Slacklining im Winter: Sieben eisige Balanceakte

Du brauchst eine zusätzliche Herausforderung? Wie wäre es mit vor Kälte gefühllosen Zehen?
Lukas Irmler auf dem Wilden Kaiser © Adidas
Von Josh Sampiero

Beim Highlining geht es vor allem ums Gefühl und das Feedback – darum, die winzigen Vibrationen und Schwingungen der Slackline mit den Füßen zu spüren und den Körper daran anzupassen. Also ist es klar, dass die Sache mit eiskalten Zehen und dicker Winterkleidung gar nicht so einfach ist. Wie fühlt sich das an? Lukas Irmler (Bild oben) verrät uns: „Man ist steif vor Kälte, man kann sich nicht richtig aufwärmen, also muss man sich einfach aufs Seil werfen und sich durchkämpfen!“

Die schneebedeckten Gipfel bieten eine atemberaubende Kulisse für Balanceakte in großer Höhe. Deshalb zeigen wir euch einige unserer besten Highline-Fotos, die in eisiger Winterlandschaft aufgenommen wurden.

 

Auf den Gipfeln des Kaiser

Lukas Irmler auf dem Wilden Kaiser © Emile Ducke

Distanz: 40m
Temperatur: Jacke mitbringen
Herausforderung: Den Spot erreichen – Gletscherspalten und gefährliches Terrain

Lukas Irmler erzählt: „Ich habe ein paar Highlines im Winter in der Gegend um Garmisch Partenkirchen und Rosenheim gemacht, aber der Wilde Kaiser war echt was Anderes. Selbst bei gutem Wetter im Sommer ist das Gelände schwierig. Am ersten Tag war unsere Mission: Einfach nur die Hütte erreichen. Und das war alles andere als einfach! Wir mussten uns durch hohen Schnee kämpfen, auf das Terrain achten und die gefährlichen Gletscherspalten im Auge behalten, bis wir unser Ziel erreicht hatten – und das Spannen des Seils und die Vorbereitungen waren extrem kompliziert und dauerten einen ganzen Tag.“

 

Balanceakt auf dem Loser

Sieger auf dem "Loser" - Slacklining in Österreich mit Mich Kemeter
Mich Kemeter © Harald Schober

Distanz: 30m
Temperatur: Österreichische Alpen mitten im Winter
Herausforderung: Einen Rekord aufstellen

Dieser Berg heißt vielleicht „Loser“, aber Kemeter ist hier definitiv ein Gewinner in dieser verzauberten Winterlandschaft im Süden Österreichs. Mich erzählt: „Damals war das der Rekord für die längste Highline in Europa!“ Und die Kälteste. Der BASE-Jumper, Kletterer und Slackliner ist ständig auf der Suche nach neuen Abenteuern – du kannst ihm auf seiner Facebook-Seite folgen.

 

Zwischen den Türmen

Ein perfekter Ort für einen Spaziergang © Michael Meisl

Distanz: 50m
Temperatur: Große Höhe, Frost und gefrorenes Gummi
Herausforderung: Der „Solo-Faktor“ – es waren keine anderen Slackliner vor Ort, Ashburn war ganz allein.

Hayley Ashburn meisterte den Balanceakt zwischen den Vajolet-Türmen nicht in einem Durchgang – aber er war trotzdem großartig. Schon der Weg dorthin war jede Menge Arbeit, und auf der Slackline warteten neue Herausforderungen.
Wie kalt es war? Hayley zog ihre Schuhe aus, um das Gummi der Sohlen an der Haut zu wärmen – das ist echt Hardcore!

 

Die Glocke läuten

Distanz: 45m
Temperatur: Österreichs höchster Berg, Eis auf der Slackline
Größte Herausforderung: Wind – jede Menge Wind

Mich Kemeters Highline zwischen den beiden Gipfeln des Großglockner setzte neue Maßstäbe für Kälte, Höhe und Wahnsinn – er wärmte sich die Füße mit einem Bunsenbrenner und kratzte jeden Morgen Schnee und Eis von der Slackline. Nicht zu vergessen: Es war extrem windig. Wie windig? Das siehst und hörst du in dem Video oben.

 

Ein unerschrockener Spaziergang

Das nennt man einen "Chilly Willy"
Kalt.... und echt verrückt! © Sébastien Montaz-Rosset

Distanz: Ca. 40m
Temperatur: Schwer zu sagen – einige Frauen finden dieses Foto vielleicht ziemlich heiß!
Herausforderung: In Unterwäsche vor der Kamera stehen und sein bestes Stück der Kälte aussetzen…

Der französische Regisseur Seb Montaz inszenierte dieses Highline-Foto in Chamonix für das Modelabel Paul Smith – und selbst wenn das Shooting nicht mitten im Winter stattfand, sind wir doch beeindruckt von Tancréde Melet und Antoine Moineville, die mitten in den Alpen in Unterhosen herumlaufen. Warm war es sicherlich nicht!
Das Besondere an dieser Line: Sie endete an einer Wand – sodass die Sportler umdrehen und zurücklaufen mussten.

 

In schwindelnden Höhen in Peru

Lukas Irmler auf der Slackline im Schnee
Im Schnee befestigte Slackline © Outdoor Peru

Distanz: 21m
Temperatur: Über 5.000 Metern ist es selten warm
Herausforderung: Die Höhe und das Erreichen des abgelegenen Spots

Lukas Irmler stellte auf den schneebedeckten Gipfeln Perus auch den Highline-Rekord für die größte Höhe auf: „Diese 21 Meter lange Line in einer Höhe von 5.222 Metern über dem Meeresspiegel war eine meiner absoluten Traum-Lines.“

 

Winter-Workout in Österreich

Lukas Irmler auf der Slackline im Schnee
Sonne, Schnee und Spaß mit Reini Kleindl © Reini Kleindl

Distanz: Unbekannt
Temperatur: Unter dem Gefrierpunkt – „sobald man still steht, friert der Körper ein“
Herausforderung: Die Verankerung an dem Überhang befestigen

Highliner Reini Kleindl trainiert im Winter in der Nähe seiner Heimatstadt Graz. Wo genau, bleibt sein Geheimnis. Was diesen Spot so einzigartig macht? Der Anker ist an einem Überhang befestigt, sodass am Ende noch ein Extra-Kick wartet.
„Sobald man still steht, friert der Körper ein“, sagt Kleindl. „Sobald man draußen auf der Slackline ist, fühlt man die kalte Luft und den eigenen warmen Atem im Gesicht. Wenn man dann aufsteht und ins Leere hinausläuft, wird der Körper wärmer und die Bewegungen werden weicher. Ein tolles Gefühl!“

Wenn du mehr Slackline- und andere Adventure-Storys erleben willst, folge uns auf Facebook!

read more about
Zur nächsten Story