Freitauchen mit den größten Raubtieren der Ozeane

Bilder zum Genießen: Freitaucher begegnen den elegantesten Lebewesen dieses Planeten.
Freitauchen neben Eisbergen...
Freitauchen neben Eisbergen... © Alex Voyer
Von Tarquin Cooper

Die französischen Freitaucher Alex Roubaud und Alex Voyer tauchen leidenschaftlich gerne an den entlegensten Orten der Welt, um die unglaubliche Unterwasserwelt festzuhalten – von Haien über Rochen bis zu hin zu Seeleoparden. Das Duo aus Paris ist der Meinung, dass sie mit den Meereslebewesen am besten in Kontakt treten können, wenn sie die Luft anhalten.

„Als Freitaucher sehen wir die Welt anders als ein traditioneller Sporttaucher“, so Alex Voyer.

Scrollt weiter, um seine unglaubliche Welt zu entdecken.

Porträt vor dem kalten Wasser der Antarktis
Ein Relikt aus der Walfang-Ära der Antarktis © Alex Voyer

„Freitauchen ist die wahrscheinlich umweltfreundlichste und diskreteste Art, sich einem Tier zu nähern – das Wasser ist seine Lebenswelt. Durch diese Herangehensweise erhalten klassische Unterwasser-Fotos eine andere Perspektive“, erklärt Alex.

„Ohne Tauchgerät auf dem Rücken können wir uns im Wasser zudem viel freier bewegen. Wir können zwar nicht so tief tauchen, dafür aber schneller und in alle drei Richtungen. Zudem können wir deutlich länger im Wasser bleiben – ein Tauchgang kann drei bis vier Stunden dauern.“

Marianne Aventurier taucht vor den Azoren mit einem Blauhaie
Begegnung mit einem Blauhai in den Azoren © Alex Voyer

In ihrer Heimatstadt Paris sind die Möglichkeiten zum Freitauchen stark eingeschränkt. „Wenn wir ein bisschen Zeit haben, packen wir nach Rücksprache mit unserem Bankier unsere Koffer und fahren irgendwo hin, wo es ein bisschen Wasser gibt.“

Obwohl die hier veröffentlichten Fotos an Orten wie der Antarktis oder den Azoren entstanden sind, halten sich die beiden häufig näher an ihrem Zuhause auf, z. B. an der Küste der Bretagne.

„Unsere Küsten sind wunderschön, aber wir versuchen, auf der ganzen Welt Meerestieren zu begegnen, die uns faszinieren!“

Flossenschwimmen vor Malpelo
Mit Flossen unter den Wellen des Pazifik... © Alex Voyer

Freitaucher schätzen an ihrer Sportart u. a. die Tatsache, dass sie so unkompliziert ist. Man benötigt lediglich einen Neoprenanzug, eine Maske und Flossen. Die Fähigkeit, die Luft anzuhalten, ist ebenfalls nützlich.

Freitauchen mit einem javanesischen Rochen...
Freitauchen mit einem javanesischen Rochen... © Alex Voyer

Im letzten Jahr unternahm das Duo einen Ausflug in die Antarktis, aber sie mögen auch wärmere Gewässer, z. B. das Meer vor den Malediven oder den Azoren. Dort gibt es Sonne und Meerestiere im Überfluss. Und bestimmt auch sonst noch so einiges…

Marianne Aventurier taucht mit einem Walhai
Begegnung mit einem Walhai © Alex Voyer

Ein Höhepunkt war für die Jungs ohne Frage das Tauchen mit Walhaien, den größten Fischen der Welt. Auf dem Bild oben sieht man, wie Marianne Aventurier vor den Azoren unter einer der majestätischen Kreaturen hindurchschwimmt.

Alex sagt: „Es war ein unvergesslicher Moment, ganz klar!“

Alex Voyer taucht neben einem Makrelenschwarm.
Tauchen in einem Makrelenschwarm © Alex Voyer

Vor der kolumbianischen Insel Malpelo wurde Alex Voyer in diesem Jahr von einem Makrelenschwarm hypnotisiert.

