Alles über den Amazonas-Sprung von Orlando Duque

Orlando Duques Amazonas-Sprung war nicht nur ein Sprung in den Fluss. Hier ist die ganze Geschichte!
Von Evan David

Orlando Duque ist zum Amazonas gereist, um im wahrsten Sinne des Wortes ins Unbekannte abzutauchen.

Während Bergsteiger auf dem Mount Everest ihre Richtung kennen, mussten Duque und seine Freunde im Dschungelgebiet zunächst mal einen Baum finden, von dem aus sie ihre an diesem Ort noch nie dagewesene Kunst ausüben konnten.

Gefragt waren hohe Bäume und tiefes Wasser. Letzteres hieß, dass sie den Amazonas während der Regenzeit erforschen mussten – was nicht leicht ist. Es bedeutet Moskitos, Morast und überall Nässe. Trocken zu bleiben, ist ein ständiger Kampf.
 

Ihre Suche führte sie zu vielen Bäumen, bevor endlich die perfekte Location auftauchte: ein 35 Meter hoher Kapokbaum, der die braune Suppe des Amazonas überragte. Zudem erfuhren sie einiges über das Leben der Einheimischen. „Die Einheimischen pflegen einen einfacheren Lebensstil. Ihr gesamtes Leben findet am Flussufer oder in Flussnähe statt. Wenn das Wasser steigt, leben sie damit, und wenn es fällt, ebenfalls.“

Orlando Duque während des Red Bull Amazon Diving am Amazonas, Brasilien am 12.3.2014
Zehen nach oben © Camilo Rozo/Red Bull Content Pool

Für die Kletterer war es keine leichte Aufgabe, den Baum vorzubereiten: Beim Bau einer geeigneten Sprungplattform wurden sie konstant von Ameisen und Wespen belästigt.

Orlando und sein Sprungpartner Eber Pava mussten sich mit dem Unbekannten auseinandersetzen. Die Höhe des Baumes war für die erfahrenen Klippenspringer kein Problem – stattdessen aber das trübe Wasser, in dem sowohl bekannte als auch unbekannte Gefahren lauern. Selbst kleine Stöcke können zu ernsthaften Verletzungen führen, und Krokodile können noch viel Schlimmeres anrichten.

Orlando Duque klettert auf einen Baum während des Red Bull Amazon Diving am Amazonas, Kolumbien am 15.3.2014
Leiter in die Bäume © Fabio Piva/Red Bull Content Pool

„Normalerweise entspanne ich mich, sobald ich im Wasser bin. Im Amazonas gibt es allerdings Piranhas und schwarze Aale – man will so schnell wie möglich wieder aus dem Wasser raus!“

Trotz der Gefahr machten Orlando und Eber einen Sprung nach dem anderen. Damit präsentierten sie ihr einzigartiges Talent in einer einzigartigen Umgebung. In diesem Fall ging es nicht um die Höhe des Sprungs, sondern um den Schauplatz.

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