Sieben Abenteuer, die mächtig Eindruck schinden

Ihr wollt eure Freunde beeindrucken? Mit einem der folgenden Abenteuer dürfte das gelingen.
Franco Attolini und Alex Alvarez erkunden das Aktun-Hu-Höhlensystem.
Erforschung des Aktun-Hu-Höhlensystems © Daniel Riordan Araujo
Von Will Gray

Früher konnte man seine Freunde beeindrucken und sich einen Platz in den Rekordbüchern sichern, wenn man den Mount Everest bezwungen oder auf Skiern den Südpol erreicht hat. Diese Zeiten sind vorbei. Wer heutzutage Eindruck schinden möchte, muss etwas Originelles schaffen – und es muss Hardcore sein. So wie eines der folgenden epischen Abenteuer. Vergesst nicht eure Reiseversicherung....

Überquerung des Baikalsees auf Schlittschuhen
Baikalsee: Malerisch, aber tödlich © Daniel Korzhonov

Der Baikalsee im Winter

Ort: Russland
Gefahren: Unterkühlung, Ermüdung , dünnes Eis
Schwierigkeitsgrad: 7

Im rauen sibirischen Winter verwandelt sich der größte See der Welt in eine 700 Kilometer lange Eiswildnis – und wird damit zum perfekten Schauplatz für ein Abenteuerrennen. Man sagt, der See sei „länger als England, kälter als Wodka und härter als Granit“. 2015 wollen The Adventurists dort ein Rennen veranstalten.

Matt Prior plant seine Teilnahme und sagt: „Ein noch verrückteres Abenteuer kann ich auf diesem Planeten derzeit nicht finden. Ein Motorrad aus dem Zweiten Weltkrieg, Sibirien, ein großer gefrorener See, keine Unterstützung, eine Premiere, große Gefahren für Gesundheit und Sicherheit – und all das für einen guten Zweck. Die Aktion ist nicht besonders vernünftig und kann leicht nach hinten losgehen. Klingt perfekt.“
www.theadventurists.com

Yvan Bourgnon und Sebastien Roubin mussten während ihres 60-stündigen Törns Windstärken von bis zu 90 km/h aushalten.
Kap Hoorn in einem Strandkat © Antoine Beysens

Kap Hoorn im Strandkat

Ort: Südamerika
Gefahren: Riesenwellen, starke Strömung und Eisberge
Schwierigkeitsgrad: 8

Die raue See an der Südspitze des chilenischen Tierra del Fuego gehört für Segler zu den größten Herausforderungen der Welt. Die starken Winde der Anden können ohne Vorwarnung für 30 Meter hohe Wellen sorgen. Ein Strandkat hat an einem solchen Ort nichts verloren – trotzdem haben Yvan Bourgnon und Sebastien Roubin das Kap in einem solchen Gefährt umrundet. Während ihres 60-stündigen Törns mussten sie Windstärken von bis zu 90 km/h aushalten.

„Es war das Härteste, was ich je gemacht habe“, sagt Bourgnon. „Für sowas muss man schon ein bisschen verrückt sein. Das Meer war unser Feind, und wir standen ständig kurz vor einer Katastrophe – trotzdem war es bemerkenswert.“

Seitdem hat Yvan ein noch größeres Kat-Abenteuer erlebt. Demnächst erfahrt ihr an dieser Stelle mehr.

Franco Attolini erforscht das Aktun-Hu-Höhlensystem.
Erforschung des Aktun-Hu-Höhlensystems © Daniel Riordan Araujo

Tauchen in den Höhlen von Quintana Roo

Ort: Mexiko
Gefahren: Desorientierung, Versagen der Ausrüstung, Ertrinken
Schwierigkeitsgrad: 8

Die drei längsten Unterwasser-Höhlensysteme der Welt liegen unter den Dschungelgebieten der Yucatán-Halbinsel. Das längste von ihnen - Sistema Ox Bel Ha – wurde 1998 entdeckt und bislang auf einer Länge von 256,9 km erforscht. Den „Heiligen Gral“ beherbergt jedoch Aktun-Hu – einen 60 Meter tiefen, schwarzen Abgrund namens Hoyo Negro, in dem sich die Überreste von Eiszeit-Mastodonten und Urzeitmenschen befinden.

