Matterhorn, Nacht, Tee und Thermowäsche

Kunst trifft Leidenschaft und macht das Unmögliche möglich - ein Nacht-Fotoshooting am Matterhorn.
Kunst trifft Leidenschaft
Von Christian Kuenzli

Fotografie trifft Fliegen. Thomas trifft Chrigel. Im Vorfeld des diesjährigen Red Bull X-Alps, trafen sich die beiden Männer zur folgenden Idee: Ein rot-weiss-blaues X vor dem weltbekannten Matterhorn an den Himmel zu „zeichnen“. Chrigel trug einen speziellen LED-Anzug, damit man ihn in der Dunkelheit sehen konnte. Mit vollem Einsatz und Elan packten sie die fast unmögliche Aufgabe an.

Thomas Stöckli ist begeistert von Chrigel: „Ich habe ihn als super kompetenten Athleten und angenehmen Menschen erlebt.“ Trotz der eisigen Kälte beim Fotografieren (Aussage Thomas: „Es war saukalt“), schafften es die beiden, mit Funk, Skitöff und viel Harmonie das perfekte Bild zu shooten.

Wie ist es zu dieser Idee gekommen?
Red Bull hat mich angefragt, ob ich mir das vorstellen könnte, Chrigel Maurer in der Nacht ein X fliegen zu lassen vor dem Matterhorn. Ich machte schon einmal etwas ähnliches mit Elias Ambühl auf der Skipiste. Ebenfalls bei Nacht und mit LEDs.

Wie war das für dich mit Chrigel zusammen zu arbeiten?
Das war wirklich top. Er ist durch und durch ein Profi und hat mich machen lassen. Ich bin immer sehr vorsichtig mit Athleten, da ich sie eigentlich nie zu etwas überreden möchte. Gerade an so einem Shoot, mitten in der Nacht auf 2000 Meter über Meer, ist das umso wichtiger.

Was waren die grössten Schwierigkeiten beim Shoot mit Chrigel?
Dass es saukalt werden wird, wussten wir alle und haben uns dementsprechend vorbereitet. X Schichten Thermowäsche und heisser Tee waren sehr wichtig. Grundsätzlich ist solch eine Höhe und Kälte immer eine Herausforderung für technisches Equipment und dementsprechend musste ich vorsorgen. Sprich unzählige Akkus mitbringen, da Akkus bei grosser Kälte schneller verbraucht sind.
Ausserdem hatten wir nicht einmal 3 Stunden Zeit, um alles in den Kasten zu kriegen, da wir die letzte Gondel nach unten erwischen mussten. Wir haben um ca. 21.15 Uhr angefangen mit fotografieren und um Mitternacht habe ich meine Kamera ausgeschaltet.

Was hat dir speziell gut gefallen während und nach dem Shoot?
Zuerst dacht ich, dass Ganze wird enorm schwierig, bis unmöglich. Je länger ich mich damit auseinander gesetzt habe, sah ich langsam aber sicher, was ich wie machen musste. Ein Prozess, der immer wieder schön zu erleben ist.

Wie ist dein persönlicher Bezug zum Gleitschirmsport?
Bis jetzt noch sehr beschränkt. Aber was nicht ist, kann ja noch werden gell ;)

Ein Wort zu deinem Super-Bild: Dem X vor dem Matterhorn:
Es ist genau so geworden wie ich es mir vorgestellt hatte, will heissen, dass ich sehr happy bin! Ich habe am liebsten Sport bzw. Körperdynamik und Landschaften vor meiner Linse. Bei diesem Job konnte ich beides hervorragend kombinieren.

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