Red Bull Illume-Gewinner erklärt seine Bilder

Fotograf Dean Treml lebt in der Schweiz. Beim Photography Contest räumt er gleich doppelt ab!
Dean Treml vor seinem Gewinnerbild «Enhance» © Lucas Gilman / Red Bull Content Pool
Von Florian Monti

Dean Treml (50) räumt in Chicago am Red Bull Illume doppelt ab: Der gebürtige Neuseeländer, der seit Jahren in der Schweiz wohnt, begeisterte mit seinen Aufnahmen die Jury in den Kategorien «Spirit» und «Enhance». Treml ist offizieller Red Bull Cliff Diving World Series Fotograf – und dieses Jahr Vater geworden. Fotografie wird in Tremls Familie gross geschrieben. Schon seine Frau, Romina Amato, gewann im Jahr 2013 beim weltweit grössten Sports und Adventure Photography Contest. Hier erklärt Treml seine Siegerbilder:

Red Bull Cliff Diving in Kopenhagen © Dean Treml / Red Bull Illume

Dieses Bild (eingereicht für die Kategorie «Enhance») entstand während dem Red Bull Cliff Diving World Series Event beim Opernhaus von Kopenhagen. Die Location ist wirklich aussergewöhnlich, das Dach sieht von unten atemberaubend aus. Mittlerweile steht dort eine weitere Stütze – die zum Zeitpunkt des Fotos noch nicht da war und das Bild deshalb so abstrakt wirken lässt.

Weil in dieser Kategorie das Nachbearbeiten erlaubt war, entfernte ich zudem die Sprung-Plattform digital. Eigentlich bin ich kein Fan von Photoshop, aber hier machte es doch einiges aus, was die Ästhetik angeht. Zusammengefasst: Ich bin an spektakulären Cliff Diving Events auf der ganzen Welt anzutreffen, doch die Sprünge von diesem Dach faszinieren nochmals auf eine andere Art und Weise. So entstand dieser Shot in gerade mal zwei Minuten. Das aussergewöhnlichen Spiel der verschiedenen Winkel erschien er mir optimal, um am Wettbewerb teilzunehmen – und dies machte sich schliesslich bezahlt.

Josh Neilsen wird geholfen © Dean Treml / Red Bull Illume

Die Story zu diesem Foto (eingereicht für die Kategorie «Spirit») geht ziemlich anders: Um meinen Freund Ben Brown beim Kajaken zu fotografieren, reiste ich privat nach Norwegen. Wie der Zufall wollte, hatte Brown (man sieht in hinten im Bild mit Armschleife) aber kurz zuvor seine Schulter verletzt – und konnte nicht selber paddeln. Da er Freunde aus aller Welt im Land hatte, schlug er vor, dass wir für ein paar tolle Aufnahmen mit ihnen mitgingen.

Gut fünf Tage waren wir unterwegs, campten, paddelten, campten und paddelten wieder. Dann war da dieser Wasserfall, ein ganz schön harter Brocken. In der Mitte des Wasserfalls schluckte das Wasser die Kajaker richtiggehend, um sie ein wenig weiter unten dann wieder auszuspucken. Richtig heftig. Fünf waren schon durch, dann kam Josh Neilsen – ebenfalls Fotograf und Abenteurer. Der Wasserfall spuckte das Kajak aus, es flog mit Neilsen durch die Luft – und schlug mit dem Boden kerzengerade aufs Wasser auf. Neilsen brach sich dabei den Rücken und schrie wie am Spiess.

Ich sah, wie alle ihm zur Hilfe eilten, und konnte weiter knipsen. so entstand das Bild nur kurze Zeit nach dem Unfall. Schliesslich kam ein Helikopter, um Neilsen abzuholen. Ausserdem trug er die ganze Zeit eine GoPro. So gingen seine Clips vom schmerzhaften Zwischenfalls um die Welt.

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