Mega Swing: „Ein unheimlich feines Gefühl!“

Das Red Bull Skydive Team über die Idee, das Feeling und die Herausforderungen des Projekts.
Die Luftakrobaten haben's geschafft. © Philipp Platzer/Red Bull Content Pool
Von Thomas Wernhart

Mit der „Mega Swing“ hat sich das Red Bull Skydive Team einen Kindheitstraum erfüllt und einen himmlischen Spielplatz geschaffen. Dominic Roithmair, Georg Lettner,Marco Waltenspiel und Marco Fürst gingen mit ihrer Riesenschaukel „back to the roots“ - wie das Projekt für sie war, erzählen sie dir im Interview.

Red Bull Mega Swing – was steckt dahinter?

Georg Lettner: Ich glaube, dass die Mega Swing der Kindheitstraum eines jeden ist! Jeder ist in seiner Kindheit auf der Schaukel gesessen und wollte immer höher schaukeln und schließlich abspringen und fliegen – daraus ist die Grundidee entstanden.

Marco Waltenspiel: Ja, genau! Dominik hatte die Idee die Riesenschaukel zwischen zwei Heißluftballonen zu installieren und wir haben dann gemeinsam einen Plan entwickelt und das Projekt in Angriff genommen. Zwischen 80 und 150 Meter Seillänge haben wir alles probiert, am Ende waren 125 Meter optimal. Aber wer weiß, vielleicht setzen wir noch einen drauf.

Marco Fürst: Einfach ein einzigartiges Projekt, das wir als Erste auf der Welt realisieren durften. Obwohl wir anfangs alle ein wenig skeptisch waren, ob es überhaupt funktionieren kann, war es am Ende einfach perfekt. Geholfen hat uns sicher auch die Kooperation mit den Ballonfahrern, die auf diesem Gebiet Profis sind. Wir haben dann die Idee und Sicherheitsfaktoren ausgearbeitet und sind nach einigen Tests auf 125 Meter Seillänge gekommen.

Dominik Roithmair: Als wir mit den zwei Ballonen in die Luft gegangen sind, haben wir erst realisiert, wie speziell dieses Projekt ist. Die Stille, die dich umgibt, wenn du in die Höhe steigst muss man einfach genießen – ganz anders als sonst, wenn man im Flugzeug die ganze Zeit von Motorenlärm umgeben ist.


Die Stille genießen? Ist man nicht extrem aufgeregt?

Dominik Roithmair: Ja, wirklich, sehr angenehme Stimmung! Wenn man im Flugzeug oder Heli unterwegs ist, hat man immer Lärm um sich herum bzw. auch beim Absprung schon eine gewissen Geschwindigkeit, hier hört man nur ab und zu den Brenner. Auch das Schaukeln ist ganz speziell. Man hört nur den Wind, am Ende des Pendels ist es eigentlich total ruhig und wenn man zurück schwingt, hört man wieder den Wind.

So muss es aussehen! © Samo Vidic/Red Bull Content Pool

Wie fühlt sich der Sprung bzw. das Schaukeln an?

Dominik Roithmair: Man hat hier eine Beschleunigung in eine ganze andere Richtung als beim normalen BASE Sprung. Man springt ab und nach ein paar Sekunden freiem Fall wird man in die Schaukel gedrückt und es geht rasant nach vorne, was ein unglaublich feines Gefühl auslöst. Ich kann mich an keinen Sprung davor erinnern, bei dem ich solche Bewegungsmuster erleben konnte.

Georg Lettner: Komplett irre! Man sieht dieses ewig lange Seil, das dich mit dem anderen Ballon verbindet und zunächst weißt du nicht was passieren wird und auf einen zukommt – ich war zuerst wirklich nervös, muss ich gestehen. Wenn dann nach dem freien Fall dieses Gefühl des Schwingens einsetzt, so wie man es sich vorgestellt hat, ist das extrem cool!

Marco Waltenspiel: Ich war überrascht vom Freifall, den man zuerst überwinden muss, bevor diese Bewegung nach vorne einsetzt – das ist der Hammer!

Komplett irres Gefühl! © Wolfgang Lienbacher/Red Bull Content Pool

Was war die sportliche Herausforderung an diesem Projekt?

Dominik Roithmair: Am Brett zu bleiben war eine der schwierigsten Dinge an dem ganzen Projekt. Viele Menschen würden im freien Fall vielleicht mit den Armen zu rudern anfangen, wir mussten aber ganz ruhig bleiben und den Kontakt zur Schaukel halten – keine einfache Aufgabe, aber zum Glück können wir auf viel Erfahrung zurück greifen. Man muss wirklich Geduld haben und abwarten bis es nach vorne geht. Dann heißt es nur noch genießen!

Marco Waltenspiel: Wenn das Seil durchhängt, ist es wirklich schwer, weil man nichts hat womit man „arbeiten“ kann. Man hat ca. zwei Sekunden zu kämpfen um das Brett unterm Hintern zu behalten, bevor es dann nach vorne abgeht. Wichtig war auch, dass die Schaukel immer auf Zug war, das haben unsere Ballonfahrer super hinbekommen.

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