Acht Gipfel für den Anfang deiner Kletterkarriere

Bereit für die Vertikale, aber weder technisches Können noch Ausdauer? Fang mit diesen hier an.
Von Brendan Leonard

Fuji, Japan, 3.776m
Der Fuji ist ein eindrucksvoller, alleinstehender Gipfel, der fast 4.000 Meter über Japans Hauptstadt hinausragt und einer der meistbestiegenen Berge der Welt. Die beliebte Kawaguchiko- Route vermittelt einen gute Eindruck von der Art Ausdauer, die man zum Bergsteigen braucht, man benötigt aber keinerlei technisches Können – sie beginnt in 2.300 Meter Höhe und man braucht auf den gut ausgebauten Wegen ungefähr acht Stunden bis zum 3.776 Meter hohen Gipfel und zurück, wenn man einigermaßen fit ist. Die offizielle Wandersaison ist nur zwei Monate lang, vom 1. Juli bis 31. August.

Der Fuji von oben. © Blackstation/Getty Images

Pikes Peak, USA, 4.302m
Höher als auf den Gipfel des Pikes Peak kann man in den USA nicht nach oben klettern – 4.302 Meter, und das alles auf gut ausgebauten Wegen. Und wenn du oben angekommen bist und keine Lust zum Absteigen hast, dann spring einfach an Board des Cog Railway oder trampe. Denn so einige Touristen fahren auf der Nordseite auf den Gipfel. Vom Anfang bis zum Ende des Wegs bewältigt man einen Höhenunterschied von 2.250 Metern. Das gibt ehrgeizigen Bergsteigeranfängern einen Geschmack davon, was es bedeutet, große Berge zu erklimmen.

Pikes Peak in Colorado. © Don Grall/Getty Images

Tofana di Rozes, Italien, 3.225m
Der Tofana di Rozes in den Dolomiten bietet eine wunderbare Bergsteiger-Erfahrung mit einem Höhenunterschied von 1.200 Metern vom Anfang des Wegs bis zum Gipfel, inklusive eines Kletter-Abschnittes. Doch der ist ein anfängerfreundlicher Klettersteig. Er bietet all die Erfahrungen von echtem Klettern, ohne dass Vorkenntnisse oder Wissen über Kletter-Sicherheitsausrüstungen von Nöten wären. Der Ferrata Lipella ist einer der Längsten, aber nicht der schwierigsten Klettersteige in Italien. Er besteht aus einem System von Leitern, Stufen und Drähten, an dem der Kletterer im Fall eines Sturzes gesichert wird. Der gesamte Aufstieg dauert ungefähr fünf Stunden, vier davon verbringt man auf dem Klettersteig.

Der Tofana di Rozes in Italien. © Dan Patitucci

Mount Hood, USA, 3.426m
Der pazifische Nordwesten der USA ist ein geniales Trainingsgebiet für die Berge der Welt. Es bietet große, von Gletschern überzogene vulkanische Gipfel, die all die Fähigkeiten voraussetzen, die man beim Besteigen von 8.000ern braucht, nur ohne die dünne Luft. Der Mount Hood ist einer der einfachsten Gipfel in dieser Gegend und ein großartiger erster Aufstieg im Schnee für Kletterer, die sich an die Handhabung von Eisaxt und Steigeisen noch gewöhnen müssen. Die beliebte South Side Route ist einen halben Tagesmarsch von der Timberline Lodge entfernt und wird zwischen Ende April und den ganzen Juni hindurch regelmäßig von Bergführern begangen.

Oregons Mount Hood lockt. © Richard Hallman

Breithorn (über die normale Route), Schweiz, 4.162m
Der westliche Gipfel vom Breithorn ist der meistbestiegene 4.000-Meter-Gipfel der Alpen, dank der Seilbahn, die auf das Kleine Matterhorn hinauffährt und die Kletterer auf einer Höhe von 3.883 Metern absetzt, also nur 300 Meter unter dem Gipfel. Doch von dort an geht es über einen Gletscher, und man hat es mit einer Steigung von 35 Grad zu tun, was Steigeisen und Eisaxt voraussetzt. Es ist ein kurzer Aufstieg, doch die Höhe bietet Anfängern einen guten Vorgeschmack auf das wahre Bergsteigen.

Das Breithorn ist in Mitten der Alpen eingebettet. © Dan Patitucci

Kilimanjaro, Tansania, 5.895m
Der Kilimanjaro, ein fast 6.000 Meter hoher Vulkan, ist Afrikas höchster Berg und einer der höchsten freistehenden Gipfel der Welt. Und es ist eine große Herausforderung, ihn zu besteigen – besonders wegen der dünnen Luft in der Höhe. Für alle Routen auf den Kilimanjaro braucht man einen einheimischen Bergführer, obwohl alle Wege ausgebaut sind. Die meisten Bergführer starten mit ihren Kunden auf einer Höhe von 1.800 Metern und nehmen sich für den Weg zum 5.895 Meter hohen Gipfel fünf oder sechs Tage Zeit. Das ermöglicht den Bergsteigern, sich zu akklimatisieren. Dieser Berg gibt Bergsteiger-Anfängern die Gelegenheit herauszufinden, wie ihr Körper auf die dünne Luft reagiert, ohne auf technische Risiken oder Lawinen, Schluchten und Gletscherspalten, wie man sie bei anderen Bergen in dieser Höhe oft antrifft, Rücksicht nehmen zu müssen.

Was ist größer als eine Giraffe? Der Kilimanjaro. © Daryl Balfour/Getty Images

Pico de Orizaba, Mexiko, 5.636m
Ein Aufstieg auf den höchsten Berg Mexikos gibt Bergsteigern die Gelegenheit zum Klettern auf Schnee, aber ohne zu viele Gletscherspalten und in einer mäßigen Höhe. Die meisten Bergführer nehmen sich für ihre Klienten ein paar Tage Zeit, damit sie sich auf den niedrigeren Gipfeln akklimatisieren können, und besteigen dann den 5.636 Meter hohen Orizaba in ein oder zwei Tagen. Der Gipfeltag auf der normalen Route beginnt an der Piedra Grande-Hütte auf einem Weg, der dann auf ca. 5.000 Metern in den Jamapa Gletscher übergeht und dann über Schnee und Eis mit 40 Grad Steigung zum Gipfel hinaufführt.

Der Pico de Orizaba in Mexiko. © Christian Kober/Getty Images

Island Peak, Nepal, 6.189m
Er wird auch der „einfachste 6.000-Meter-Gipfel der Welt“ genannt. Island Peak ist der beliebteste „Trekking Peak“ in Nepal und zählt zu den Gipfeln, die von Bergsteigern mit ein wenig Erfahrung gemeistert werden können. Dennoch ist der Aufstieg kein Spaziergang. Man muss zum Beispiel sehr früh aufstehen (um 2.00 oder 3.00 Uhr nachts) und man benötigt Steigeisen und eine Eisaxt. Die meisten Gruppen schaffen den 1.000 Meter hohen Aufstieg zum Gipfel an einem Tag, aber viele ziehen es vor, den Aufstieg in zwei Tagen zu absolvieren. Viele Bergführer bieten auch noch einen Treck zum Base Camp vom Mount Everest im Paket mit an.

Nepals Island Peak. © fotoVoyager/Getty Images
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