Die Macht ist mit dem siegreichen Latvala

Ein emotionaler Sieg für Ford bei der Rallye, während Loeb Pläne für die Krönung Zuhaue schmiedet.
Jari-Matti Latvala feiert seinen Sieg.
Jari-Matti Latvala feiert seinen Sieg © Ford Motorsport
Von Anthony Peacock

Nach 217 Tagen Abwesenheit im Kreis der Gewinner kehrt Jari-Matti Latvala für Ford auf die oberste Stufe des Treppchens zurück. „Es ist unglaublich, wie lange das her ist, aber es fühlt sich sogar noch länger an.“, betonte er. „Nach einer Weile verliert man sein Selbstbewusstsein, von daher ist es großartig zurück zu sein und in so starker Manier zu siegen.“

Die Spannung war auch Ford-Direktor Malcolm Wilson anzumerken. „Jari heute gewinnen zu sehen, löste vielleicht mehr Spannung in mir, als jede andere Rallye der letzten 15 Jahre“, sagte er. „Das bedeutet uns allen so viel.“

Latvala übernahm vom ersten Tag an die Führung, aber hinter ihm lieferten sich Sebastien Loeb von Red Bull und Petter Solberg im anderen Ford einen großen Kampf um den zweiten Platz. Zu Beginn der letzten Etappe trennte sie gerade mal eine Zehntelsekunde.

Loeb in Action auf der von Bäumen gesäumten Etappe der Großbritannien Rallye.
Loeb im Angriff © McKlein for Citroen Racing

„Es war so spannend, dass Sebastien aufhörte mit mir zu sprechen", sagte Solberg. „Wir haben uns stattdessen nur darauf fokussiert volle Pulle zu gehen.“ Loeb hatte eine andere Interpretation „Petter redete die ganze Zeit viel zu viel, weshalb ich mich nicht konzentrieren konnte… Deswegen wollte ich mich damit nicht rumplagen.”

Am Ende war es Loeb, der deren Kampf gewann – aber der achtmalige Weltmeister gestand, dass er nicht mit Latvalas Geschwindigkeit mithalten konnte. „Vielleicht glauben manche Leute, dass mir Gewinnen leicht fällt, aber das ist nicht wahr: Ich muss immer alles geben.“, sagte Loeb.

Genau wie Latvala selbst, der sich Jedi-like näherte: „Ich war nie relaxt, weil ich immer erwartete, dass die Citroens zurückschlagen würden, wie bei Star Wars: The Empire Strikes back!“ sagte er. „Glücklicherweise ist das nicht passiert: Es war ein gutes Gefühl, als ich bemerkte, dass sie mich nicht holen werden…“

Für Red Bulls Citroen Superstar Sebastien Loeb wird sich das Beste aller Gefühle in seiner Heimat Frankreich einstellen, wenn er in drei Wochen auf heimischem Boden zum neunten Mal als Champion gekrönt wird. Genau wie für Citroen, die zum achten Mal Konstruktions-Champion werden.

Loebs Beifahrer Daniel Elena bekannte, dass er nie ein Fan der Großbritannien Rallye war. „Ich komme damit klar. Die Rallye fühlte sich so lang an, wir hatten 29 Stunden Teilstrecken, um drei Stunden Etappen zu fahren. Fantastisch… Es lief so gut, weil Seb und ich genug Themen hatten, um uns zu unterhalten.“

Die Einheimischen machten mit ihrem Enthusiasmus wett, was ihnen an Wissen fehlte. Ein Waliser Taxifahrer brachte uns ins Rallye Hauptquartier in Cardiffs Millennium Centre und meinte nur: „Heute ist ein bisschen was los, schau, der Grand Prix ist hier.“

Wir konnten nicht widerstehen und fragten, ob er schon den Red Bull-Star Sebastian Vettel gesehen habe. „Ich wüsste nicht, wie er aussieht.“, gestand der Taxifahrer. „Aber ich bin sicher, dass er auch hier ist...”

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