7 indigene Abenteurer & ihre imposanten Leistungen

Egal, was du getan hast, diese Jungs können es länger und besser.
Von Brooke Morton

Egal, wo wir leben und zu welchem Volk wir gehören – ob wohlhabender Westler oder mongolischer Bauer – es scheint, dass eins uns alle verbindet: die Liebe zu atemraubenden, aufregende Actionsportarten. Von Yak-Rennen bis zum Bungee-Jumping mit Lianen an den Füßen – seid bereit, diesen indigenen Athleten Respekt zu zollen. Doch nicht alles, geschieht aus Spaß an der Freude. Die Honigjäger von Indien klettern nicht nur für den Kick 150m Meter in die Höhe – Respekt haben sie dennoch verdient.

Tarahumara, Ultra-Läufer

Tarahumara Indianer laufen einen Schotter-Trail hinunter.
Tarahumara, Ultra-Läufer aus Mexiko © Getty Images/Aurora Creative

Wo: Sierra Madre, Mexiko
Gefahren:
Hitze, Erschöpfung, Klapperschlangen, Drogenbarone
Respekt-Faktor:
7
Interessanter Fakt:
Verewigt im Buch „Born to Run“

Einige Leute haben die Theorie entwickelt, es sei das Maisbier, das den mexikanischen Tarahumara die Kraft gibt, innerhalb von zwei Tagen 700 Kilometer zurückzulegen. Andere schreiben es ihrem natürlichen Laufstil ohne übermäßig gepolsterte Laufschuhe zu. In einer Kultur, in der Nike noch nicht Fuß gefasst hat, laufen diese Männer barfuß – oder manchmal mit Sandalen aus alten Autoreifen – über Steine und durch glühende Wüsten.

Trotz der Bedingungen, bei denen viele Freizeitläufer dankend abwinken würden, hält die Liebe zum Laufen diese Gemeinschaft in Bewegung.

Traditionelles Speerfischen

Ein Moken-Mann fischt mit einem traditionellen Bambus-Speer.
Moken-Mann bei der Fischjagd © LightRocket via Getty Images

Wo: Surin Islands, Thailand
Gefahren:
Schwimmbad-Blackout, Ertrinken
Respekt-Faktor:
9
Interessanter Fakt:
Sie tauchen ohne Schnorchel.

Das Volk der Moken in Thailand erlangte erstmals Medienaufmerksamkeit, als sie den Tsunami 2004 aufgrund der Wasserbedingungen, des Wetters und des Verhaltens der Tiere vorhersagten. Dank dieser Fähigkeiten konnten sie sich auf den Bergen in Sicherheit bringen. Sonst bleibt dieses nomadische Volk für gewöhnlich auf Meereslevel und taucht auf 20 Meter Tiefe, um Fische mit dem Speer zu jagen oder Seegurken und andere essbare Meeresbewohner zu sammeln.

Was daran so unglaublich ist? Sie verfügen nicht über eine Tauchausrüstung und tragen weder Flossen noch Taucherbrillen. Da ihr Überleben vom Meer abhängig ist, haben sie gelernt, ihre Pupillen so zu verkleinern, dass sie unter Wasser doppelt so gut sehen können wie Menschen aus dem Westen.

Honigjäger in Indien

Indische Nestjäger riskieren ihr Leben.
Süßer Nektar: was der Mensch für Honig tut © Eric Tourneret

Wo: Indien
Gefahren:
Bienenschwärme mit hunderten Bienen, 150m hohe Klippen
Respekt-Faktor:
10
Interessanter Fakt:
Die selbstgemachten Seile sind aus Dschungellianen gefertigt.

Das Volk der Alu Kurumbas von Tamil Nadu, dem Staat am südwestlichen Zipfel Indiens, geben der Bitte um Sicherheit eine ganz neue Bedeutung, wenn sie im Nilfiri Biosphere Nature Park 150 Meter hohe Klippen hinaufklettern. Ihr Ziel: der Honig der Riesenhonigbiene. Dafür ehren sie die Waldgöttin Magaliaman mit tagelangem Fasten und Reinigungsritualen.

Der Dorfpriester wählt den Zeitpunkt, der möglichst nah am Sonnenaufgang liegen sollte. Dann geht es los. Nur dicke, selbstgemachte Seile aus Lianen sichern die Kletterer, die sich hunderten Bienen gegenübersehen. Dass sie nicht dem Bienengift zum Opfer fallen, verdanken sie dem Rauch, der beim Verbrennen von Laub entsteht und die Bienen verwirrt – und dem Schutz ihrer Götter. Dennoch werden sie mehrfach gestochen.

Traditionelle Kajakfahrt in der Arktis

Ein Inuit in einem traditionellen Kajak.
Ein Inuit in einem traditionellen Kajak © LightRocket via Getty Images

Wo: Nordwesten Grönlands
Gefahren:
Unterkühlung, Ertrinken
Respekt-Faktor:
6
Interessanter Fakt:
Das Wort Kajak stammt aus der Sprache der Inuit.

