Die sieben härtesten Winterrennen der Welt

Frostbeulen, Eislaufen und Masochismus: Willkommen in der Welt der Winterrennen.
Teilnehmer auf dem Weg zum Tete Blanche bei der Patrouille des Glacier in der Schweiz.
Nächtliches Langlaufen: Patrouille des Glacier © Juerg Kaufmann go4image.com
Von Katy Dartford

Für alle, die gern leiden, ist der Beginn des Winters eine ganz besondere Zeit. Eine gute Gelegenheit, um Körper, Geist und den Sinn für Humor herauszufordern: Über gefrorene Seen rennen und jeden Moment einbrechen können, gegen hurrikanartige Winde, Tiefsttemperaturen und Höhe kämpfen? Diese sieben Prüfungen bieten alles, was Masochisten brauchen!

Likeys 6693 Ultra

Geeignet für: Professionelle Masochisten

Distanz: 560 km
Wo: Yukon, Kanada
Risiken: Frost und Winde in Hurrikanstärke
Frostbeulen-Faktor: 10
Hier kannst du dich anmelden: www.6633ultra.com

Endlose gefrorene Ebenen, eisige Temperaturen und Hurrikanwinde – dieses Rennen hat die Teilnehmer schon dazu gebracht, auf allen Vieren zu kriechen. Der Name ist vom Längen- und Breitengrad abgeleitet, an der Stelle, wo das Rennen den Polarkreis überquert. Seit dem ersten Wettkampf im Jahr 2007 haben nur elf Teilnehmer die Strecke bewältigt – also ist die Bezeichnung als „härtester, kältester und windigster Extrem-Ultra-Marathon der Welt“ durchaus gerechtfertigt.

Das Rennen beginnt beim Eagle Plains-Hotel am Klondike Highway, führt über den Polarkreis zum arktischen Meer – und während der gesamten Strecke müssen die Läufer ihre gesamte Ausrüstung in einem Schlitten hinter sich herziehen.

Ein Teilnehmer beim Likeys 6693 Ultra-Marathon.
Jede Menge Zeit, um übers Leben nachzudenken. © Likeys 6693 Ultra

Patrouille des Glaciers

Geeignet für: Alle, die gern angeben

Distanz: 53 km
Wo: Schweizer Alpen
Risiken: Erschöpfung, schlechtes Wetter, Unterkühlung, Gletscherspalten
Frostbeulen-Faktor: 9
Hier kannst du dich anmelden: www.pdg.ch

Das „Patrouille des Glaciers“ ist ein legendäres Skirennen in den Schweizer Alpen, das ursprünglich dazu diente, die Ausrüstung der Schweizer Soldaten während des 2. Weltkriegs zu testen. In den 1980er Jahren wurde es wiederbelebt und ist nun ein (sehr begehrtes) klassisches Ausdauerrennen. Es startet in Zermatt, führt am Matterhorn vorbei und endet nach 53 Kilometern und 4.000 Höhenmetern in Verbier.

Teilnehmer bei der "Patrouille des Glaciers" in der Schweiz
Langläufer bei der Patrouille des Glaciers © frperraudin.ch

Der Baikal-Eismarathon

Geeignet für: Extrem-Marathonläufer

Distanz: 42 km
Wo: Sibirien
Risiken: Unterkühlung, _Stürze
Frostbeulen-Faktor: 8
Hier kannst du dich anmelden: www.baikal-marathon.com

Eisige Polarwinde und Tiefkühl-Temperaturen: Willkommen im russischen Sibirien, berühmt für seine feindliche Natur – und genau der richtige Ort für ein Rennen. Der Baikalsee ist der siebtgrößte See der Welt und enthält 20 % des Süßwassers der Erde. Man darf nur nicht reinfallen!

Ein Wodka zur Stärkung ist ein traditionelles Ritual, um die Geister des großen Sees zu beschwichtigen. Kann aber sein, dass der Gesundheitscoach dem Ausdauerläufer davon abrät…

Andrei Stadnik beim Baikalsee-Eismarathon
Der Mann ist Russe - ein ganz harter. © Louise Murray

Tough Guy

Geeignet für: Hindernis- und Schlammfetischisten

Distanz: 15km
Wo: Großbritannien
Risiken: Stromschläge, Eiswasser, Unterkühlung, enge Röhren, Feuer....
Frostbeulen-Faktor: 10
Hier kannst du dich anmelden: www.toughguy.co.uk

Marathon? Langweilig. Ironman? Zuviel Lycra. Spannender: ein Hindernislauf. Der „UK Tough Guy“ ist das Original, und eines des spannendsten Rennen, das es gibt. Insgesamt 200 Hindernisse, darunter Stacheldraht zum Drunterdurchkriechen, Betontunnel, brennende Torfhaufen zum Drüberspringen, Seile zum Balancieren, kalte Wassergräben und dazu eine Slalomstrecke bergauf, die die Beinmuskeln zum Glühen bringt.

