Blitz und Donner und ein Skysurfer

Nervenkitzel: Red Bull Air Force-Athlet Sean MacCormac durchfliegt auf seinem Board Gewitterwolken.
Von Michelle Hurni / Astrid Heinz

Wenn dunkle Wolken aufziehen, dann ist für Skysurfer normalerweise Feierabend. Normalerweise. Einer ist aber verrückt genug, bei einem Gewitter aus dem Flugzeug zu springen: Sean MacCormac.

Der Red Bull Air Force-Athlet ist in Florida mit 260 km/h durch Gewitterwolken gerast – begleitet von Blitz und Donner. Wir erwähnen das jetzt nur zur Sicherheit: Die Action ist nicht zur Nachahmung empfohlen. Warum? Schau selbst:

Begonnen hat das Abenteuer in den später 90ern: Ein alter Pilot aus dem Vietnamkrieg setzte den damals jungen Sean MacCormac in einem Gewitter aus und für lange Zeit sollte es das wildeste und verrückteste Abenteuer bleiben, das er je erlebt hat.

In den folgenden Jahren spannte sich der Bogen seiner Karriere von den X Games bis zu Hollywood-Stunts, von Trainings für das US-Militär bis zu innovativen Projekten mit der Red Bull Air Force. 25 Jahre hat Sean MacCormac auf die Gelegenheit gewartet, dieses Abenteuer zu wiederholen: „Das ist eine einzigartige Erfahrung, weil sich so eine Chance nur ganz selten bietet.“

In Gesprächen mit anderen Red Bull Air Force-Athleten war der Gewitter-Sprung immer wieder Thema und Seans Wunsch, dieses Abenteuer zu wiederholen, wurde größer. Mit der Sicherheit einer mehr als 25-jährigen Karriere in der Luft beschloss er schließlich, es noch einmal zu wagen. Allerdings hatte er es nicht so schwierig in Erinnerung, ein passendes Gewitter zu erwischen.

„Ich bin nicht so der Lotterie-Typ“, sagt Sean. „Mein Vater ist Ire und für ihn ist Lottospielen sowas wie eine Pensionsvorsorge. So zu denken ist mir zum Beispiel zu riskant. Und auch vom Blitz getroffen zu werden, halte ich für Zufall. Die Wahrscheinlichkeit ist geringer, als die Angst, die man davor hat.“
 

Du springst im vollen Bewusstsein, dass du dich jetzt in ein Minenfeld begibst, wo jederzeit etwas hochgehen kann.


Sean hat in seiner Karriere mehr als 20.000 Sprünge absolviert und ist hunderte Male durch Wolken gesprungen. Doch in ein Gewitter zu springen, ist etwas ganz anderes. Unterstützung holte er sich deshalb von einem Cessna-Piloten, Jon DeVore, einem Red Bull Air Force-Piloten, und dem Wetterdienst UMBIMET.

Sean MacCormac hat sich dem Gewitter gestellt © Robert Snow / Red Bull Content Pool

„Ich habe so viele unglaubliche Erfahrungen gemacht und jetzt kann ich das alles toppen. Warum also nicht? Ich möchte nicht sagen, dass wir damit die Regeln brechen, aber wir begeben uns mit diesem Sprung schon an unseren Grenzen.“

Dass es gewagt ist, durch elektrisch aufgeladene Wolken zu fliegen, gibt Sean zu: „Wenn man sich die Fotos anschaut, dann sieht man die Anspannung schon in meinen Augen. Es war kein fröhliches Herumtollen, sondern ein verrücktes Abenteuer. Im Grunde war aber fast alles dem Zufall überlassen.“

„Du handelst gegen alles, was dir die alle anderen sagen. Und deshalb war es genau das Richtige“, so Sean. „Ich habe einfach versucht ruhig zu bleiben und mich auf meine Erfahrung zu verlassen. Es ist so ein einzigartiges Erlebnis, dass du jede einzelne Sekunde festhalten möchtest. Die Farben und die Lichtspiele um dich herum sind einfach unglaublich. Wenn du einen Blitz siehst und rundherum plötzlich alles hell wird. Da fühlst du dich plötzlich wie auf dem Mars oder irgendeinem anderen Ort deiner Phantasie.“

Eintritt in die Wolken © Craig O'Brien / Red Bull Content Pool
Es gibt kein Zurück mehr © Craig O'Brien / Red Bull Content Pool

Und was lernt man aus grenzwertigen Abenteuern, wie diesem? „Mutter Natur ist ein Biest und du hast keine Beziehung mit ihr. Man ist höchstens ein Beobachter.“

Dinge die unmöglich erscheinen, sind möglich. Jeder hat das Potenzial die verrücktesten Dinge zu tun und das Leben zu einer wilden Reise zu machen.

 

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