Dieser Typ lief 40 Tage um den Block!

Ashprihanal Aalto brach alle Rekorde: Beim härtesten Marathon der Welt lief er 4989 Kilometer!
Von Alison Mann

4989 Kilometer - das ist ungefähr die Strecke von New York nach San Francisco. Ziemlich weit, um sie auf dem Landweg zurückzulegen. Wahrscheinlich wäre es einigermaßen erträglich, schließlich passiert ja landschaftlich doch so einiges. Was aber nun, wenn man die gleiche Distanz auf 5649 Runden um den gleichen Block im New Yorker Stadtteil Queens zurücklegen müsste?

Andere rappen darüber, Ashprihanal Aalto läuft lieber drumherum, "den Block": 40 Tage jeweils 18 Stunden lang. Dann waren in genau 40 Tagen, 9 Stunden, 6 Minuten und 21 Sekunden die 4989 Kilometer geschafft - und ein neuer Rekord aufgestellt. Allerdings übertrifft sich Ashprihanal "nur" selber, schließlich ist er achtmaliger Sieger des sogenannten "Self-Transcendence 3100 Mile" - Rennens. Wir trafen Ashprihanal und fragten ihn, was ihn dazu treibt, immer wieder um den Block zu laufen.

Endlich im Ziel

Nach 4989 km und 40 Tagen ist Ashprihanal Aalto im Ziel und stellt einen neuen Rekord auf.
Ashprihanal Aalto im Ziel © srichinmoyultraphoto.com

Wie kommt man dazu solche extremen Strecken zu laufen?
Erstmal fing ich an weit zu gehen. Ich wanderte den Appalachian Trail und den Pacific Crest Trail, die sind 3500 km und 4286 km lang. Ich hörte dann von diesen mehrtägigen Rennen und fand das spannend, also machte ich mit. Es ist sehr meditativ und ein guter Weg neben deinem Körper vor allem auch deinen Geist zu trainieren.

Die ganzen Kilometer fordern ihren Tribut

Ashprihanal Aalto nach 40 Tagen und fast 5000 km: Das Rennen fordert seinen Tribut.
Das Rennen fordert seinen Tribut. © srichinmoyultraphoto.com

Du musst ja die Kilometer quasi sammeln, wenn du trainierst?
Ich laufe ehrlich gesagt gar nicht so viel im Training. Ich mache verschiedene Sachen: Einen Tag laufe ich 45 Minuten und gehe 10 km, sprinte ein bisschen und schwimme. Ich mache alle möglichen Sportarten und ich trage die Zeitung aus - das ist auch Training! Im Winter laufe ich weniger, da ist es in Finnland dunkel und kalt, dann fahre ich lieber Rad oder gehe ins Gym. Das Weiteste, was ich zum Training mal gelaufen bin, waren 40 km!

Einfach nur um den Block laufen

Ashprihanal Aalto lief 40 Tage lang fast 5000 km – immer um den gleichen Block in New York
Der lebende Kilometerzähler! © srichinmoyultraphoto.com

Ist es nicht langweilig, wenn man nur den gleichen Häuserblock sieht?
Ich mache das ja nun schon seit einigen Jahren und es ist Teil des Rennens. Wenn man morgens zur Arbeit geht, sieht man auch immer das Gleiche. Wenn man bei dem Rennen mitmacht, weiß man worauf man sich einlässt!

Rennen im Regen

Ashprihanal Aalto lief 40 Tage lang fast 5000 Kilometer  - auch im Regen.
Natürlich regnete es auch mal... © srichinmoyultraphoto.com

Was isst man, während man läuft?
Ich habe vor dem Rennen 2 kg abgenommen, also startete ich mit 58 kg. Im Rennen nahm ich nochmal zwei ab, dann war ich auf 56 kg, das war schon etwas wenig. Während dem Rennen isst man das, was einem gegeben wird. Es geht darum Kalorien schnell wieder aufzufüllen. Ich verputzte ziemlich viele Schokoriegel und trank Proteinshakes.

Wie viele Paar Turnschuhe hast du geschrottet?
Bei mir waren es acht! Weil man auf Asphalt läuft, ist die Ferse immer schnell durch. Ich habe ungefähr alle 800km neue Trainer gebraucht. Aber es gab auch Teilnehmer, bei denen es noch mehr waren.

Das Laufen ist eine einsame Sache

Ashprihanal Aalto auf seinem 4989 km-Lauf
Ashprihanal Aalto auf seinem 4989 km-Lauf © srichinmoyultraphoto.com

Was waren deine besten Zeiten?
Ich habe professionell mit dem Mehr-Tages-Rennen 1999 angefangen. Mein erstes 700-Meilen-Rennen war 1999 und mein erster Marathon 1995. Den Marathon schaffte ich in 2 Stunden 57 Minuten und beim 24 Stunden Rennen bin ich 214 km gelaufen. Also nicht wirklich spektakulär. Gut werde ich erst auf langen Strecken, ich glaube mein Körper erholt sich sehr schnell. Ich schaffe ca. 810 km in sechs Tagen und in zehn Tagen 1340 km.

Was hast du dir als Nächstes vorgenommen?
Mein neues Ziel sind die Gipfel in Alaska und Kanada. Letztes Jahr war ich auf dem Matterhorn und noch auf einigen anderen Bergen in Europa. Was ich sonst noch vor habe, weiß ich nicht, ich erhole mich ja noch gerade vom 3100er-Race. Das will ich auch auf jeden Fall wieder mitmachen, wenn auch vielleicht nicht nächstes Jahr. Für mich ist das hier das ultimative Rennen, wenn man es einmal geschafft hat, hat man keine Luft mehr kürzere Strecken zu laufen.

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