Red Bull Storm Chase kommt nach Cornwall

Wer dachte, die Südwestküste Englands sei nur etwas für eingefleischte Briten, hat sich getäuscht.
An den Stränden wird es ungemütlich
An den Stränden wird es ungemütlich © Dave White/Getty Images
Von Josh Sampiero

Auf der ganzen Welt gibt es Strände und Surfspots, die berühmt sind für hohe Wellen und starke Stürme, darunter Bell’s Beach in Australien, Belharra im Baskenland und Teahupoo auf Tahiti. An diesem Wochenende geht es für die Windsurfer beim Red Bull Storm Chase allerdings nach Cornwall, England.

Jeder, der kein britischer Windsurfer ist, fragt sich jetzt vermutlich „Corn-wo?!“

Wellen und Klippen in der Nähe von Cornwall
Wellen und Klippen in der Nähe von Cornwall © John Gollop/Getty Images

Cornwall befindet sich an der Südwestküste Englands und wird vom vierten großen Sturm dieser sehr aktiven Atlantik-Saison das Meiste abkriegen. Erwartet werden die bislang größten Wellen. Der Sturm „Hercules“ brachte Anfang des Jahres alle 21 Sekunden Wellen von 8,50 Meter Höhe. Für dieses Ungeheuer sind alle 19 Sekunden Wellen von 10 Meter Höhe vorhergesagt. Übersetzung? Größer, fieser.

Die Athleten, die am Storm Chase teilnehmen, erwartet also ein abenteuerliches Wochenende. Für Nicht-Surfer: Bei dem Event handelt es sich um ein Last-Minute-Treffen der weltweit besten Windsurfer. Die Location wird erst wenige Tage vor dem Event bekannt gegeben und erst festgelegt, nachdem Meteorologen und Organisatoren herausgefunden haben, wo genau der Sturm auf die Küste trifft.

Cornwall ist vor allem für seinen kitschigen Charme und Cream Tea bekannt und deshalb eine überraschende Wahl. Bislang hatten die Storm-Chase-Teilnehmer und ihre Crews die Location eigentlich nicht auf ihrer Liste potentieller Ziele. Aber der Ortswechsel passt zum Wesen des Wettkampfs: Geh, wohin der Wind dich treibt!

Thomas Traversa beim RBSC #2 in Tasmanien
Thomas Traversa beim RBSC #2 in Tasmanien © Sebastian Marko/Red Bull Content Pool

Nachdem die Surfer bereits in Irland punkten konnten und einen Sturm bis nach Tasmanien verfolgt haben, findet an Großbritanniens südwestlichstem Zipfel nun das große Finale statt. „Wir erwarten einen der stärksten Stürme dieser Saison, mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 30 Meter pro Sekunde und über 10 Meter hohe Wellen mit einer Periode von 19-20 Sekunden“, so Klaas Voget. Der professionelle Windsurfer ist Direktor des Red Bull Storm Chase und war 2006 bei der ersten Ausgabe des Events selbst als Teilnehmer am Start.

„Von den Einheimischen habe ich gehört, dass sie einen der stärksten Stürme seit Jahren erwarten.” An der ansonsten eher beschaulichen Küste werden Bedingungen herrschen, die an einen Seekrieg erinnern.

Leon Jamaer beim RBSC #2 in Tasmanien
Leon Jamaer beim RBSC #2 in Tasmanien © Thorsten Indra / Red Bull Content Pool

Regierungsbehörden und Nachrichtendienste warnen die Küstenbewohner vor heftiger Brandung und starken Winden, die in einigen Landesteilen schon jetzt für ausgedehnte Überschwemmungen und zerstörte Küsten gesorgt haben.

Bei derart starkem Wind werden die erfahrenen Teilnehmer - Thomas Traversa aus Frankreich, Dany Bruch aus Spanien, Leon Jamaer aus Deutschland und Marcilio Browne aus Brasilien – ihr kleinstes Segel einsetzen, um die Kontrolle zu behalten. Obwohl er deutlich weniger auf die Waage bringt als die anderen Teilnehmer, hat Traversa die ersten zwei Storm-Chase-Locations dominiert.

Dany Bruch beim RBSC #2 in Tasmanien
Dany Bruch beim RBSC #2 in Tasmanien © Sebastian Marko/Red Bull Content Pool

Die längste Anreise und den größten Temperaturunterschied muss Marcilio Browne verkraften. Er kommt von Hawaii aus zum Wettkampf gegen seine europäischen Kollegen, was ein Nachteil sein könnte. Trotzdem ist er als amtierender Wave World Champion jemand, mit dem zu rechnen ist. „Ich werde mein Bestes geben“, kündigt er an. „Hoffentlich finden wir einen Spot, an dem ordentliche Wellenritte und krasse Sprünge möglich sind.“

Wellen in Cornwall
Wellen in Cornwall © Getty Images

Wo genau die Teilnehmer in Cornwall an den Start gehen, steht noch nicht fest. „Wir müssen die tatsächliche Wellenhöhe an dem Tag abwarten, aber ich denke, sie werden ziemlich hoch“, so Voget. „An manchen Spots könnten sie außer Kontrolle geraten. Zum Glück haben wir vor Ort eine auszeichnete Experten-Crew. Chef-Judge Duncan Coombs stammt aus der Gegend und unsere Wetterberater, die Mullen-Brüder, kennen sich dort ebenfalls aus. Wir werden also definitiv am bestmöglichen Spot landen.“

Egal, was passiert – wahnsinnige Windsurfing-Action ist an diesem Wochenende garantiert! Im Anschluss an den Wettkampf findet ihr hier Fotos und eine Video-Zusammenfassung.

Verfolgt den Event auf www.redbullstormchase.com. Mehr Adventure findet ihr auf unserer Facebook-Seite.

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