Diese 6 Traveller Typen kennt jeder von uns

In der Gruppe zu Reisen macht mehr Spaß als alleine – welche Traveller Typen sind deine Freunde?
Alle Sechs auf einen Blick. © Brittney Bodner/Waxd
Von Felix Kozubek

Der Draufgänger

© Brittney Bodner/Waxd

Jeder kennt ihn, jeder bewundert ihn und insgeheim wären wir alle gerne ein bisschen wie er. Er ist unkompliziert und wagemutig. Kein Weg ist ihm zu weit, kein Bett zu hart. Zur Not schläft er ohnehin auf dem Boden oder in einer selbst gebastelten Hängematte. Am Ende des Trips erzählt er die spannendsten Geschichten, denn er hat sich getraut. Er war ganz oben und hat das Selfie am Gipfel gemacht, obwohl Wind und Eis es verhindern wollten.

Er ist mit dem Kanu über den Amazonas gefahren und hat bei den Eingeborenen im Dschungel den Tee probiert. Selbst in Nepal ist er mit dem klapprigen Bus mitgefahren und wurde mit dem unvergesslichsten Sonnenaufgang belohnt. Er ist spontan und oft alleine unterwegs. Was er gar nicht leiden kann, auf andere warten oder sich deren Gesumse anhören. Wer Abenteuer erleben will, tut dies eben nicht im Vier-Sterne Hotel oder unter der warmen Dusche. Wer was erleben will, muss raus und sich dem Leben stellen.


Der zielstrebige Planer

© Brittney Bodner/Waxd

Er ist schon vor der Abfahrt nervös und muss noch drei Mal aufs Klo. Er hat sämtliche Zugtickets, für jede einzelne Fahrt, schon ausgedruckt und fein säuberlich in seiner Reisemappe sortiert. Die Unterlagen fürs Hotel hat er stets griffbereit in seiner Umhängetasche, wie die Eintrittskarten für die Sehenswürdigkeiten. Die Unterkunft ist strategisch gewählt und liegt gleichermaßen zentral, als auch möglichst nahe an einer Bus- oder U-Bahn-Station. Er hat jedem Mitreisenden eine Woche vor Urlaubsbeginn eine Mail geschickt, in der jeder einzelne Tag des Städtetrips beschrieben ist.

Er weiß genau, wo es die beste Pizza gibt, wo das Ausgehviertel ist und welches Öffi-Ticket am günstigsten ist. Er liebt Städtereisen und nutzt gerne Reisegruppen, so entgeht ihm nämlich keine Info und er hat immer einen Ortskundigen dabei. Seinen Pass trägt er stets bei sich. Dessen Kopie, sowie die Reiseapotheke hat er im Koffer untergebracht. Denn eines ist sicher. Nur eine gut geplante Reise, ist eine gute Reise. Und wer stets vorbereitet ist, für den gibt es keine bösen Überraschungen.


Der In-den-Tag-Leber

© Brittney Bodner/Waxd

Es gibt Reisegruppen, die sind an ihm zerbrochen, andere haben dank ihm die schönste Zeit ihres Lebens verbracht. Der In-den-Tag-Leber ist die Wundertüte unter den Reisetypen. Ein Tag beginnt bei ihm mit einem Frühstück und sicher nicht mit einem Plan. Pläne empfindet er als einengend und sinnlos. Urlaub ist für ihn ein Lebensgefühl. Er möchte Land und Leute intensiv erleben und sich dabei auf keinen Fall stressen lassen.

Wenn er über die Promenade bummelt, interessiert er sich für die kleinen Dinge. Die süßen und schrägen Geschäfte haben es ihm ebenso angetan, wie das tolle Kaffee am Hauptplatz und die Parkbank mit dem Blick auf den Hafen. Er liebt es Leute zu beobachten und sich Geschichten für sie auszudenken. Reisen dauern bei ihm meist länger, wobei er es auch mehrere Tage an einem Ort aushält. Dank seines Reisetempos findet er die verborgenen Plätze und erfährt die besonderen Momente. Er lernt auf jeder Reise jemanden kennen und verliebt sich auch schon mal unsterblich. Doch so ist das Leben eben. Voller Überraschungen. Man weiß nie, was der nächste Tag für einen bereit hält.


