Race Across America: Das härteste Rennen der Welt?

Ihr denkt, die Tour de France sei hart? Dann lernt dieses Radrennen quer durch die USA kennen.
Gerhard Gulewicz trainiert auf dem Rad für das Race Across America 2013.
In der Wüste herrschen bis zu 50º C © Gerhard Gulewicz
Von Josh Sampiero

Man kann auf vielerlei Arten quer durch Amerika rasen – der berüchtigte (und höchst illegale) „Cannonball Run“ beispielsweise ist ein Non-Stop-Rennen von New York zur Santa Monica Pier in Kalifornien. Die körperlich anstrengendste Art ist jedoch ohne Zweifel diejenige, an die sich der österreichische Mountainbiker Gerhard Gulewicz wagt – und zwar schon zum neunten Mal!

Gerhard Gulewicz durchquert beim Race Across America die Wüste.
Race Across America, 2013 © Peter Maurer

Erzähl uns was vom Race Across America!
Es ist eines der härtesten Rennen der Welt. Die Strecke führt über 4.828 km vom südkalifornischen Oceanside bis nach New York City. Es gibt vierköpfige Teams, achtköpfige Teams, und Einzelfahrer wie mich selbst. Insgesamt sind über 400 Teilnehmer am Start.

Wie hast du das Rennen entdeckt?
Im Anschluss an meinem Sieg bei der 24h-MTB-Weltmeisterschaft habe ich nach längeren Rennen gesucht – und das Race Across America entdeckt. 2006 habe ich erstmals teilgenommen, und danach jedes Jahr wieder.

Gerhard Gulewicz posiert vor dem Start des Rennens für ein Foto.
Gerhard Gulewicz vor seinem Begleitauto © Peter Maurer

Was ist das Besondere an dem Event?
Wie bei anderen großen Radrennen gibt es flache Abschnitte, Hügel und Gebirgsketten. Aber anders als zum Beispiel bei der Tour de France gibt es keine Etappen oder täglichen Abschnitte – es ist einfach ein Rennen.

Keine Etappen? Man fährt einfach drauflos?
Ich trete etwa 40 Stunden lang in die Pedale, bevor ich die erste Pause mache. Danach schlafe ich eine Stunde, fahre 24 Stunden, schlafe eine Stunde, fahre 24 Stunden… Insgesamt schlafe ich etwa sieben Stunden.

Sieben Stunden?!
Ja. Ich habe ein Begleitauto dabei, das immer hinter mir bleiben muss. Im Auto sitzen ein Navigator, ein Arzt und ein Helfer. Sie versorgen mich mit Essen und Getränken. Für Langstreckenrennen habe ich eine spezielle Energienahrung entwickelt – Elektrolyte und Kohlenhydrate – durch die ich pro Stunde etwa 800 Kalorien aufnehme. Zudem trinke ich in den heißen Abschnitten ungefähr einen Liter Wasser pro Stunde.

Gerhard Gulewicz kämpft gegen die Hitze © Gerhard Gulewicz

Wie lautet dein Tagesziel?
Mein Ziel ist es, innerhalb von 24 Stunden durchschnittlich 600 km zurückzulegen. In den ersten 24 Stunden ist man schneller unterwegs als in den letzten 24 Stunden! Das Rennen wird jedes Jahr schneller.

Und dein Endziel?
Ich würde gerne gewinnen. Ich habe mein Training deutlich umgestellt, um schneller zu werden. Ich habe eine Menge Körpergewicht verloren – im Vergleich zum letzten Jahr über 10 kg. Inzwischen wiege ich nur noch 63 kg. Auch hinsichtlich der technischen Dinge habe ich vieles verändert. Meine bislang besten Ergebnisse waren zweimal Platz zwei und zweimal Platz drei.

Gerhard Gulewicz und sein Team posieren vor dem Start des Rennens für ein Foto.
Gerhard Gulewicz und sein Support-Team © Peter Maurer

Die größte Herausforderung?
Auf 4.800 km kann alles passieren, deshalb spielt das Wetter eine entscheidende Rolle. Die Temperaturen variieren stark– von Minusgraden in den Bergen bis hin zu potentiellen 50 °C in den Wüsten – aber darauf sind wir vorbereitet. Es macht jedoch einen gewaltigen Unterschied, ob man sieben Tage lang Gegenwind oder sieben Tage lang Rückenwind hat. Es kann auch passieren, dass man einem Gewitter oder sogar einem Tornado entkommen muss.

Keine weiteren Fragen. Viel Glück!
Hauptsache, man erreicht das Ziel! Wer schnell ist, kann es aufs Podium schaffen. Wenn alles perfekt läuft, werde ich schnell sein!

Das Rennen begann am Dienstag, 10. Juni. Informiert euch hier über den Verlauf des Rennens oder folgt Gerhard auf Facebook.

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