8 Klettersteige bei denen deine Knie weich werden

Du kannst sie lieben oder hassen, aber es gibt ein paar extrem coole Klettersteige da draußen.
Von Alison Mann

Du must kein Profi-Kletterer sein oder Unmengen an Ausrüstung besitzen, um auf einer Via Ferrata eine Menge Spaß zu haben – vorausgesetzt du bist schwindelfrei.

Für diejenigen, die sich gerade fragen, was genau eine Via Ferrata eigentlich ist, kommt hier die Erklärung von Kletter-Blogger Robin Van den Hende: “Eine Via Ferrata ist ein Klettersteig, auf dem man, ohne zeitraubendes Klettern mit Ausrüstung und Seil, auf hohe und abgelegene Berge und Klippen gelangen kann."

"Grundsätzlich besteht eine Via Ferrata aus einem Stahlseil, das in bestimmten Abständen am Felsen befestigt ist und an das man sich anschnallen kann – bei einem Absturz fängt dich das Seil und ein spezielles, zusätzliches Zwischenseil-System auf.

"Man teilt die Via Ferratas grob in zwei Gruppen ein – traditionelle oder Sportklettersteige."

Also, los gehts! Hier kommen die Lieblingsrouten unserer Experten:

Von Dorf zu Dorf

Klettersteig zwischen Mürren und Gimmelwald
Klettersteig zwischen Mürren und Gimmelwald © Robin Van den Hende

Wo: Schweiz
Länge: man braucht ungefähr 3 Stunden
Landschaftliche Schönheit: 8
Spaßfaktor: 8

Während der nervenaufreibenden Route von Mürren nach Gimmelwald steigt man den Berg hinunter, im Gegensatz zu den typischen Klettersteigen, die bergauf führen. Den Kletterern bieten sich während ihres Abstiegs spektakuläre Ausblicke auf die Berner Alpen. Über die Via Ferrata sagt Robin: „Was diese Route so besonders macht, ist die Art, wie sie gebaut wurde. Die natürlichen Hindernisse wurden mit einbezogen, was dir das Gefühl von Freiheit gibt und dich vor die Herausforderung stellt, jegliche Angst vor hohen Stürzen zu verlieren.“

Die fast unbekannte Route

Die vulkanische Via Ferrata La Guagua
Die vulkanische Via Ferrata La Guagua © Valerie Van den Hende

Wo: Spanien
Länge: 7500 Meter
Landschaftliche Schönheit: 8
Spaßfaktor: 9

Die Via Ferrata La Guagua befindet sich auf Gran Canaria – eine wunderschöne Route über vulkanisches Gestein, die außerhalb Spaniens noch kaum bekannt ist. Die Route ist eingebettet in den Naturpark Tamadaba und bietet eine unglaubliche Aussicht. Robin sagt:“Die Route ist wirklich eine Herausforderung, technisch anspruchsvoll, vielseitig und sehr lang. Es gibt eine Hängebrücke, eine Drahtseilleiter über einen Überhang und fantastische Gesteinsformationen. Beim Abstieg kann man außerdem ein paar heimische Ruinen bewundern. Diese Route ist gut für alle, die auf tropische Verhältnisse stehen, aber nicht die ganze Zeit am Strand liegen wollen, oder natürlich im Winter. Viele Touristen wissen gar nicht, dass es diesen Steig überhaupt gibt.“

Der technisch anspruchsvolle Aufstieg

Klettersteig am Roc de la Tovière
Der schwierige Klettersteig am Roc de la Tovière © Iris Kuerschner

Wo: Val d’Isère, Frankreich
Länge: je nach Route braucht man ungefähr 3 Stunden
Landschaftliche Schönheit: 8
Spaßfaktor:
10

Iris Kürschner, Autorin verschiedener Gebirgsreiseführer, einschließlich „Klettersteige Westalpen“, und Dieter Haas sind leidenschaftliche Kletterer von Via Ferratas und ihre Lieblingsroute ist die Via Ferrata am Roc de la Tovière. Die Route ist in drei Abschnitte eingeteilt: die Starterroute für Kinder und Anfänger, die „Junior“-Route, die ein wenig Kraft erfordert und die „Integrale, die nur für erfahrene Kletterer geeignet ist. Dieter sagtt: „Die Via Ferrata am Roc de la Tovière ist eine der schwierigsten Ferratas der Westalpen.“

