Der Ruf des K2: Der gefährlichste Gipfel der Welt…

29 Tote pro 100 Bergsteiger: Dennoch will ein Kletter-Team den K2 bezwingen. Ob sie es schaffen?
Von Brendan Leonard

Der zweithöchste Berg der Welt – nur 237 Meter niedriger als der Mt. Everest – hat den Ruf, wesentlich gefährlicher zu sein als dieser – und die Statistiken lügen nicht: Geschichtlich betrachtet kommen auf 100 Kletterer, die den Gipfel des Everest erreicht haben, vier tote Bergsteiger. Beim K2 kommen auf 100 erfolgreiche Bergsteiger 29 Tote. Gerade mal 306 Leute haben es je auf den Gipfel des K2 geschafft – im Vergleich zu über 5.600 Everest-Gipfelstürmern.

Der Weg zum Basislager führt über Gletscherflüsse. © Ahmad Abdul-Karim Photography

Nicht nur das Wetter ist auf dem K2 schlechter. Auch das Klettern ist schwieriger – mit zwei technischen Abschnitten, House’s Chimney und Black Pyramid. Hat man diese erfolgreich hinter sich gelassen, muss man durch den engen „Flaschenhals“ und unter einer Gruppe gewaltiger Seracs hindurch.

Träger im K2-Lager. © Ed Darack

2008 brach ein Teil dieser Gletscherformation ab, zertrennte die befestigten Kletterseile und ging als Lawine über die Route nieder. Dadurch wurde der Abstieg über den Flaschenhals für die Bergsteiger, die bereits auf dem Gipfel waren, technisch noch schwieriger. Am schwärzesten Tag in der Geschichte des K2 starben elf Kletterer. Der neue Dokumentarfilm „The Summit“ (Trailer unten) feierte im Januar 2013 auf dem Sundance Film Festival Premiere und versucht, die Besessenheit mit dem K2, die Gefahren beim Klettern und die Tragödie von 2008 zu erklären.

Doch auch wenn er den Ruf hat, der „wilde Berg“ zu sein, ist der K2 statistisch gesehen nicht der tödlichste Achttausender – das ist der Annapurna, der erste 8000er, der je bestiegen wurde. Auf 100 Bergsteiger, die es auf den Gipfel des Annapurna geschafft haben, kommen 34, die an dem Berg starben. Der K2 zieht allerdings, vielleicht aufgrund seines Rufes, mehr Aufmerksamkeit auf sich.

Das Gilkey Memorial am K2-Baislager. © Credit: Nadeem Khawar

Der K2 machte aufgrund der großen Unglücke 2008 und 1986, als 13 Bergsteiger innerhalb weniger Wochen starben, Schlagzeilen. Doch obwohl der Berg und das Wetter äußerst unbeständig sind, kehren die Expeditionen jedes Jahr wieder dorthin zurück. 2009 und 2010 schaffte es niemand auf den Gipfel. 2012 erreichten 30 Kletterer den Gipfel – 28 von ihnen bei hervorragendem Wetter am 31. Juli. Und in diesem Jahr hoffen die Teams sicherlich auf einen ähnlichen Erfolg.

Laut Raheel Adnans Blog „Altitude Pakistan“ und dem Blog des japanischen Teams planten 21 Kletterer verschiedener Expeditionsgruppen, am 24. Juli im Basislager des K2 aufzubrechen und vom guten Wetter zu profitieren, das für die Zeit ab dem 27. Juli vorhergesagt worden war.

Klettern über dem Lager 2. © Brad Jackson

Die Kletterer brachen um 6 Uhr morgens Ortszeit auf. Vier Teams – je eines aus Japan und Argentinien sowie zwei internationale Teams mit Bergsteigern aus Neuseeland, Australien, Nepal, Griechenland, Großbritannien und Kanada – befinden sich am Berg. Alle Kletterer planen, die Route über den Südostgrat zu nehmen. Der spanische Kletterer Alex Txikon, der in Begleitung des Mexikaners Benjamin Salazaar und des Spaniers Felix Criado die Cesen-Route ohne Sauerstoff bewältigen wollte, ist aufgrund des starken Schneefalls im oberen Teil der Route am Basislager 2 umgekehrt.

Ein Schweizer Team (Mike Horn, Fred Roux und Kobi Reichen) wollte ebenfalls die Cesen-Route gehen, doch Mike Horn schrieb am 20. Juli auf seinem Blog, dass er und Fred Roux sich auf dem Weg zum Broad Peak machen würden, um dort zu versuchen, die drei iranischen Kletterer zu retten, die auf 8.000 Meter Höhe verschollen waren. Doch leider verstarben die drei Iraner.

UPDATE: Berichten von Freitagmorgen zufolge sind alle Teams aufgrund des starken Schneefalls und der hohen Lawinengefahr umgekehrt – der Gipfel des K2 bleibt also auch 2013 unbestiegen.

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