März-Wahnsinn: 100 Höhenkilometer auf Skiern

100 Höhenkilometer in 31 Tagen? Kein Problem für die Ski-Bergsteiger-Maschine Greg Hill.
Greg Hill beim Wandern auf einen Gipfel.
Den Ausblick muss man sich verdienen. © Suunto/Bruno Long
Von Tarquin Cooper

Er wollte herausfinden, wo die Grenzen seines Körpers liegen. Im März bekam Ski-Bergsteiger Greg Hill die Antwort – 700 km, 100.162 Höhenmeter – zehnmal so hoch wie der Mt. Everest. Wenn es darum geht, Höhenmeter zu sammeln, ist Greg Hill ein Berg von einem Mann. (Unsere Infografik fasst seine Leistung in Zahlen zusammen).

Ein Fuß vor den anderen, Baby.
Hill verbracht viele einsame Stunden © Suunto/Bruno Long

Damit niemand denkt, Mr. Hill wäre auf den gepflegten und bewachten Pisten eines Ski-Resorts unterwegs gewesen, möchten wir eines klarstellen: Er befand sich so tief in der Wildnis Kanadas, dass er kaum zweimal am selben Ort war. Und dieses Abenteuer war nicht nur eine körperliche Herausforderung, sondern auch eine Angelegenheit, die unglaubliche mentale Stärke erforderte – Hill plante jede Route mit dem Wissen um die hohe Lawinengefahr.

Früh im Auto, früh auf dem Berg © Suunto/Bruno Long

Er nahm 5 Kilogramm ab und bestieg zehn Gipfel. „Ich hatte mir eine große Aufgabe vorgenommen“, sagt der 38-Jährige, der sich nun daheim in Revelstoke, British Columbia, erholt. „Es war härter als alles, was ich bisher getan habe. Ich musste mich zwingen, weiter zu wandern und nicht aufzugeben, aber ich wusste immer, dass ich mit tollen Abfahrten belohnt werden würde.“

Jeden Tag war Greg 10 Stunden unterwegs, in denen er zwischen 3.000 und 4.000 Höhenmeter kletternd und skifahrend zurücklegte. Während einiger dieser Aufstiege verfluchte er sich selbst. „An vielen Tagen war ich wütend auf mich selbst, weil ich mich auf dieses Abenteuer begeben hatte.“

Greg Hill beim Wandern.
Zumindest gibt's was Schönes zu sehen! © Suunto/Bruno Long

An manchen warmen Tagen waren seine Felle so mit Schnee beladen, dass sie fast 20 Kilogramm wogen, doch meistens entschädigten die Abfahrten für die Schmerzen – und davon gab es viele. „Es war der tollste Powder-Monat aller Zeiten! Einfach irre. Das Skifahren hat zu 97 Prozent einfach nur unglaublich viel Spaß gemacht.“

Greg hill pow-pow-pow-pew-pew-pew
Viel Powder, viele Turns © Suunto/Bruno Long

Insgesamt fuhr Greg auf seinen Skiern 117 verschiedene Lines. „Meistens waren es fantastische Couloirs und Faces. Es war ziemlich unglaublich. Ich liebe die Herausforderung des Aufstiegs, doch die Belohnung der Abfahrt ist der Grund, warum ich das überhaupt tue.“

Doch die unglaublichen Powder-Bedingungen brachten ein hohes Lawinenrisiko mit sich – und eine brenzlige Situation für Greg: Er setzte eine Lawine der Kategorie 3 in Gang, die über die Piste rollte, die er gerade hinauf gewandert war.

Greg Hill wandert in British Columbia
Auf und los! © Suunto/Bruno Long

„Wir haben Lawinen erlebt, die zu den größten der letzten 30 Jahre zählen. Massen wälzten sich den Berg hinunter. Die meiste Zeit war es angsteinflößend“, sagt er. „Es war so gefährlich, dass du dein ganzes Wissen anwenden musstest, um auf der sicheren Seite zu sein.“

Doch Greg fürchtet seit kurzem noch etwas anderes – Treppen. „Mein Körper hat zwar die Strapazen überstanden, aber Treppen sind jetzt eine wirkliche Anstrengung“, sagt er. Doch da Greg eine Strecke zurückgelegt hat, die der Distanz bis zum Weltall und zurück entspricht, ist es verzeihlich, dass seine Beine etwas müde sind. Aber eines ist dennoch sicher: Greg hat noch viel vor.

Gregs Routen, tägliche Klettertouren, Entfernungen und andere Statistiken kannst du auf Suunto.com nachlesen.

Mehr Abenteuer findest du auf unserer Facebook-Seite.

Greg Hill feiert, nachdem er in einem Monat 100 Vertikalkilometer hinter sich brachte.
So sieht wohl wahre Freude aus. © Suunto/Bruno Long
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