Die kleine, unbewohnte Insel liegt etwa 500km vor der kolumbianischen Küste im östlichen Pazifik. Sie ist knapp über einen Kilometer lang und 600 Meter breit. Im Prinzip handelt es sich um einen kargen Felsen mit drei Gipfeln, von denen der höchste 300 Meter über den Meeresspiegel hinausragt.

Marianne Aventurier taucht mit einem Walhai und Makrelen.
Marianne Aventurier taucht mit einem Walhai © Alex Voyer

Menschen sind ausgezeichnet fürs Freitauchen geeignet. Der sogenannte „Tauchreflex“ setzt ein, wenn beim Eintauchen ins Wasser unser Herzschlag verlangsamt wird. So wird der Sauerstoffverbrauch reduziert, und wir können für längere Zeit den Atem anhalten.

Ein weiterer Reflex, der beim Tauchen einsetzt, ist die „Vasokonstriktion“. Dabei verringert sich die Durchblutung von Extremitäten wie Händen und Füßen, um lebenswichtige Organe zu schützen.

Professionelle Freitaucher können drei bis vier Minuten unter Wasser bleiben, Freizeit-Tauchgänge sind meist jedoch kürzer.

Freitauchen mit einer Monoflosse im klaren Wasser des Ozeans
Der Umgang mit einer Monoflosse will gelernt sein © Alex Voyer

Freitauchen wirkt entspannt und faszinierend, birgt aber durchaus Risiken. Auf den letzten 10 Metern eines Tauchgangs, wenn der Druckunterschied am größten ist, sind Blackouts keine Seltenheit. Dabei werden die Taucher dann buchstäblich ohnmächtig.

Ist man allein, kann das fatale Folgen haben. Aus diesem Grund ziehen Freitaucher immer mit einem Partner los.

„Freitauchen ist keine gefährliche Aktivität, wenn man die grundlegenden Sicherheitsregeln befolgt – und gemeinsam mit einem Kumpel zu tauchen, ist die erste und wichtigste Regel“, so Alex. „Wir raten jedem, der Freitauchen mal ausprobieren möchte, sich an kompetente Ausbilder zu wenden und niemals alleine zu tauchen!“

Schiffswrack vor den Malediven in 20 Metern Tiefe
Schiffswrack vor den Malediven in 20 Metern Tiefe © Alex Voyer

Die Malediven sind für jeden Taucher ein Paradies. Die Inselkette bietet warmes Wasser und Meeresbewohner im Überfluss.

„Beim Fotografieren nutzen wir ausschließlich natürliches Licht und nur unsere eigene Atemluft“, sagt Alex. „Deshalb gibt es auch nicht so viele Farben. Aber genauso haben wir die Motive in dem Augenblick gesehen.“

Tauchen mit einem Seeleoparden im klaren und kalten Wasser der Antarktis
Versteckspiel mit einem Seeleoparden © Alex Voyer

Ein Highlight für die Jungs war der Ausflug in die Antarktis. Im kalten Wasser wurde ihnen einiges geboten, darunter die einmalige Chance, mit einem Seeleoparden Verstecken zu spielen. Um einen niedlichen Spielkameraden handelt es sich dabei allerdings nicht. Seeleoparden sind die größten Raubtiere der Antarktis und gelten als brutale Jäger.

Tauchen in einem Frischwasser-Reservoir im Innern eines Eisbergs
Das klare aber (sehr) kalte Wasser der Antarktis © Alex Voyer

„Es war mit Sicherheut der erste Freitaucher-Trip, der in der Antarktis organisiert wurde“, sagt Alex. „Wir haben vier Wochen auf einem 16 Meter langen Segelboot verbracht, um die vielen unterschiedlichen Tiere, die dort leben, zu beobachten.“

„Es war sehr beeindruckend, in Gewässern zu tauchen, die von hohen Bergen umgeben sind und fernab der menschlichen Zivilisation liegen!“

Freitauchen im kalten Wasser der Paradise Bay
Freitauchen in der Paradise Bay © Alex Voyer

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