Die besten Wingsuit-BASE-Jumps des Jahres 2013

Von den Alpen bis zum Everest – Leute in merkwürdigen Anzügen sah man 2013 überall in der Luft.
Valery Rozov springt von der Nordseite des Everest von 7.220m
Valery Rozov springt aus 7.220m Höhe © Thomas Senf/Red Bull Content Pool
Von Josh Sampiero

2013 war ein wundervolles Jahr für Wingsuit-Fans. Alle paar Monate erlebten wir, wie einer dieser Piloten einen weiteren spektakulären Stunt wagte. Unten erfährst du, welche BASE-Jumps aus 2013 es in unsere Top Fünf geschafft haben.

Der Sprung vom Zahn des Giganten
Anfang dieses Jahres wagten die Wingsuit-Piloten vom Team Squirrel Matt Gerdes, Roch Malnuit und Erwan Madoré als Allererste einen BASE-Jump mit einem neuartigen Wingsuit vom Dent de Gèant in den Alpen – und zeigten außerdem zwei weitere BASE-Jumps mit brandneuen Wingsuits mit ihrem Freund Pierre Fivel.

Matt’s Kommentar: „Der Aufstieg lief ziemlich reibungslos. Mit einem riesigen Seil schafften wir es über die glatteren Wandabschnitte bis zum 4.013 Meter hohen Gipfel. Von dort aus flogen wir mit unseren Wingsuits fast den ganzen Weg bis nach Chamonix.”

Alex Pollis ,Hole Shot'
Im vergangenen April hielt die Wingsuit-Gemeinde – und der Rest der Welt – den Atem an, als der italienisch-norwegische Pilot Alexander Polli durch eine schmale Öffnung in einer beeindruckenden Höhle in den Roca Roadada-Bergen im spanischen Monserrat flog. Diesen präzisen Hochgeschwindigkeits-Flug sahen sich seitdem über 10 Millionen Personen auf YouTube an.

Jeb Corliss' ,Fliegender Dolch'
Den amerikanischen Fallschirmspringer und Wingsuit-Piloten zog es bis nach China. Dort wagte er einen Trick, der als „Fliegender Dolch” in die Geschichte einging – dabei flog er zwischen den Wänden eines engen Canyons im Janglangshan-Gebirge hindurch.

Zu dem Sprung durch den Canyon, der 275 Meter hoch, 4,5 Meter breit und so lang wie drei Fußballfelder ist, wäre es beinahe nicht gekommen – bei schlechtem Wetter konnte er nicht so viele Übungssprünge wie geplant ausführen, und am für den Stunt vorgesehenen Tag waren die Windverhältnisse ungünstig. Doch die chinesischen Behörden hatten ihm eine Frist gesetzt, also nutzte Corliss eine kurze Windflaute und zog sein Ding durch. Anders als bei seinem unglücklich verlaufenen Proximity Flying-Unterfangen 2012, bei dem er sich Tafelberg in Kapstadt beide Beine brach, war dieser Sprung ein Erfolg.

Nachtflug der Soul Flyers
Lichter, Kliff und Action – nicht zum ersten Mal flogen Vincent Reffet und Fred Fugen, Mitglieder des Soul Flyers-Team, mit ihren Wingsuits nachts. Doch zum ersten Mal sprangen sie von einem Kliff statt aus einem Flugzeug. Außerdem hatten sie auch zum ersten Mal speziell angefertigte Lichter in ihren Suits installiert, die ihrem gewagten Sprung eine fantastische Anmutung verliehen.

Man würde vermuten, dass ein Nachtflug einen besonders hohen Risikofaktor hat, doch der Stunt war ziemlich sicher. „Wir kennen die Locations sehr gut – tagsüber haben wir trainiert, um genau vorzubereiten, was wir nachts tun würden. Man springt, man fliegt, man weiß, wo die Reißleine des Fallschirms zu ziehen ist, man weiß, wo man ist”, erklärt Fugen.

Valery Rozov springt vom Everest
In einer Everest-Saison, die durch eine Streitigkeit überschattet wurde, gab es einen Lichtblick: den Sprung vom höchsten Berg der Welt des russischen Wingsuit-Piloten Valery Rozov. Ein BASE-Jump direkt vom Gipfel war nicht möglich, doch Rozov befand sich dennoch in einer Höhe von 7.220 Metern, als er mit seinem Wingsuit abflog.

In einer solchen Höhe bestand die Gefahr, dass sich sein Wingsuit aufgrund des geringeren Luftdrucks nicht schnell genug aufblasen würde, um einen kurzen Fall und sicheren Flug bis zur Landezone zu erlauben – er hatte Glück, alles klappte. Nach der Landung wurde Rozov klar, was er geleistet hatte. „Erst bei meiner Rückkehr nach Hause machte ich mir bewusst, wie groß diese Herausforderung für mich körperlich und psychologisch gewesen ist“.

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