Wakeboarding zu Hause bei Borat

Soweit wir wissen, wakeboarded Borat nicht – wenn, dann täte er es auf dem Kaindysee in Kasachstan.
Von Josh Sampiero

Das ist der Kaindysee – und die Anreise ist kein Zuckerschlecken. Denn sie führt 300 Kilometer durch die Berge von Kasachstan. Den See gibt es noch nicht allzulange – er entstand im frühen letzten Jahrhundert durch einen Erdrutsch, der den Fluss blockierte und einen natürlichen Damm schuf.

Der russische Wakeboarder Nikita Martyanov hatte eine vage Kindheitserinnerung an diesen See, da er ihn einmal besuchte, bevor er überhaupt wusste, was Wakeboarden war. Doch als ihm alte Bilder in die Hände fielen, machte er sich auf, ihn wieder zu besuchen, diesmal mit seinem Board.

 

Zuerst musste er die Erlaubnis einholen. Wegen des kalten Wassers wurden die Bäume in ihrer originalen Form konserviert, als sich der See füllte. Und dieser versunkene, geisterhafte Wald ist nun ein Nationalpark. „Man darf dort nicht einmal Schwimmen.“ Sagt Martyanov. „Aber die Regierung gab uns die Erlaubnis zum Filmen – solange wir uns an ein paar Regeln hielten.“

 

Nikita Martyanov beim Red Bull Highland Wake
Nikita Martyanov über den Kicker und einen Baum © Denis Klero/Red Bull Content Pool

Dann kam die Reise dorthin. „Es ist wirklich sehr abgelegen,“ erzählt Nikita. „Keine Elektrizität, keine Mobilfunkantenne. Und man braucht einen Vierrad–Antrieb, um hinzukommen. „Viele Einheimische dort reiten noch auf ihren Pferden, um sich fortzubewegen.

 

Nikita Martyanov auf einem Pferd in Kasachstan
Wir haben das ernst gemeint mit den Pferden © Denis Klero/Red Bull Content Pool

Bei der Ankunft machten sich Nikita und seine Freunde an die Aufgabe, einen natürlichen Wakeboardpark zu bauen und ihn dann mit einer Session einzuweihen. „Ich hatte das große Bedürfnis, den Park so natürlich wie möglich zu bauen,“ sagt er. „Wir gebrauchten das Holz aus dem Wald, wo wir es für richtig hielten, und verknüpften es mit den Bäumen im See mit Seilen – wir durften keine Nägel einschlagen, aber das wollten wir auch nicht.“

 

Nikita Martyanov arbeitet an den Wood Rails
Nikita Martyanov arbeitet an den Wood Rails © Denis Klero/Red Bull Content Pool

„Als der Park dann fertig war, war es an der Zeit, die Boards auszupacken.“ Ein Jetski war unsere einzige Möglichkeit, denn an manchen Stellen ist der See so flach, dass kein Boot dort fahren könnte, außerdem muss man auch noch um die Bäume herumsteuern, also war auch eine Seilwinde ausgeschlossen.“

 

Nikita Martyanov wakeboarded neben den bäumen auf Kaindysee
Ein Jetski ist auf dem Kaindysee die einzige Wahl © Denis Klero/Red Bull Content Pool

War es nicht sehr riskant, mit all den Hindernissen im flachen Wasser? Ja. „Wir bauten verschiedene Obstacles – einen Wall Ride, und zwei gerade Rails, eine für die Zehenseite und eine für die Fersenseite, also konnte ich da draußen guten Jib-Style zeigen,“ sagt Nikita. „ Aber am Ende des Wallrides lag ein enormer Baum direkt unter der Wasseroberfläche. Und den habe ich fast ein paar Mal aus Versehen erwischt!“ Was noch dazukommt? Die Wassertemperatur liegt um die 3° Celsius, und außerdem regnet es ständig. „ Nach der Session konnte ich meine Füße nicht mehr spüren – und mein Wetsuit wurde eine Woche lang nicht trocken!“

 

Nikita Martyanov testet die Holz Rails
Nikita Martyanov testet die Holz Rails © Denis Klero/Red Bull Content Pool

Aber natürlich waren da auch die guten Seiten – wie den Locals weltklasse Wakeboarden zu zeigen. „Sie waren völlig überwältigt, denn sie haben so was noch nie zu Gesicht bekommen. Diese Leute leben ohne Fernsehen in den Bergen, ohne Mobiltelefone und ohne Internet. Sie kennen Pferde und Kühe – aber Jetskies und Wakeboarding? Nicht wirklich. Sie waren total geschockt. Aber sie genossen es auch!“

 

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