Schnallt euch an für den Kilimanjaro BASE-Jump

Seht hier das komplette Video von BASE-Jumper Valery Rozov, der von Afrikas höchstem Berg springt.
Von Tarquin Cooper

Was Abenteuer in luftigen Höhen betrifft, gibt es nur wenige Athleten, die mehr drauf haben als der russische Extremsportler Valery Rozov. Als Meisterkletterer, Skydiver und Wingsuit-Flieger verschiebt er seit über zwei Jahrzehnten die Grenzen des Möglichen. Der 50-Jährige ist gerade von seinem ersten BASE-Jump vom Kilimanjaro in Afrika zurückgekehrt – das hat vor ihm noch keiner gewagt! Seine Absprungstelle mögen manche als „Herausforderung“ bezeichnen, aber lest selbst, warum dieser Sprung anders war als der vom Mount Everest und warum er es nicht erwarten kann, sich neuen Herausforderungen zu stellen…

Exklusiv: Rozovs BASE-Jump vom Kilimanjaro

Wie ist es gelaufen?
Es war wirklich schwierig für uns. Die Wand war nicht senkrecht und so haben wir einige Tage gebraucht, bis wir die passende Absprungstelle gefunden haben. Das war das größte Problem. Eine andere Herausforderung war das Wetter – da der Berg allein steht, sammeln sich Wolken an seinem Gipfel.

Was ist der Unterschied zwischen dem Kilimanjaro und dem Everest?
Es ist vollkommen anders! Unterschiedliche Kulturen, ein anderer Aufstieg, das Wetter. Einfach alles! Den Everest würde ich allgemein als schwieriger bezeichnen. Wir haben sehr lange gebraucht und aufgrund der Höhe war der Aufstieg körperlich anstrengender. Der Everest-Jump war ein Lebenstraum, auf den ich mich zwei Jahre lang vorbereitet habe. Nach der Landung war ich super happy.
 

Valery Rozov landet sicher nach seinem historischen Wingsuit-Flug vom Kilimandscharo
Rozov bei seiner Landung © Thomas Senf/Red Bull Content Pool

Der höchste Berg der Welt, der höchste Berg Afrikas, was kann es sonst noch geben?
Ich bin von Bergen auf vier Kontinenten gesprungen: vom Everest in Asien, vom Elbrus, dem höchsten Punkt in Europa, vom Ulvetanna in der Antarktis und nun vom Kilimanjaro in Afrika. Ja, ich nehme die Seven-Summits-Herausforderung an – die Berge in Amerika und Australien/ Ozeanien stehen noch auf meiner To-Do-Liste. Aber darüber spreche ich lieber, wenn ein Haken dran ist.

Wo holst du dir deine Kicks?
Ich war jahrelang ein professioneller Kletterer. Von hohen Bergen zu springen weckt meinen Ehrgeiz. Beim Bergsteigen ist es entscheidend, wer als erster den Gipfel erklimmt, und beim BASE-Jumping ist es das gleiche – der Erste zu sein ist der Antrieb für alle Anstrengungen. Die zwei Sportarten sind sich sehr ähnlich und eine gute Kombination: die Logistik, das Klettern und dann der Sprung. Ich liebe dieses Abenteuer!

Der Schatten des Kilimandscharo legt sich weit über die Landschaft
Bergschatten © Thomas Senf/Red Bull Content Pool

Was kommt als nächstes im BASE-Jump-Sport?
Neue Absprungstellen auf hohen Bergen zu finden wird einer der größten Trends der nächsten Jahre sein. Die Weiterentwicklung des Proximity Flying wird schwierig werden, weil es sehr gefährlich ist. Außerdem ist nichts Einzigartiges dabei, weil viele Jumper solche Sprünge machen können. Technisch gesehen ist nichts Schwieriges dabei - es kommt nur darauf an, welches Risiko man bereit ist einzugehen. Ich mag Proximity Flying, aber es macht für mich keinen Sinn, mich professionell damit zu beschäftigen.

Sequence shot of Valery Rozov making the first ever BASE jump and wingsuit flight from the slopes of Kilimanjaro, Africa's highest mountain.
Rozov fliegt vom Kilimandscharo © Thomas Senf/Red Bull Content Pool

Du bist jetzt 50. Wie lange möchtest du damit noch weitermachen?
Ich weiß es nicht. So lange, wie mein Interesse und meine Motivation noch reichen. Neulich habe ich eine neue Absprungstelle entdeckt, die höher liegt als bei meinem Everest-Sprung und das finde ich extrem aufregend. Solange ich körperlich in der Lage dazu bin und noch Lust darauf habe, mache ich weiter.

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