Nur das Boot rettete die Kajakfahrer von Baffin Bay vor dem Tod. Diese 2000 Jahre alte Tradition in der Arktis entstand aus der Notwendigkeit, auch im Sommer Fleisch zu essen. Die Eisschmelze hinderte die Inuit an der Jagd nach Seelöwen, Walrossen und Walen, die zum Luftholen zwischen den Eisschollen auftauchten. Also bauten die Inuit Boote aus Walknochen und bedeckten sie mit der Haut der Seelöwen.

Heutzutage besteht die äußere Schicht der Boote aus Nylon. Doch die Technik ist noch immer nahezu identisch. Die Inuit entwickelten beispielsweise die "Eskimorolle", um dem Tod im 2 °C kalten Wasser zu entgehen. Das Gewicht der Tierhäute hätte zum sofortigen Ertrinken geführt. Mittlerweile sorgen Neoprenanzüge und Gore-Tex-Kleidung dafür, dass der Sport wärmer und sicherer ist. Kein Wunder also, dass er in den 80er-Jahren einen Aufschwung erfuhr – die Zeit, als die Hi-Tech-Ausrüstung auf den Markt kam.

Yak-Rennen, Asien

Yak-Rennen beim Gyantse Horse Racing Festival.
Hü! Yak-Rennen in Tibet © Getty Images/Lonely Planet Images

Wo: Nördliche Mongolei
Gefahren:
Trittverletzungen
Respekt-Faktor:
7
Interessanter Fakt:
In Nepal gibt es Yak-Burger.

In der Mongolei sind es die Yaks, die den Menschen ihr Leben ermöglichen: Aus ihrer Milch wird Käse hergestellt, ihr Fell wird zu Pelzen verarbeitet und ihr Dung dient als Brennstoff. Daher werden die Tiere jedes Jahr bei einem Festival geehrt. Im Juli veranstalten die nördlichen Provinzen, einschließlich Uvurkhangai, Yak-Rodeos, Melkwettkämpfe und sogar Yak-Schönheitswettbewerbe. Auch in Tibet werden Rennen ausgetragen.

Für die Männer zählen vor allem die Yak-Rennen zu den Highlights des Festivals. Da die Tiere jedoch nur über kurze Distanzen schnell laufen können, ist die Strecke auf 2.000 Meter begrenzt.

Bungee-Jumping der ersten Stunde

Landtauchen auf Pentecost Island, Vanuatu
Landtauchen auf Pentecost Island, Vanuatu © AFP/Getty Images

Wo: Pentecost Island, Vanuatu
Gefahren:
Tödlicher Sturz
Respekt-Faktor:
10
Interessanter Fakt:
Der bekannteste Tod geschah 1974 bei dem Versuch, die Queen zu beeindrucken. Die Lianen waren nicht in der richtigen Verfassung, der Springer brach sich das Rückgrat und starb an den Folgen der Verletzung.

Landtauchen ist in Pentecost Island in Vanuatu nur in den Monaten außerhalb der Regenzeit erlaubt, da die Lianen, die als Bungee-Seil fungieren, nur dann elastisch genug sind. Doch trotz dieser Vorsichtsmaßnahme ist dieser Sport von vielen verschiedenen Faktoren abhängig. Im Frühling werden per Handarbeit 30 Meter hohe Türme aus Holz und Lianen gebaut.

Die Lianen werden für jeden Mann – und Jugendlichen – abgemessen, denn im Gegensatz zum Bungee-Jumping wie wir es kennen, wo der Aufprall mit allen Mitteln verhindert wird, ist es beim Landtauchen das Ziel des Springers, den Boden mit der Stirn zu berühren. Das Ritual soll den Waldboden segnen – unabhängig davon, ob der Springer überlebt oder nicht.

Skifahren mit selbstgemachter Ausrüstung

Ein Mädchen fährt in Afghanistan eine Piste hinunter.
Spaß ohne fette Rocker © James Robertson Photography

Wo: Bamiyan, Afghanistan
Gefahren:
Kopfüber im Schnee zu landen
Respekt-Faktor:
9
Interessanter Fakt:
In dieser Gegend Afghanistans sind Touristen gern gesehen.

Dies ist weniger ein traditioneller Sport, sondern vielmehr etwas, das sich die Einheimischen von den Touristen abgeguckt haben. Skifahren sah nach einer spaßigen Freizeitaktivität aus und das wollten sie sich nicht entgehen lassen. Also bauten sich die Bewohner ihre eigenen Skier.

„Sie verwenden dafür Holzbretter, die sie irgendwo finden, und eine Kette oder sonstiges Metall, die sie um Gummistiefel schnüren“, erzählt Fotograf John Robertson. „Und sie können sogar Turns fahren.“ Mittlerweile kommen immer mehr Abenteurer in die Gegend und versuchen, die Einheimischen, mit moderner Ausrüstung zu versorgen und ihnen die Technik beizubringen.

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