Vierteljahreszeugnis

Die Platzhirsche im Supercross bekommen ihre Reports.
Rennstart in Oakland © Cudby S.
Von Aaron Hansel

Gerade mal vier von siebzehn Supercross-Rennen sind vorbei und doch ist schon so viel passiert, dass es sich anfühlt, als wären wir bereits mitten in der Saison. In Oakland waren in der zweiten Rennkurve unter anderem James Stewart, Chad Reed, Justin Barcia, Trey Canard, Josh Grant in einen Massenunfall verwickelt, womit eine ohnehin unvorhersehbare Saison noch unübersichtlicher wurde. Bei so viel Action, ist es an der Zeit sich einen Überblick zu verschaffen, wer kann sich noch Hoffnungen machen und wessen Meisterschaftsträume verblassen langsam, aber sicher?

Davi Millsaps
Der verjüngte Millsaps hatte sich bei der Eröffnung in Anaheim den Sieg geschnappt und verteidigt seitdem die Führung, indem er in drei von vier Rennen aufs Podium fuhr. Wäre er nicht bei A2 in einen kleinen Unfall verwickelt gewesen, hätte er es wahrscheinlich auf jedes Podest geschafft. Er fährt stärker und aggressiver, als wir es lange Zeit von ihm gesehen haben. Keine Frage also, dass er noch alle Chancen auf den Titel hat.

Davi Millsaps führt in der Gesamtwertung. © Team Suzuki

Trey Canard
Vor einem Jahr flog Canard mit einer schweren Rückenverletzung aus dem Rennen. Etwas weniger Glück und er wäre heute wohl nicht mehr mit dabei. Stattdessen ist er jedoch zurück auf der Strecke, kämpft um Siege und belegt momentan eine soliden, zweiten Platz. Wenn er es schafft, seine kleinen Fehler zu minimieren, die bisher seine Ergebnisse beeinträchtigten, hat er immer noch gute Chancen den Titel mit nach Hause zu nehmen.

Ryan Villopoto
Nach der Crash-Nacht zum Saisonauftakt landete Villopoto auf dem 16. Platz, aber seitdem geht es steil bergauf: Er dominierte die beiden letzten Rennen und hat sich von der 16. auf die 3. Position verbessert, gerade mal acht Punkte hinter Millsaps. Obwohl er nicht führt, gilt er momentan als stärkster und schnellster Fahrer im Feld. Hat er Meisterschaftschancen? Auf jeden Fall!

Ryan Dungey Supercross Oakland KTM Red Bull
Dungey blickt enttäuscht auf seinen Start zurück © KTM Images/Red Bull Content Pool

Ryan Dungey
Hinter dem ansonsten super konstanten Red Bull KTM-Fahrer liegen einige unsichere Rennen. Nach dem dritten Platz zum Auftakt, schaffte er es wegen schlechter Starts und kleiner Fehler nicht einmal in die Top 5 bei den folgenden Rennen. Erst in Oakland änderte sich das, dort zeigte Dungey wohl seine bisher beste Saisonleistung. Er startete zwar wieder schlecht, fand aber schnell die nötige Aggressivität und fuhr noch auf Platz 3 vor - mit ihm sollte man also noch rechnen.

Chad Reed
Reed brauchte in diesem Jahr lange, um das perfekte Set-Up für seine Maschine zu finden, aber in den letzten beiden Rennen hat sich die Situation gebessert. Unglücklicherweise war er in die Massenkarambolage in Oakland verwickelt und wurde nur Zwölfter. Mit 20 Punkten leben seine Titelhoffnungen zwar noch, aber er muss sich mit einem großen Rückstand auseinandersetzen. Es müssten schon alle Umständen perfekt für Reed passen, damit er dabei bleibt.

Verletzung beeinträchtigt James Stewarts Saison © Team Suzuki

James Stewart
Stewart riss sich beim Training zur ersten Runde der Eröffnung das Kreuzband, weshalb er die ersten beiden Rennen vorsichtig fuhr, aber respektabel auf Platz 8 und 7 ins Ziel kam. Bei A2 verschlechterte sich seine Lage, als er das Rennen als Zwölfter beendete und bei der Massenkarambolage in Oakland komplett ausschied. Stewart kann immer noch Rennen gewinnen, aber seine Chancen auf den Titel sind höchstens minimal.

Justin Barcia
Nachdem er alle mit seiner Dominanz in Phoenix, dem zweiten 450SX-Rennen seiner Karriere, überraschte, kam Barcia bei den beiden folgenden Rennen nicht ins Ziel. Schuld waren eine missglückte Fahrt bei A2 und die Verwicklung in die Massenkarambolage in Oakland. Er ist noch im Spiel, wenn es um Rennsiege geht, aber der Titel ist für ihn außer Reichweite.

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