Despres erobert Marokko

Der jubelnde Cyril Despres schnappt sich nach einer harten Woche den Sieg bei der Marokko-Rallye.
© rallyemaroc.npo.fr
Von Ben Miller

Die Rallye du Maroc endete am Samstag mit dem Gesamtsieg des Franzosen Cyril Despres. Die wochenlange Tortur durch die Sahara führte zu einer stetigen Veränderung im Klassement und hinterließ einige Opfer an Mensch und Maschine.

Der 38-jährige zeigte auf dem Kurs eine Woche lang eine brillante Leistung und kam mit einer Führung von 6:52 Minuten vor dem Zweiten, Joan Barreda, ins Ziel.

Bareda machte als Gewinner der gestrigen Etappe Druck von vorne, während Despres seine Führung verteidigte, aber zwischenzeitlich bis auf den Neunten abgerutscht war.

„Irgendwie mag ich diesen Druck.“, kommentierte Cyril. „Du musst dich zu 100 Prozent konzentrieren, weil du weißt, dass du das Rennen verlieren kannst. Es ist großartig Marokko mit einem Sieg zu verlassen und ein gutes Gefühl zu haben, auch was das Motorrad (KTM 450 Rally) und das Team angeht.“

Sein Schlussspurt brachte Despres auf der sechsten Etappe den dritten Platz ein, aber er hatte schon vorher längst den Sieg gesichert.

Es sieht so aus, als würde sich der viermalige Dakar-Sieger mit guten Aussichten auf die Rallye Dakar im Januar 2013 nach Südamerika verabschieden.

Cyril Despres, KTM, SS6, Rallye du Maroc, 2012.
Cyril Despres © KTM

Neben all den Feiern vergaß Despres nicht seinem Erzrivalen und KTM-Mannschaftskameraden Marc Coma und wünschte ihm gute Besserung für seine verrenkte Schulter, damit die beiden ihre Rivalität in Dakar wieder aufleben lassen können.

„Das war unser letzter Ritt in 2012. Das nächste Mal, wenn wir uns treffen, wird die Dakar 2013 im Januar sein. Ich hoffe Marc kommt schnell zurück, damit wir in Dakar einen guten Job machen können.“

Coma twitterte heute, dass er bereit für eine vollkommene Genesung ist.

Der Chilene Francisco López beendete das Rennen als Dritter, obwohl er auf der letzten Etappe die Top-6 verpasste. Das 2000km lange Rennen plagte die Konkurrenten mit Sandstürmen, die mehr als einem Fahrer die Orientierung erschwerten. Der Regen der letzten Tage war ein zusätzliches Risiko.

Der Portugiese Hélder Rodrigues (Honda) erlebte eine Woche mit Höhen und Tiefen: Nachdem er früh in Fahrt war, behinderten ihn Motorenprobleme in der Mitte der Rallye, die letztendlich dazu führten, dass der 33-jährige die Führung abgeben musste. Eine brillante Leistung auf SS6, in der er sich heute die Spitzenposition schnappte, war nicht genug, um ihm einen Platz in der Gesamtwertung zu sichern. „Mein Rennen war in Sachen Endresultat beendet, aber so sind Rennen“, sagte er.

Rodrigues’ Teamkollege Sam Sutherland machte Honda stolz und kam heute als Vierter ins Ziel – nur eine Minute hinter dem Führenden. Leider waren seine bisherigen Leistungen zu schwach, um noch in die Top-10 zu kommen.

Die Fahrer haben nun eine ein wenig ruhigere Zeit, bis sie sich im Januar 2013 bei der Dakar Rallye wieder sehen.

Etappen-Wertung:
1. Hélder Rodrigues01:50:50
2. Joan Pedrero +00:00:19
3. Cyril Despres+00:00:27
4. Sam Sunderland+00:01:12
5. Paulo Gonçalves+00:01:20

Gesamtwertung:
1. Cyril Despres 17:58:36
2. Joan Barreda +00:06:52
3. Francisco López +00:34:28
4. Frans Verhoeven +00:40:42
5. Paulo Gonçalves +00:43:52

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