Die Fahrer leiden unter der marokkanischen Hitze

Cyril Despres bleibt in Marokko in Führung, aber das Vorwärtskommen dort ist hart.
Cyril in Aktion bei der Rallye du Maroc.
Staub aufwirbeln © KTM
Von Ben Miller

Die fünfte Etappe der Marokko-Rallye sah Helder Rodrigues als Zweiten im Ziel, während der Führende Cyril Despres sich auf Neun mühte, aber seine Gesamtführung verteidigte.

Der Etappensieg ging an den Spanier Joan Barreda (Husqvarna), der seinen guten Lauf fortsetzt und den Abstand auf Despres auf 12 Minuten reduzierte.

Eine mutige Leistung zeigte Rodrigues, der eine 14 Stunden-Strafe einstecken musste, nachdem er gestern nicht ins Ziel kam. Er taumelte immer noch wegen der Wüstenhitze.

„Ich war entschlossen die Etappe zu gewinnen“, so der Portugiese. „Aber am Anfang hatte ich Mühe mich zu konzentrieren, nachdem ich gestern fünf Stunden bei 58°C in der Wüste verbracht habe. Dann erreichte ich wieder meine Renngeschwindigkeit und beendete die Etappe als Zweiter 1:20 Minuten hinter (Joan) Barreda.“

© KTM

Nachdem Marc Coma verletzt raus war und Rodrigues mit mechanischen Problemen kämpfte, sah alles nach Despres aus, aber selbst viermalige Dakar-Gewinner haben mal einen schlechten Tag im Büro… Der Franzose kämpfte mit seiner Orientierung.

„Die ersten Kilometer waren nicht im meiner Karte und ich war nicht sicher ob ich richtig gefahren bin. Also kehrte ich zurück zum Checkpoint, um mich zu versichern, dass ich richtig bin.“, erklärte er. „Danach war es wegen der vielen Spuren der anderen Fahrer und Fahrzeuge nicht leicht. Ich hatte zwei Möglichkeiten: Deren Spur folgen oder einen eigenen Weg nehmen. Ich entschied mich für den eigenen Weg und wenn du das tust, kann es Zeit kosten. Das letzte Stück war sehr schnell und ich machte so viel Druck, wie ich konnte. Die Etappe morgen ist kürzer und ich werde natürlich alles unternehmen, um zu gewinnen.“

Der Kampf um das Schlusspodium ist in vollem Gange. Der erfahrene Chilene Francisco Lopez sieht gesetzt aus, aber zwischen den Plätzen drei und fünf liegen nur acht Minuten.

Der Brite Sam Sunderland (Honda), der heute als Dritter ins Ziel kam, ist Lopez’ Hauptkonkurrent, aber Sunderland war darauf bedacht keine weitere Strafe zu bekommen: „Nach der 30-Minuten-Strafe von gestern, für das Verpassen einer Streckenmarkierung, stoppte ich, um sicher zu sein, dass ich richtig bin – es ist besser drei Minuten zu verlieren, als 30. Alles in allem war das eine gute Etappe.“

Mit nur 171km ist der morgige Kurs zeitlich festgelegt (im Gegensatz zu den 246km von heute). Die Fahrer werden sich weg vom harten felsigen Boden in den Dünen wieder finden.

Marc Coma KTM Dakar
Mark Coma

Coma auf dem Weg der Besserung

Nach seinem Unfall wurde der fünfmalige Cross-Country Rally-Weltmeister und dreimalige Dakar-Gewinner Marc Coma nach Hause geflogen und an diesem Morgen in Barcelona (Spanien) entlassen, nachdem die Tests ergaben, dass seine Schulter keine OP benötigt.

„Die Diagnose ist besser als ich nach dem Unfall erwartet habe. Ich werde mich schnell erholen. Es verändert die Vorbereitung auf Dakar ein wenig, aber ich bin guten Mutes und überglücklich, dass ich teilnehmen kann. Es wird weder die Teilnahme, noch meine Form beeinflussen. Jetzt muss ich im Training bleiben. Laut Prognose sollte es keine Probleme geben und ich in fünf Wochen wieder hergestellt sein.”

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