Video: Sturmsurfen im britischen Cornwall

Große Wellen, starke Winde und die weltbesten Windsurfer – das Rezept für Red Bull Storm Chase.
Von Josh Sampiero

Sie kamen, sie stürmten, sie eroberten.

Die meisten Events werden bei schlechtem Wetter abgesagt. Aber Storm Chase ist kein normaler Event. Er bekommt nur dann grünes Licht, wenn sicher ist, dass Wind und Wellen sagenhafter Ausmaße im Anmarsch sind.

Red Bull Storm Chase zieht nach Cornwall.
Leon Jamaer über der Lip. © Sebastian Marko/Red Bull Content Pool

Diese Ausgabe von Storm Chase hatte sich die bisher ehrgeizigsten Ziele überhaupt gesetzt. Eine Gruppe von zehn Surfern, ausgewählt von Windsurfing-Fans aus aller Welt, hoffte, im Rahmen eines Windsurfwettbewerbs, den es in dieser Form noch nie gab, drei Mega-Stürme rund um die Welt zu verfolgen. Reaktionsfähigkeit, darauf kam es an – diese Surfer, wie auch die Mitarbeiter des Storm Chase Events, würden weniger als 48 Stunden haben, um den Sturm einzuholen, und das oft vom anderen Ende der Welt.

Red Bull Storm Chase zieht nach Cornwall.
Leon Jamaer, kurz bevor er sich ins Wasser wagt. © Sebastian Marko/Red Bull Content Pool

Doch dieses Mal kam der Sturm (meistens) zu ihnen. Nach einer Wartezeit von über 14 Monaten kam es zum endgültigen Showdown beim Red Bull Storm Chase, als der größte Swell der Saison auf den Südwesten Englands zurollte. Der Surf-Treffpunkt vor Cornwall war für den französischen Surfer Thomas Traversa sowie die Deutschen Germans Dany Bruch und Leon Jamaer nur einen Katzensprung entfernt. (Der vierte Finalist, der Brasilianer Marcilio ,Brawsinho’ Browne, flog aus Hawaii ein.)

Red Bull Storm Chase zieht nach Cornwall.
Marcilio ,Brawsinho’ Browne nimmt Anlauf... © Sebastian Marko/Red Bull Content Pool

Cornwall ist zwar den Surfbegeisterten an der Südküste Großbritanniens gut bekannt, aber ein Weltklasse-Surfspot ist es kaum – mit Ausnahme der wenigen Male im Jahr, wenn ein atlantischer Megasturm 10 Meter hohe Wellen direkt in Richtung der normalerweise freundlichen Strände schickt. „Dieser Sturm war groß”, sagt Thomas Traversa, Gesamtsieger des Storm Chase.

Ich surfte die ganze Zeit über am Limit! Am Samstagmorgen benutzte ich mein kleinstes Segel und mein kleinstes Board!

Die Action ging am Strand mit dem schönen Namen Gwithian los, als die Segler schon Schwierigkeiten hatten, mit ihrer Ausrüstung gegen die mehr als 50 Knoten starken Winde ins Wasser zu laufen. Traversa setzte daher auf eine andere Strategie – er wartete auf eine Flaute der stürmischen Brise. „Man musste sich absolut auf die jeweiligen Bedingungen einstellen – wir warteten tatsächlich auf eine Windflaute, um einen kontrollierten Sprung zu machen, anstatt einfach nur Kopf und Kragen zu riskieren.” Trotz der selbst auferlegten Geduld gab es viele Patzer – und kaputte Ausrüstung.

Red Bull Storm Chase zieht nach Cornwall.
Thomas Traversa - Red Bull Storm Chase-Champion. © Sebastian Marko/Red Bull Content Pool

„Jedem Teilnehmer ging irgendetwas kaputt“, so Traversa. „Mir zerbrach ein Board. Allen anderen zerbrachen die Masten. Der Swell war einfach so mächtig, da musste so was passieren.”

Trotz der Herausforderungen gab ihnen die einmalige Art der Veranstaltung die Chance, wirklich zu zeigen, was sie draufhaben. „Es waren keine kurzen Heats wie im Profi-Wettbewerb“, erklärt Traversa. „Unsere Heats dauerten 20 Minuten – wir hatten genug Zeit, um die richtige Welle zu finden, aber es war nicht zu lang, so dass man nicht völlig erschöpft aus dem Wasser kam.“ Insgesamt war er von der Qualität der Wellen überrascht, die Cornwall auf den Tisch zauberte.„Die ganz großen waren so was wie eine Einbahnstraße, doch es gab genug Wellen, die wir reiten konnten – eine große Bowl mit einer Lip, die man wirklich bewältigen konnte.”

Red Bull Storm Chase zieht nach Cornwall.
Thomas Traversa - Höhenflug in Cornwall. © Sebastian Marko/Red Bull Content Pool

Insgesamt war es die Show des Jahres. „Dieser Winter war einer der extremsten aller Zeiten in Großbritannien. Es war fantastisch, das RBSC für unseren bisher größten Sturm willkommen zu heißen”, sagt Amy Carter, Herausgeberin des britischen Windsurf-Magazins BOARDS und Redakteurin der Boardseeker-Webseite. „Die Bedingungen waren genauso extrem, wie wir gehofft hatten, und es war unglaublich zu sehen, wie die Surfer die Elemente bezwangen.“ Nicht nur das außergewöhnliche Talent der Segler, der gesamte Event war beeindruckend; die Crew, die Rider, die Tausende Fans, die zum Zuschauen kamen – alle zusammen haben dies zu einem wirklich unvergesslichen Event gemacht“.

Das waren die größten Wellen, die ich beim Storm Chase jemals gesehen habe.

An den zwei Wettbewerbstagen an den Stränden Gwithian und The Bluff beeindruckten alle vier Teilnehmer mit ihren Wahnsinnsleistungen – doch das eigentliche Schauspiel bot der Sturm selbst. Traversa sagte noch einen Tag nach dem Event immer wieder einen Satz: „Das waren die größten Wellen, die ich beim Storm Chase jemals gesehen habe“.

Demnächst bringen wir euch eine Zusammenfassung aller drei Stopps des Red Bull Storm Chase – nicht verpassen! In der Zwischenzeit solltet ihr auf jeden Fall bei Red Bull Adventure auf Facebook reinschauen.

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