Wenn es eine Strecke gibt, die dazu gemacht ist, deinen Mut und Lebenswillen zu schwächen, dann ist es diese. Und da das Rennen im Winter stattfindet, gibt es eisige Temperaturen noch dazu. 2009 gab es Frost und arktischen Wind – fast 600 Teilnehmer mussten wegen Unterkühlung behandelt werden. Die Läufer müssen vor der Teilnahme eine Verzichtserklärung, den sogenannten „Death Waiver“, unterzeichnen. Ja, wirklich…

Ein Teilnehmer kämpft sich durch die Tough Guy Challenge.
Harter Kerl? Eiswasser, Stromschläge, Schnee... © Chris Royle / Colorsport

Vasaloppet

Geeignet für: Klassische Langläufer

Distanz: 90 km
Wo: Schweden
Risiken: Versagen, Enttäuschung, Erschöpfung
Frostbeulen-Faktor: 6
Hier kannst du dich anmelden: www.vasaloppet.se

Das Vasoloppet ist das älteste und längste Langlauf-Skirennen der Welt, und eins der größten. Jedes Jahr sind 16.500 Teilnehmer dabei, die auf Skiern von Sälen nach Mora laufen und dabei Wälder, Hügel und gefrorene Seen überwinden – gestärkt durch das traditionelle Renntiergulasch, das den Läufern am Abend vorher serviert wird.
Das Rennen fand erstmals 1922 statt und wurde von der Flucht König Gustav Vasas 1520 vor dem dänischen König inspiriert. Wenn du es bewältigst, kannst du dich auch wie ein König fühlen. Aber die Zeitvorgaben sind gnadenlos, und wer zu langsam ist, wird eingesammelt.

Zahlreiche Teilnehmer legen die 90 km des Vasaloppet Langlauf-Rennens zurück.
Vasaloppet ist ein klassischer Langlauf-Rennen © Ulf Palm

The Last Desert

Geeignet für: Angehende Polarforscher

Distanz: 250km
Wo: Antarktis
Risiken: Unterkühlung, extreme Kälte, Gletscherspalten
Frostbeulen-Faktor: 9
Hier kannst du dich anmelden: www.4deserts.com

„The Last Desert“ ist ein 250-Kilometer-Rennen über sieben Etappen durch die Antarktis. In die Antarktis zu reisen ist nur was für knallharte Masochisten – auf diese warten Temperaturen von unter -40°C und ein erschöpfender, niemals endender Kampf ums Weitermachen – mental und körperlich.

The Last Desert - ein 250km-Lauf in der Antarktis © 4 Deserts Limited/www.4deserts.com

Kitzsteinhorn Extreme

Geeignet für: Alle, die gern bergauf rennen

Distanz: 17 km
Wo: Österreich
Risiken: Erschöpfung, Schmerzen am ganzen Körper
Frostbeulen-Faktor: 5
Hier kannst du dich anmelden: www.kitzsteinhorn-extreme.at

Wenn du deinen Körper gern an die absolute Grenze bringst, dann bist du bei diesem Rennen richtig. Das „Dynafit Kitzsteinhorn Extreme“ klingt wie ein ganz besonderer Scherz: Anstatt auf Skiern den Berg herunterzufahren, musst du da hoch – den ganzen Weg von Kaprun auf den 3.203 Meter hohen Kitzstein-Gipfel.

Ein Leidensspektakel über 2.500 Höhenmeter – und du spürst jeden einzelnen! Die Teilnehmer starten zu Fuß und laufen den Berg mit den Skiern auf dem Rücken hoch, bis sie die Schneegrenze erreichen. Dann schnallen sie für den Rest der Strecke die Skier an. Aber längst nicht alle gelangen zum Ziel…

Teilnehmer des Kitzsteinhorn Extreme 2014
Teilnehmer des Kitzsteinhorn Extreme © Skitourenwinter.at/Tom Bause

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