So vielfältig ist Street Art in Zürich

Von winzig klein bis riesen Gross. So vielfältig ist die Street Art in der Stadt Zürich.
Von Fabian Baumann

Street Art hat unzählige Facetten. Das sehen wir immer wieder aufs Neue. Neben verschiedenen Spielarten der Strassenkunst – von Klebern über Poster bis zu Graffiti – unterscheiden sich die Werke aber auch in ihrer Grösse.

Beginnen wir im Kleinen. Wer auch immer die «Kleinen Krieger» in Zürich aussetzt, muss Freude an winzigen Details haben. Für das Finden der Miniatur-Sticker braucht es etwas Spürsinn oder aber einfach Glück. Die zwei schon etwas mitgenommenen Kleberkämpfer bewachen jetzt mein Velo. Auf dass sich kein Langfinger daran vergreift.

gesehen an der Zweierstrasse

Rasch könnte man auch das kleine Weichtier übersehen, das unschuldig über das Warnschild kriecht. Zum Glück zieht der von «Yeäh» geschickt platzierte Schecken-Sticker keine Schleimspur hinter sich her. Nicht zu denken, wenn jemand darauf ausrutscht und auf die Leitungen fällt...

gesehen beim Bahnhof Wiedikon

Während die kleine Schnecke kaum auffällt, hebt sich dieses Pasteup von «Yeäh» deutlicher von seiner Umgebung ab. Zu unserem Glück ist der Rollladen nur halb heruntergezogen. Sonst hätten wir das Weichtier womöglich gar nicht erst entdeckt.

gesehen an der Zurlindenstrasse

Ein Sprichwort sagt, dass man vor lauter Bäumen den Wald nicht sieht. Oder in diesem Fall: vor lauter Stickern übersieht man den einzelnen Aufkleber. Genau hinschauen lohnt sich aber. Auf dieser Combo sind grad mehrere Meisterwerke und illustre Namen der Stickerart vereint. Wir kommen beim Zählen auf mindestens neun verschiedene Street Art Künstler, die zur Combo einen Sticker beigetragen haben. Könnt Ihr alle finden?

gesehen beim Hauptbahnhof

Bäume behindern die Sicht auf das Pasteup von «Ätr» nicht. Der Efeu interessiert sich aber offenkundig nicht für Street Art. Ende Sommer wird er das Werk überwuchert haben. Doch Strassenkunst ist sowieso nicht für die Ewigkeit bestimmt. Im Kurzlebigen liegt ihr besonderer Reiz. Und so wird auch das zweite Werk von «Ätr» die Zeit nicht überdauern. Doch noch leuchtet das auf Papier der «Wochenzeitung» gemalte Gesicht in frischen Farben und erfreut Spaziergänger beim Letten.

gesehen beim Lettenviadukt
gesehen am Letten

Auf der anderen Seite der Limmat haben «Hutch» und «Alias» ihren Teil zur Stadtverschönerung beigetragen. Ersterer stammt aus Grossbritannien und konzentriert seine Arbeit auf Stencils und Drucke. Der in Berlin beheimatete «Alias» ist für Street Art bekannt, die vornehmlich Kinder und Jugendliche zeigt. Ob das schreiende Gesicht jedoch einem Jugendlichen oder einem Erwachsenen gehört, weiss nur der Urheber selbst.

gesehen bei den Viaduktbögen
gesehen bei den Viaduktbögen

Von wem die kauernde Figur direkt daneben stammt, ist nicht klar. Das Stencil Graffiti besticht durch geometrische Linien, die es zum Leben erwecken.

gesehen bei den Viaduktbögen

Zum Schluss geht's hoch hinaus. In Zürich Affoltern hat das «One Truth»-Kollektiv das höchste Mural der Schweiz geschaffen. Um die 20 Meter messen die wandfüllenden Gemälde. Sie illustrieren zwei Seiten der Street Art. Auf der einen Hauswand, gross und bunt, erschafft der Künstler ein Werk. Und auf der gegenüberliegenden Fassade sorgt der Reinigungsmitarbeiter dafür, dass die Wand wieder grau und eintönig wird.

gesehen an der Wehntalerstrasse
gesehen an der Wehntalerstrasse
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