Wie Loeb auf heimischem Boden zu schlagen ist

Latvala enthüllt seine Vorbereitungen, um Loeb bei der Rallye de France die Stirn zu bieten.
Seb Loeb
Von Anthony Peacock

Wie bereitet man sich auf eine berühmte Asphalt-Rallye vor, die dich auf kilometerlange Bergstraßen mitnimmt, wo scharfe Haarnadelkurven warten, man durch Wälder und Dörfer fliegt?

Offensichtlich mit einer Rennstrecke, auf der man im Kreis fährt.

Aber obwohl die 24 Stunden von Les Mans und die Rallye de France Alsace etwa so viel gemeinsam haben, wie Base Jumping und Gesellschaftstanz, erklärt Ford-Fahrer Jari-Matti Latvala, dass er unheimlich viel von einer neuen Methode lernte, indem er sich auf das Rallyefahren auf Asphalt vorbereitet: Mit Hilfe von einem Testtag in einem Formel Renault Einsitzer mit dem Le Mans-Star Didier Andre, der 2010, bei seiner letzten Teilnahme, als Vierter bei diesem ewigen Klassiker ins Ziel kam.

Latvala fand heraus, was der Schlüssel für einen Sieg über Loeb auf dessen heimischem Territorium sein könnte:

Nicht bremsen, sondern zurücknehmen
„Was ich vielleicht falsch mache, ist es, erst mit dem Pedal zu Bremsen und dann wieder zu beschleunigen. Manchmal reicht es aber einfach vom Pedal zu gehen, ohne zu bremsen, um so das Momentum zu bewahren. Das sieht man leicht in einem Rennwagen. Ich bin sicher, so macht es Sebastian Loeb, so werde ich es auch probieren.“

Bleibe ruhig und sei weniger aggressiv
„Ich bin manchmal ziemlich aggressiv in meinem Rallye-Auto, das natürlich so eine Behandlung auch gut wegsteckt. Aber du kannst in einem Rennauto, das sich viel langsamer anfühlt, nicht aggressiv sein. Die Erfahrung in der Formel Renault hat mir definitiv geholfen, darüber nachzudenken, wie ich mein Rallye-Auto fahre, anstatt mich nur auf meine Instinkte zu verlassen.“

WRC-Star Jari-Matti Latvala © Ford Motorsport

Nicht härter, sondern cleverer Bremsen
„Die Bremsen in einem Rallye-Auto sind so gut, dass man leicht langsamer wird, als man es plant. Also musst du mit den Bremsen ökonomischer umgehen, gerade auf Asphalt – Didier half mir dabei, genau das zu verstehen. Man spart eine Menge Zeit auf Asphalt, wenn man das verstanden hat.“

Schauen und lernen
„In Le Mans musst du dein Auto bis zum Ende des Rennens durchbringen. Dafür musst du ruhig und locker sein: Es war großartig, Didier zu beobachten, wie er mit dem Gaspedal, den Bremsen und dem Lenkrad umgeht. Wenn man Sebastien Loeb beobachtet, entdeckt man viel Ähnlichkeit dazu. Davon kann ich lernen.“

Jari-Matti Latvala, Ford Fiesta WRC, Wales Rally GB 2012.
Latvala steigt in die Höhe © Ford

Übung führt zur Perfektion
„Ich bin schon vorher einen Rennwagen gefahren – einen Ford Focus, bei den 24 Stunden auf dem Nürburgring – aber das war das erste Mal in einem Einsitzer. Ich war definitiv in der Lage einige der Dinge einzusetzen, die ich auf dem Nürburgring gelernt habe. Daher wollte ich weiter Runden drehen. Das macht mich ganz sicher zu einem besseren Asphalt-Rallye-Fahrer und bringt mich meinem Traum näher, irgendwann einmal eine Rallye auf Asphalt zu gewinnen. Aber ich bin mir nicht sicher, ob es schon am Wochenende so weit ist…“

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