute Klettermöglichkeiten bieten.

Die Red Bull X-Alps gehen einen Schritt weiter und verknüpfen dutzende Bergketten der Alpen wie ein Kinderspiel, bei man verschiedene Punkte verbinden muss, über die gesamten Alpen hinweg.

Man vergisst leicht, was für ein erstaunliches Ausmaß die Alpen haben. Sie erstrecken sich über 1.500 Kilometer in einem Bogen vom Osten Österreichs bis zur französischen Côte d‘Azur. Sie gehören zu den beliebtesten Bergketten der Welt und locken jedes Jahr bis zu 120 Millionen Besucher an.

Trotzdem stellen die Alpen keine Einheit da, sondern eher eine Folge von sich verbindenden Bergketten, jede mit ihren charakteristischen Eigenschaften, Gebräuchen und Sprachen, selbst wenn sie im selben Land liegen – jeder, der mal versucht hat, Schweizerdeutsch zu verstehen, weiß Bescheid. Die Alpen sind ein Schmelztiegel der Kulturen, von den Bayern über die Tiroler bis zu den Savoyern, und jeder verteidigt entschlossen und stolz seine Identität – vom Wein und Käse gar nicht zu sprechen.
 

Schritt für Schritt, Stunde für Stunde. © Oliver Laguero

Die Berge selbst sind extrem unterschiedlich, von den Kalksteingipfeln der Dolomiten in Norditalien, einer Weltnaturerbestätte, zu den bekannten Landschaften in der Schweiz und Frankreich, wie man sie von den Bildern auf Schokoladenverpackungen kennt.

Die Alpen zu überqueren, hat schon immer die Fantasie angestachelt. Hannibal und Napoleon haben ihre Armeen über die Alpen geführt – die Truppen Napoleons tranken 22.000 Flaschen Wein auf dem San-Bernadino-Pass. (Bezahlt haben sie auch nicht – die Rechnung wurde 1984 beglichen).

Die Athleten, die bei den Red Bull X-Alps teilnehmen, sind wahrscheinlich auf moderne Art mit Getränken ausgerüstet. Und sie überqueren die Alpen nicht einfach von Nord nach Süd.
 

Schöne Aussichten? Diese hier ist unschlagbar. © Felix Woellk

Die eigentliche Route der Red Bull X-Alps verläuft jedes Mal anders. 2013 beginnt sie wie zuvor in Salzburg in Österreich, führt dann nach Südosten Richtung Dachstein-Gletscher und dann zum Wildkogel, in eine der schönsten Gegenden Österreichs.

Dann führt sie über das Karwendelgebirge zur Zugspitze, dem höchsten Berg Deutschlands, danach weiter nach Sulden in Italien. Das Gebiet um den Ortler ist ein atemberaubendes, naturbelassenes Schutzgebiet, aber es bleibt keine Zeit, den Ausblick zu genießen, denn es geht weiter nach Interlaken.
 

Das ist wirklich kein Spaziergang... © Vitek Ludvik

Anschließend führt die Strecke zurück in die Wildnis, mit einem sehr schwierigen (und für die meisten Teilnehmer unmöglichen) Abschnitt nach Süden über das Berner Oberland zum Matterhorn (4.478m), bevor die Sportler sich auf den Weg nach Frankreich zum Mont Blanc machen. Von da geht es weiter über St. Hilaire, die Heimat des Paraglidens, in die Seealpen bis an die französische Côte d‘Azur .

Es gibt kein vergleichbares Rennen – die Athleten fliegen mit dünnen, faltbaren Flügeln über die felsigen Gipfel der Alpen, und wenn sie gelandet sind, geht es zu Fuß weiter durch die Täler. Und das einen Tag nach dem anderen. Das ist die ultimative Verkettung.

Bei Red Bull Mobile Live Tracking kannst du den Kontrahenten in Echtzeit folgen
 

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