Der Chaotische

© Brittney Bodner/Waxd

Das Zugticket war ganz bestimmt in der Tasche und die Zahnbürste war eigentlich auch eingepackt. Wann wollten wir uns nochmal treffen? Mist, vor zehn Minuten. Der Chaotische hat es nicht leicht. Und seine Gruppe auch nicht. Auch wenn er sich noch so bemüht und sich ganz fest vornimmt, beim nächsten Mal aufmerksamer und besser strukturiert zu sein, es will einfach nicht gelingen.

Er steht vor verschlossenen Museen, die laut seinen flüchtigen Recherchen eigentlich gar keinen Ruhetag haben dürften. Er steht an U-Bahn-Endstationen, obwohl das Hotel nur zwei Stationen vom Treffpunkt entfernt liegt. Er steht vor dem Zollbeamten und sucht verzweifelt nach seinem Pass. Trotz seiner Schusseligkeit und Unachtsamkeit ist er aber lange nicht an jeder Situation selbst schuld. Manchmal hat er auch einfach nur Pech. Wer mit ihm im Zug fährt, kann sich sicher sein, kontrolliert zu werden und den Anschlusszug zu verpassen. Wer mit ihm im Hotelzimmer schläft, kann sich sicher sein, dass das Personal an der Rezeption die Buchung verlegt hat. Manche sind es ein Leben lang, andere zwischendurch. Und auch wenn sie uns oft zur Weißglut bringen, irgendwie lieben wir unsere kleinen Chaoten. Sie meinen es ja nicht so.


Der Anspruchsvolle

© Brittney Bodner/Waxd

Was soll das heißen, es gibt kein frisches Rührei zum Frühstück? Der Tag ist schon zum vergessen. Und so etwas nach dieser Nacht, in der das Schnarchen der Zimmernachbarn einem dem verdienten Schlaf geraubt hat. Der Anspruchsvolle findet selbst in den schönsten und scheinbar perfektesten Momenten noch etwas zu kritisieren. Er liegt einem dauernd im Ohr und recht machen kann es ihm sowieso keiner.

Eine Fahrt mit dem öffentlichen Bus kommt für ihn genau so wenig in Frage, wie das Übernachten in einem einfachen Hostel. Zumindest in der Nacht darf man doch mit ein wenig Komfort rechnen? Die 200 Stufen auf den Aussichtsturm sind ihm ebenso zu viel, wie der 30-minütige Aufstieg zum buddhistischen Kloster. Hotels die auf der Bewertungswebsite unter 9,1 liegen, kommen ihm per se skeptisch vor und Restaurants ohne Stoffservietten sowieso. Wer mit ihm reist, kann sich sicher sein, in den besten Häusern abzusteigen und zu Speisen wie ein König. Ebenso sicher sind aber auch ein überzogenes Reisebudget und lange Diskussionen. Aber was kostet schon die Welt? Im Urlaub ist das Beste eben gerade gut genug.


Die Türöffnerin

© Brittney Bodner/Waxd

Es sind ihr strahlendes Lächeln und ihre freundliche Art, die jede Türe öffnen. Wer mit ihr reist, hat es leicht. Selbst wenn man irgendwo im nirgendwo, auf einem verlassenen Autobahnparkplatz strandet, für sie hält jemand an und nimmt einen mit in die nächste Stadt. Gestresste Hoteldirektoren und Rezeptionisten werden zu den freundlichsten Menschen und fragen ob es das Zimmer mit Meerblick sein darf, selbstverständlich zum gleichen Preis.

Bei angesagten Konzerten bekommt man mit ihr immer die besten Plätze und oftmals sogar einen Drink spendiert. Wartezeiten verkürzen sich generell um die Hälfte, wenn man mit ihr ansteht und Taxifahrer werden zu den besten Freunden. Sie weiß was sie kann und will. Auch wenn sie bei der Wahl des Hotels manchmal kritisch sein kann, lohnt es sich auf sie Rücksicht zu nehmen. Wer eine solche Wunderwaffe dabei hat, sollte sich gut um sie kümmern und schon einmal nachgeben, wenn sie etwas wünscht. Denn man darf nie vergessen. Es gibt oft nur eine Person, die das scheinbar Unmögliche, möglich macht. Und die sollte im Idealfall glücklich sein und strahlen.

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