Hornussergesellschaft Zuchwil

Leuchtspuren in der Tropennacht

Am Samstag fand in Zuchwil das erste Red Bull Hornussen statt.
Red Bull Hornussen - Action
Von Red Bull Schweiz

Obwohl Hornussen ein Schweizer Nationalsport ist, haben die Fans kaum je Gelegenheit, die Grössten ihres Faches an einem einzigen Anlass zu erleben. Am ersten Red Bull Hornussen, das am Samstag im solothurnischen Zuchwil stattfand, waren die besten 32 Abschläger anwesend, acht aus jedem der vier Schweizer Teilverbände.

Das Turnier, unter den Fittichen von Obmann Jürg Eggimann, war aber nicht nur deshalb etwas Besonderes: Der Traditionssport machte an diesem tropischen Abend einen riesigen Sprung, überholte die Gegenwart und landete auf einem futuristisch beleuchteten Ries.

„Ich habe einmal im Dunkeln trainiert“, sagte der Sieger des Anlasses, Stefan Studer, der den leuchtenden Nouss 303 Meter weit ins Ries beförderte, „aber irgendwie klappte es nicht so recht. Umso mehr freue ich mich, dass es heute funktioniert hat.“ Studer, Hornusser seit seinem achten Lebensjahr, 108 Kilo auf einen Meter 91, gemäss dem Speaker „Arme wie ein Schweinebauch“ und dazu auch noch Schwinger, belegte die Wahrheit einer Aussage, die er selber wenige Stunden vor dem Wettkampf gemacht hatte: „Mit Oberarmen allein hat man noch nicht gehornusst.“

Der gute alte Nouss bekam für einmal ein im Dunkeln leuchtendes Gewand. Ein bisschen wärmer und deshalb weicher und etwas träger als das schwarze Original zwar, aber ein Fest fürs Auge – und eine Herausforderung für die Sportler.

Red Bull Hornussen - Jubel © Thomas Stöckli/ Red Bull Contentpool

Gefühl, Intuition, Körperbeherrschung, Athletik: Hornussen ist wie viele andere Traditionssportarten ehrgeiziger geworden. Statt nach dem Training ein paar Biere zu kippen gehen die Männer, die allesamt aussehen, als würden sie es jederzeit mit einem leibhaftigen Muni aufnehmen, an trainingsfreien Abenden in den Kraftraum. Abschlagweiten von mehr als 300 Metern sind die Folge davon.

Mehr als 1500 Zuschauer genossen den warmen Nachmittag auf den Festbänken. Doch als nach zehn Uhr abends bei Dunkelheit, aber immer noch 24 Grad die Halbfinals und Finals ausgetragen wurden, gab es kein Halten mehr: Die Klappstühle wurden zu Stehgelegenheiten umfunktioniert, Sprechchöre trieben die Lokalhelden an.

Mit einer Leuchtspur durch die heisseste Nacht des Jahres hat das Hornussen seine Reise in die Zukunft angetreten.

Die Rangliste im Detail gibt's hier zum Download

Red Bull Hornussen - Studer © Thomas Stöckli/ Red Bull Contentpool
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