Rémi Bonnet: zehn Eiffeltürme in zwei Stunden

Neue Bestzeit beim Red Bull K3: Rémi Bonnet bricht den Rekord beim Lauf über 3.030 Höhenmeter.
Von Alison Mann

Könnt ihr euch vorstellen, den Eiffelturm in etwas mehr als zwei Stunden zehnmal hochzulaufen? Genau das hat der Schweizer Bergläufer und Skibergsteiger Rémi Bonnet geschafft, als er den italienischen Berg Rocciamelone während des Red Bull K3-Rennens erklommen hat.

Er brach dabei den Streckenrekord und erreichte den 3.538 Meter hohen Gipfel in 2 Stunden, 1 Minute und 57 Sekunden (der bisherige Rekord lag bei 2 Stunden, 6 Minuten und 30 Sekunden) – eine Distanz knapp unter 10 Kilometern bei einer Steigung von 35 Prozent. In anderen Worten: er legt pro Stunde 1.494 Höhenmeter zurück.

Bonnet ist ein neues Phänomen in der Skyrunning-Szene. Er ist gerade 20 Jahre alt und wurde bereits vor drei Jahren Junior-Weltmeister im Skibergsteigen. 1.000 Höhenmeter erklimmt er in nur 30 Minuten (sein Rekord liegt bei 30 Minuten und 44 Sekunden – der Weltrekord bei 29 Minuten und 42 Sekunden).

Beim Red Bull K3 schaffte er es, Weltklasse-Athleten wie Karl Egloff oder Marco Moletto zu überholen - sein Ziel für die nächsten Jahre ist es, noch schneller zu werden und für die gleiche Strecke weniger als zwei Stunden zu brauchen.

Schaut euch hier das Rennen zum 3.500 Meter hohen Gipfel an

Die erste Frage lautet: Wie fühlt man sich, wenn man das Red Bull K3 gewonnen hat?
Es war ein fantastisches Gefühl. Ich war schon am Anfang sehr schnell und konnte meine Pace halten, somit lief das Rennen sehr gut für mich. Als ich im zweiten Teil des Rennens auf meine Uhr schaute, sah ich, dass es möglich war, den Rekord zu brechen. Das hat mir die Motivation gegeben, noch einmal an Geschwindigkeit zuzulegen – und dann habe ich es geschafft, ganz einfach also!

Stimmt es, dass du erst ein paar Tage vorher beschlossen hast, am Rennen teilzunehmen?
Ja, genau. Ich sah das Video auf Facebook und es sah verdammt cool aus. Eigentlich hatte ich nicht geplant teilzunehmen, aber dann habe ich den Organisatoren eine e-mail geschickt und zwei Tage vor dem Rennen war es dann klar, dass ich teilnehmen werde.

Keiner sagt, dass es einfach ist, einen Berg hochzulaufen

Ein Teilnehmer des Red Bull K3 in Susa, Italien am 8. August 2015
So fühlt sich Schmerz an © Damiano Levati/Red Bull Content Pool

Das Rennen sieht nach Schmerzen aus...
Der zweite Teil des Rennens war der härteste, weil man nur Wiesen sieht und die Strecke so verdammt steil ist. Wenn dieser Teil geschafft ist, kann man schon das Ziel sehen und läuft durch einen wunderschönen Streckenabschnitt mit vielen Felsen und einer Menge Leute am Rand, die dich anfeuern.

Wie trainierst du für ein Rennen wie dieses?
Normalerweise trainiere ich für das Skibergsteigen, gehe Laufen und fahre Fahrrad. Ich folge keinem Trainingsplan als solchem, sondern trainiere je nach körperlicher Verfassung, und ich denke, dass genau das enorm wichtig ist.

Du bist außerdem ein sehr erfolgreicher Skibergsteiger. Hilft dir das bei Läufen wie diesem?
Ja, ich benutze die gleichen Muskelgruppen und denke, dass die Sportarten sich sehr ähneln. Das Training ist also eine perfekte Ergänzung.

Was ist das Coole daran, einen Berg hochzulaufen?
Ich bin sehr leicht und schaffe es deshalb, schnell in die Höhe zu laufen. Ich liebe das Vertical Running, es ist mein Lieblingssport!

Was steht als Nächstes an?
Ich bin beim The Rut Vertical K-Rennen in den USA dabei, das Teil der Skyrunner World Series ist. Danach werde ich am VK-Rennen in Limone teilnehmen. Nach diesen Rennen beginne ich dann auf einem Gletscher mein Training für das Skibergsteigen.
 

read more about
Zur nächsten Story