Die “Schau-bloß-nicht-runter-Route"

Klettersteig am Roc du Vent
Nicht nach unten schauen: Klettersteig Roc du Vent © Iris Kuerschner

Wo: Savoie, Frankreich
Länge: Insgesamt braucht man ungefähr 4 Stunden
Landschaftliche Schönheit: 9
Spaßfaktor: 7

Die Via Ferrata am Roc du Vent überblickt den malerischen Lac de la Gittaz im französischen Savioe. Die Route ist wunderschön, aber man muss auf jeden Fall schwindelfrei sein. Wie Dieter sagt: „Du solltest keine Höhenangst haben, wenn du die lange Seilbrücke über dem tiefen Abgrund überquerst.“

Die sportliche Route

Via Ferrata Rocca Senghi
Klettersteig an der Rocca Senghi © Iris Kuerschner

Wo: Piemonte, Italien
Länge: man braucht ungefähr 3,5 Stunden
Landschaftliche Schönheit: 9
Spaßfaktor: 6

Von diesem Klettersteig in Italien hat man eine grandiose Sicht auf die umliegenden Berge. Er ist auch für weniger erfahrene Kletterer geeignet, und da er sich in zwei Teile gliedert, hat man die Chance auszusteigen, wenn man möchte . Dieter sagt über die Route: „Die Via Ferrata Rocca Senghi ist eine sportliche Direttissima durch teilweise überhängende Felsen im wilden und abgelegenen Valle Varaita di Bellino in Italien.“

Die einzigartige Location

Klettersteig Canyons de Lantosque
Tropische Kletterpartie in Frankreich © Iris Kuerschner

Wo: Alpes Maritimes, Frankreich
Länge: 950 Meter
Landschaftliche Schönheit: 9
Spaßfaktor: 8

Der Klettersteig „Canyons de Lantosque“ ist eine interessante Route im wunderschönen Tal der Vésubie in Frankreich. Sie gilt als gute Anfängerroute und ist in drei Teile gegliedert. Im zweiten Abschnitt überquert man unter anderem eine mit Moos und tropischen Farnen gefüllte Schlucht.

Der Hütten-Stopp

Klettersteig Bergsee
Der Klettersteig Bergsee © Iris Kuerschner

Wo: Urner Alpen, Schweiz
Länge: bis zur Hütte braucht man 6 Stunden
Landschaftliche Schönheit: 9
Spaßfaktor: 7

Der Bergsee-Klettersteig im Göschenen-Tal in der Schweiz ist bekannt für den Felsturm, der wie ein Krokodil aussieht, und er steht aufgrund seines alpinen Charmes auf Dieters Liste. Die Route beinhaltet eine 18 Meter lange Drahtseilbrücke, die 50 Meter über dem Grund hängt. Nach ein paar Adrenalin-Kicks auf der Via Ferrata ist man nach einem nur halbstündigen Fußweg für die wohlverdiente Pause wieder zurück bei der Bergsee-Hütte.

Die Höchste der Welt

Der höchste Klettersteig der Welt - Mount Kinabalu
Der höchste Klettersteig der Welt - Mount Kinabalu © chendongshan/Getty Images

Wo: Mount Kinabalu, Borneo
Länge: man braucht 4 – 6 Stunden
Landschaftliche Schönheit: 9
Spaßfaktor: 9

Diese Route ist die erste Via Ferrata in Asien und gleichzeitig mit einer Höhe von 3.776 Metern über dem Meeresspiegel die höchste der Welt. Es gibt zwei Möglichkeiten: eine gemütliche zwei- bis dreistündige Route, bei der die Besucher den unglaublichen Ausblick genießen können, ohne zu viel Energie beim Klettern zu verbrauchen und eine zweite Route, die etwas mehr Einsatz verlangt und bis auf den Gipfel führt. Für beide Routen gilt natürlich, dass man zuerst zum Startpunkt hinaufklettern muss.

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