«Als Game-Designer macht zocken keinen Spass mehr»

Ein wenig Wassersport im Winter hat noch keinem geschadet – Andi und Markus präsentieren KayaKING.
Andi (28, rechts) und Markus (30)
Andi (28, rechts) und Markus (30) © Alpcan Özkul
Von Alpcan Özkul

Mit dem Kajak, nur wenige Zentimeter vom eiskalten Wasser entfernt, an kleinen und grossen Eisschollen und neugierigen Pinguinen vorbeipaddeln und dabei versuchen, Höchstleistungen an den Tag zu legen – was hierzulande nur schon beim Gedanken für Schaudern und Gänsehaut sorgt, bringen die Game-Designer Andi und Markus ins Wohnzimmer. Oder auch auf die Toilette, wenn’s sein muss, denn das 8-Bit-Game KayaKING kann man ab heute sowohl auf dem Desktop, als auch auf dem Smartphone unter diesem Link spielen.

Der Auftrag, den die beiden Zürcher auf dem Tisch liegen hatten, war alles andere als detailliert: «Die Challenge war es, das Thema Schnee in ein Browser-Spiel zu packen», sagt Andi im Interview. «Zuerst hatten wir die Idee, ein Schlittenhunde-Renngame zu machen.» Markus fügt an: «Das Spiel musste unbedingt auf hoher Geschwindigkeit stattfinden. Bei One-Button-Games ist ein gewisses Tempo kaum vermeidbar, da der Spieler gefordert werden muss.» KayaKING wurde schlussendlich zwar ein Two-Button-Game und auch der Held des Spiels tauschte seine Schlittenhunde gegen ein Kajak, aber fordernd ist es allemal.

Screenshot aus dem Game
Screenshot aus dem Game

«Insgesamt haben wir etwa anderthalb Monate an KayaKING herumgeschraubt», sagt Andi rückblickend. «Am schwierigsten war es, einen ausbalancierten Schwierigkeitsgrad hinzukriegen», ergänzt Markus, «die Steuerung war am Anfang viel zu schwer.» Tatsächlich ist das Game leicht zu bedienen, aber schwer zu meistern. Mit zwei Tasten steuert man seinen Paddler, während die eine Taste das Kajak nach links und die andere nach rechts ausschlagen lässt.

Sassen die jungen Game-Designer denn selbst schon in einem Kajak? «Ich war mal bei den Pontonieren», sagt Marku, «und kann bestätigen: Es ist sauschwer. Einige Wochen, nachdem ich beigetreten war, musste ich schon an Meisterschaften teilnehmen, wo ich den letzten Platz belegte. Da war es um meine Motivation geschehen.» Im virtuellen Kayak ist das zum Glück ganz anders.

Markus war mal bei den Pontonieren
Markus war mal bei den Pontonieren © wikimedia.org

Während Andi sich hauptsächlich um die Grafiken gekümmert hat, war Markus für das Programmieren zuständig. «Aber schlussendlich beschäftigen wir uns im Beruf beide mit allen verschiedenen Bereichen der Spieleprogrammierung und wollen Allrounder bleiben», so Markus. «Es gibt nichts Schlimmeres, als ein kleines Zahnrädchen in einer riesigen Game-Firma zu sein und jeden Tag die gleichen 3D-Modelle zu basteln», fügt Andi an. Wie die meisten Game-Designer feilen auch Andi und Markus am liebsten an Indie-Games.

Andi und Markus
Andi und Markus © Alpcan Özkul

Privat zocken die Zürcher nicht mehr oft: «Ich habe vor dem Studium praktisch nie gegamed», sagt Markus, «durch das Studium wurde das Zocken jedoch zur Pflicht.» Dadurch bringt Markus oft ein «Out-of-the-Box-Thinking» in seine Arbeit rein: «Was für andere selbstverständlich ist, ändere ich kurzerhand um und verstosse so gegen Game-Normen, was dem Ganzen mehr Pfiff verleiht.» Andi hingegen ist ein klassischer Gamer. Doch: «Als Game-Designer macht zocken nicht mehr so viel Spass. Man hat einen anderen Blickwinkel auf die Spiele und betrachtet sie eher analytisch», sagt er und denkt nostalgisch an die Zeit zurück, in der «Zelda: Ocarina of Time» noch sein Lieblingsspiel war.

An «KayaKING»feilen
An «KayaKING»feilen © Alpcan Özkul

KayaKING kannst du ab heute hier spielen.

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