Höhlenforscher Franco Attolini sagt: „Die schiere Größe der Hoyo-Negro-Höhle ist nur schwer zu fassen. Wenn man sie betritt, kann man den Boden nicht sehen. Alles was man vor sich hat, ist ein schwarzer Abgrund.“

Ein Auto fährt auf einem extrem steilen Dschungelpfad der Darién Gap.
Darién Gap: Der gefährlichste Dschungel der Welt © National Geographic/Getty Images

Das Überleben der Darién Gap

Ort: Südamerika
Gefahren: Desorientierung, Ertrinken, Jaguare und Entführungen
Schwierigkeitsgrad: 10

Man bezeichnet die Darién Gap als „die heftigsten 90 Kilometer der Welt“. Das Gebiet liegt zwischen Kolumbien und Panama - eine straßenlose Wildnis aus Dschungelgebirgen und Sümpfen. Die einzige Lücke in der Panamericana zwischen Kap Hoorn und Alaska wird von Guerilla-Kämpfern, Kidnappern und Drogenhändlern heimgesucht, und nur wenige Reisende haben sie jemals überwunden.

Robert Pelton wurde dort im Jahr 2003 entführt. Er sagt: „Die Darién Gap ist einer der weltweit letzten Ort, die man lieber meidet. Der Dschungel ist unberührt, beherbergt jedoch alle möglichen Gefahren.“

Für diese Aussicht lohnt sich die Mühe... © Roland Hunter

Der „härteste“ Trek der Welt

Ort: Himalaya
Gefahren: Höhenkrankheit und plötzliche Wetterumschwünge
Schwierigkeitsgrad: 6 (Punkteabzug, weil Tee serviert wird)

Die Grenzen von Bhutan sind so schwer zu überwinden, dass nur wenige „Außenstehende“ jemals den Snowman-Trek absolvieren können. Die 24-tägige Route führt durch 350 Kilometer unberührter Wildnis in der abgelegenen Lunana-Region und umfasst elf Pässe mit einer Höhe von mehr als 5000 Metern. Häufig macht Schnee die Strecke unpassierbar, und obwohl sie immer zugänglicher wird, kann sie nur jeder zweite Trek-Teilnehmer bezwingen.

Kevin Grange, der den Snowman-Trek schon dreimal absolviert hat, sagt: „Das Gefühl, die Zelttür zu öffnen und direkt vor sich ein Panorama unberührter Gipfel zu erblicken, ist unbezahlbar. Zudem wird einem auch noch heißer Tee serviert.“
www.themountaincompany.co.uk

Grönland-Umrundung mit dem Kite
Grönland per Kite © polarcircles.com

Grönland-Umrundung mit dem Kite

Ort: Arktis
Gefahren: Eisige Temperaturen, Gletscherspalten und Ermüdung
Schwierigkeitsgrad: 9

Die gigantische Eiskappe Grönlands zu überqueren, ist ein gewaltiges Polar-Abenteuer, das jedoch schon viele gewagt haben. Eine Umrundung der größten Insel der Welt ist hingegen ein völlig anderes Unterfangen, das bisher nur Dixie Dansercoer und Eric McNair-Landry gelang. Auf ihrer 56-tägigen Reise nutzten sie mit ihren Ski-Kites die arktischen Fallwinde, um über 4000 Kilometer zurückzulegen.

Dansercoer sagt: „Es gibt immer noch Dinge auf diesem Planeten, die sich als Pionierleistung beschreiben lassen, und diese Umrundung gehört dazu. Wir haben das Gefühl, eine Route bewältigt zu haben, die künftig zu den Klassikern zählen wird.“
www.polarcircles.com

Ryan Sandes beim Drakensberg Grand Traverse-Rekordversuch.
Sandes in Rekordzeit © Kelvin Trautman/Red Bull Content Pool

Die Drakensberg Grand Traverse

Ort: Südafrika
Gefahren: Steile Abhänge, keine Rückzugsmöglichkeiten, Schlangen
Schwierigkeitsgrad: 5

Der 220 Kilometer lange Trek entlang des Drakensberg-Kamms ist eine der besten mehrtägigen Wanderungen der Welt – auch wenn es alljährlich zu mehreren Todesfällen kommt. Die unbefestige Route verläuft zwischen dem Sentinel Car Park und Bushman’s Neck und umfasst einen Höhenunterschied von insgesamt 8197 Metern – fast die Höhe des Mount Everests. Meistens wird die Strecke erwandert, aber in diesem Jahr haben Ryan Sandes und Ryno Griesel sie im Laufschritt in 41 Stunden und 49 Minuten absolviert – Rekord!

Griesel war schon dreimal dabei und sagt: „Die Route ist Kult, weil sie so abgelegen ist. Wer von oben aus nach unten möchte, muss sechs bis zehn Stunden wandern.“

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