Elliott Banks-Browne, MX2, Nottinghamshire, United Kingdom, 17. April 2012.
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Was für ein Wochenende! Einen 16-Punkte-Rückstand in eine 9-Punkte-Führung verwandelt, um dann mit einem Punkt Rückstand in das die Meisterschaft entscheidende letzte Rennen zu gehen – das war fast ein bisschen viel für einen Tag! Jeder wusste, dass wir ein kleines Wunder brauchten, um die MX2-Krone zu bekommen, und genau das ist irgendwie eingetreten. Aber ich glaube, nach all den Problemen, die wir dieses Jahr hatten, war es eine hart verdiente Portion Glück.

Im Vorfeld des Wochenendes war ich ziemlich gechilled, habe meine tägliche Arbeit so normal wie möglich gemacht und nicht wirklich viel an das anstehende Rennen gedacht. Am Morgen gelang mir die schnellste Rundenzeit, was Superpole bedeutete, von daher war ich zuversichtlich, als ich ins Rennen ging…

Bei Rennbeginn gelang mir ein Holeshot, aber dann stürzte ich. Ich richtete das Motorrad wieder auf und begann mich durch das Feld zu arbeiten. Am Ende gewann ich ziemlich locker, vor allem, weil Mel [Pocock] ausstieg. Ich traute meinen Augen nicht, als ich sah, wie er sich verbaschiedete und wusste, dass mir keiner mehr die Meisterschaft nehmen konnte.

Ich war so wütend, ich hätte mir selbst einen Roundhouse-Kick ins Gesicht verpassen können!

Ich konnte das zweite Rennen kaum erwarten und erwischte einen guten Start. Ich arbeitete mich durch das Feld, kam aber von der Strecke ab und schlitzte meinen Arm ziemlich böse auf. Ich drückte trotzdem drauf, konnte die Führenden einholen und überholen. Aber zwei Runden vor Schluss stürzte ich erneut, weshalb mein E-Starter unter meiner Drosselklappe steckte, also musste ich mein Motorrad anschieben, um es zu starten. Am Ende kam ich als Sechster ins Ziel und war ziemlich wütend auf mich. Ich hätte mir einen Roundhouse-Kick direkt ins Gesicht verpassen können! Anstatt das zu tun, musste ich zum Streckenarzt, um meinen Arm verbinden zu lassen. Ich glaube er wusste, ich würde gleich wieder raus wollen und weiter fahren, während das Blut aus meinem Arm lief.

Es kam Rennen Drei, der Showdown – wer hier gewinnt, würde Champion sein! Mir gelang ein toller Start und ich fuhr so schnell, wie ich konnte und zog mit einem guten Vorsprung auf Mel davon. Ich sah die Uhr runterticken und doch fühlte es sich wie das längste Rennen meines Lebens an.

Das Wochenende habe ich noch nicht verarbeitet – es fühlt sich in diesem Moment nicht real an.

Eine Runde vor Schluss war ich ziemlich nervös und sagte mir nur “Kein Unfall, kein Unfall.“ Und schon haute es mich runter. Noch nie in meinem Leben war ich so schnell wieder auf den Beinen und als ich endlich die Line überquerte und wusste, dass ich britischer Champion bin, war das unglaublich. Das Wochenende habe ich noch nicht verarbeitet – es fühlt sich in diesem Moment nicht real an.

Das sind Momente, von denen du träumst und ich vermute, mein Traum ist wahr geworden. Hör’ nie auf zu Träumen oder an dich zu glauben, wenn du etwas wirklich willst, passiert es auch.

Ich habe bis jetzt noch nicht ordentlich gefeiert, ich glaube eine große Party steht an

Das war auch ein historischer Tag für meine Familie, schließlich wurden wir zur ersten Familie mit drei Generationen britischer Champions, was schon etwas ziemlich Spezielles ist. Ich habe bis jetzt noch nicht ordentlich gefeiert, aber ich glaube eine große Party steht an. Da werden reichlich Drinks genommen, ganz sicher!

So, das war es für diese Woche, aber ich bin sicher, ich werde nächste Woche Einiges über einige chaotische Partynächte berichten können. Ich bin dann mal weg und in London, dort treffe ich auch die Jungs von Red Bull. Das ist immer ein Aha-Erlebnis.

Also vielen Dank für’s Lesen und haltet euch in der Zwischenzeit bei Twitter unter @ebanksbrowne auf dem Laufenden.

Bis später!

Elliott