Wie ein Künstler mit Abfall Zürich verschönert

Pimp my Hagenholz: Wer seinen alten Plunder entsorgen will, kriegt dieses schöne Bild zu sehen.
Von Kim Vega

Es ist das grösste Bild, das er je produziert hat: Tenzin Siegfried ist 23 Jahre alt, hat in seinem Leben bisher 80 Gemälde fertig gestellt und eben erst das Propädeutikum an der Zürcher Hochschule der Künste abgeschlossen. Teil seiner Abschlussarbeit ist das Gemälde bei der Zürcher Entsorgungsstelle Hagenholz. Wo samstagmorgens Auto um Auto Schlange steht um Matrazen, CDs, Mixer, Regale und Ähnliches zu entsorgen, hat sich Tenzin Platten gesucht, die weggeworfen werden sollten.

So entsteht das Kunstwerk

Die Holzplatten sind mit Holzlack bemalt worden. Danach hat Tenzin eine Mischung aus schwarzer Farbe und Wasser drüber geleert. Diese ist auf dem Lack abgeperlt, auf der unbehandelten Holzplatte blieb sie haften. Dieses Prinzip lässt sich auch auf anderen Materialien anwenden. Auf Metall funktioniert es zum Beispiel mit Metalllack und Essig. Der Essig erzeugt Rost. Ausserdem hat Tenzin mit Feuer gezeichnet. Die Flächen, die dunkler werden sollten, sind mit Brandbeschleuniger aufgezeichnet worden. Danach wird das Holz in Brand gesetzt und kurz darauf wieder gelöscht.

Upcycling – durch Abfall oder nutzlose Stoffe Neues erschaffen oder Bestehendes aufwerten – mit diese Art Kunst beschäftigt sich auch der Zürich Christian Calabro. Er lebt in New York und mält Bilder und entwirft T-Shirts. Lies hier seine Geschichte.

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