David Lamas „Cerro Torre“-Trailer veröffentlicht

Der Trailer für David Lamas sehnlich erwarteten „Cerro Torre: A Snowball’s Chance in Hell“ ist da.
Von Tarquin Cooper

Das Warten hat fast ein Ende. Fast zwei Jahre nach seiner wegweisenden Klettertour auf den 3.128 Meter hohen Cerro Torre, ein Meilenstein, der die Kletter-Community begeisterte, steht der neue Film über David Lamas Begehung kurz vor der Veröffentlichung. Den Trailer, oben, gibt es schon diese Woche zu sehen.

„Ich freue mich sehr auf die Premiere“, sagt Lama. „Seit fast fünf Jahren sprechen wir darüber und ich glaube, viele werden über das Ergebnis überrascht sein…“

Es geht um Entschlossenheit, Authentizität und darum, das zu verteidigen, an das man glaubt und das man erreichen will.

David Lama und Peter Ortner machten 2012 weltweit Schlagzeilen, als sie die Kompressor-Route am Cerro Torre, eine Route umgeben von Bergsteigermythen, zum ersten Mal im Freikletterstil bezwangen. Es war Lamas dritter Versuch einer Begehung.

David Lama und sein Partner klettern zum Col de la Patienca beim Versuch den Cerro Torre in Patagonia, Argentinien zu begehen.
Peter Ortner und David Lama wagen sich vor. © Corey Rich/Red Bull Content Pool

„Der Film 'Cerro Torre – a Snowball’s Chance in Hell' ist die Geschichte, die mehr als die typischen Fragen nach der Technik und der mentalen Fitness beantwortet. Es geht um Entschlossenheit, Authentizität und darum, das zu verteidigen, an das man glaubt und das man erreichen will“, sagt er.

Ich wusste, wenn er mein Gewicht nicht halten könnte, würde ich tief stürzen.

Das notorisch extreme Wetter von Patagonien und die Schwierigkeit der Kletterroute waren nicht die einzigen Hindernisse, die Lama überwinden musste. Er musste auch lernen, mit Kritik umzugehen, als er 2010 bei seinem ersten Versuch Bohrhaken installierte.

„Für mich lag der größte Erfolg darin, die Kontroverse zu verstehen und zu überwinden“, sagt Lama.

Und die Kompressor-Route ist von Kontroversen umgeben. Schon 1970 versuchte Cesare Maestre seine Kritiker zum Schweigen zu bringen, die seine Behauptung von einer Begehung 11 Jahre zuvor in Frage stellten. Ihren Namen verdankt die Route der gasbetriebenen Bohrmaschine, mit deren Hilfe Maestre hunderte von Bohrhaken am Berg befestigte. Seine Tat wurde von der Bergsteigergemeinschaft als Frevel kritisiert.

David Lama zieht vor dem Aufstieg zum Col de la Patienca bei der Begeheung vom Cerro Torre in Patagonien, Argentinien, die Steigeisen an.
David Lama zieht die Steigeisen an. © Franz Hinterbrantner/Red Bull Content Pool

Über 40 Jahre später ist es nur logisch, dass der junge David Lama – frisch aus der Sportkletterei, wo Bohrhaken nichts Ungewöhnliches sind – mit dem Platzieren der Haken ebenfalls für Aufruhr sorgte.

„Ich kam aus einer Welt voller Regeln und Vorschriften. Ich betrat die Welt des Bergsteigens – eine Welt, in der sich alles um deine Haltung gegenüber dem Berg dreht. 2009 hatte ich keinerlei Beziehung zu den Bergen“, gibt Lama heute zu.

Jemand mit weniger Charakter wäre wohl davongelaufen, doch Lama war fest entschlossen, als Erster die freie Begehung zu schaffen und kehrte 2011 sowie 2012 zurück. Im Januar 2012 nahmen die Dinge eine unerwartete Wendung, als zwei Kletterer die Bohrhaken von Maestre entfernten. Damit mussten Lama und Ortner den Berg im Freikletterstil bezwingen.

David Lama klettert an einer Felswand nahe des Cerro Torre in Patagonien, Argentinien.
David Lama an einer Felswand nahe des Cerro Torre. © Corey Rich/Red Bull Content Pool

Zum Glück ist das ganze Erlebnis für Lama nur mit positiven Erinnerungen verbunden. „Ich werde nie den Moment vergessen, als ich das erste Mal auf dem Gipfel stand. Mein Partner und ich waren über 24 Stunden lang geklettert. Es war 22 Uhr und ich stand dort im goldenen Licht, dem letzten Sonnenstrahl, der über die patagonischen Eisfelder schien und unter mir war nichts als Dunkelheit.“

Aber es gab auch angsteinflößende Momente. „Nur zehn Meter vor dem Gipfeleisfeld musste ich einen großen Eisblock betreten, bei dem ich mir nicht sicher war, ob er mein Gewicht aushalten würde. Ich wusste, wenn er mein Gewicht nicht halten könnte, würde ich tief auf die Ausrüstung stürzen und die Chance war groß, dass der Eisblock eines meiner zwei Seile durchschneiden würde.“

Die ganze Geschichte erfahrt ihr im Film, der bald erscheint und von dem Lama sagt, dass er nicht nur Kletter-Fans interessieren wird: „Es geht um Entschlossenheit, Authentizität und darum, das zu verteidigen, an das man glaubt und das man erreichen will.“

Der Film läuft ab 13. März in den deutschen Kinos. Weitere Termine werden bald bekanntgegeben. Und noch mehr Abenteuer findest du auf unserer Facebook-Seite.

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