Wildwasserfahrt in Peru mit Aniol Serrasolses

Tiefe peruanische Schluchten und schnelles Wildwasser garantieren ein echtes Abenteuer.
Von Josh Sampiero

Peru ist für viele Dinge bekannt: das Weltkulturerbe Machu Picchu, die längsten Wellen der Welt in Pacasmayo, unerforschte Regenwälder und den Kletterspielplatz der Cordillera Blanca.

Für Kajakfahrer hält das Land aber noch mehr Schätze bereit: einige der tiefsten Schluchten und härtesten Flüsse der Welt.

Ich hatte in meinem Kajak noch nie solche Angst wie in Peru.

Aniol Serrasolses auf dem zweiten Wasserfall im oberen Sacsara Creek in der Nähe von Santa Teresa (Peru) am 12. Oktober 2013
Zweiter Wasserfall auf dem Sacsara Creek. © Eric Parker / Red Bull Content Pool

Im Oktober begaben sich Aniol Serrasolses und seine Freunde in den Dschungel. Ihr Ziel? „Auf den mystischen Flüssen der heiligen Inka-Gewässer zu paddeln“, so Serrasolses.

Um das zu tun, kämpften sie gegen Moskitos und Dschungelfieber, während sie ihre Kajaks in Schluchten mit gewaltigen, 130 Meter hohen Wänden steuerten.

Der Höhepunkt des Ausflugs war ein sechstägiger Trip auf dem Río Apurímac ohne jegliche Unterstützung von außen. Sämtlichen Proviant in den kleinen Wildwasserbooten zu transportieren, ist keine leichte Aufgabe.

„Wir haben unsere Kajaks mit Essen für sechs Tage beladen”, sagt Aniol. „Aufgrund des Gewichts war das Kajak also schwerer zu kontrollieren.“ Die Crew legte in nur sechs Tagen 250 Kilometer zurück, darunter auch gefährliche Wildwasserabschnitte.

Anniol Serrasolses auf dem Abismo Canyon, Rio Apurimac (Peru) am 5. Oktoeber 2013
Aniol Serrasolses in Action © Eric Parker / Red Bull Content Pool

Wie gefährlich? Lebensgefährlich? „In Peru gibt es nicht das spektakulärste Wildwasser oder die größten Wasserfälle”, so Aniol. “Trotzdem ist es sehr gefährlich. Es gibt viele Siphone und Unterspülungen – also große Löcher, die sich neben Felsen bilden. Wer dort steckenbleibt, kann leicht ertrinken.

Am Unheimlichsten ist allerdings die Abgeschiedenheit – wenn dir in einer der tiefen Schluchten etwas zustößt, bist du allein. Niemand wird kommen und dich retten. Ich hatte in meinem Kajak noch nie solche Angst wie in Peru.“

Anio Serrasolses lächelt nach einer anstrengenden Wanderung durch raues Gelände am Ro Huallaga in Peru am 28. Oktober 2013
Es macht zwar Spaß, aber gut schmeckt es nicht. © Eric Parker / Red Bull Content Pool

Trotz seiner sehr berechtigten Sorgen hatten Aniol und seine Crew aber durchaus Spaß – wie oben im Video zu sehen ist. Das dreiminütige Wildwasser-Vergnügen versetzt euch mitten in ein verwegenes Abenteuer, bei dem es nahezu unerforschte, südamerikanische Flüsse hinunter geht.

Aniol Serrasolses schmeißt sich in eine enorme Stromschnelle am Rio Huallaga in Peru am 28. Oktober 2013.
Man sieht das Wasser vor lauter Schaum kaum. © Eric Parker / Red Bull Content Pool

Wird Aniol das Risiko noch ein weiteres Mal eingehen? Hört sich so an. „Die Menschen in Peru sind die perfekte Mischung aus Bescheidenheit, Gastfreundschaft und Verbundenheit. Außerdem haben wir uns alle in das Essen und die Kultur verliebt.“

Und was das Paddeln betrifft? „Es ist eine der heiligsten, abgelegensten und krassesten Schluchten der Welt“, sagt er. „Das Wildwasser zählt zum schwierigsten, auf dem ich je gepaddelt bin, und bleibt von Menschen nahezu unberührt – tief verborgen im Inneren dieser Schluchten.“

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