Tag 5: Red Bull FIM International Six Days Enduro

Nach fünf Tagen in der ISDE sieht es aus, als mache Frankreich den Sack zu.
Von Jonty Edmunds

Alles spricht klar für Frankreichs World Trophy Team beim 87. International Six Days Enduro in Sachsen, Deutschland. Die Truppe geht mit einer 35-Minuten-Führung in den sechsten und letzten Tag der Konkurrenz. Nach einer weiteren fehlerfreien Vorstellung, muss das schon vor Beginn favorisierte Team seine Motocross-Rennen nur noch nach Hause fahren. Aber ihr könnt euren Arsch darauf verwetten, dass die Jungs sich an Tag 6 nicht zurückhalten werden.

Als starker Vizemeister folgt Australien mit zehn Minuten Vorsprung auf Italien. Mit zahlreichen ehemaligen Motocross-Fahrern im Team werden die Aussies darauf fokussiert sein, den zweiten Platz zu halten. Spannender ist es weiter unten im World Trophy Team-Klassement, wo die Schweden nur eine Minute hinter den auf Sechs platzierten USA stehen. Es bleibt umkämpft.

Eine der wenigen Klassen, wo sich noch etwas an der Spitze tun könnte ist die Junior World Trophy. Obwohl Frankreich zwei Minuten in Führung liegt, wird Großbritannien Nichts unversucht lassen, doch noch einen Überraschungssieg zu landen. Mit 12 Minuten, die Großbritannien von den USA trennen und weiteren 16 Minuten dahinter Australien, geht es an Tag 6 nur noch zwischen Frankreich und Britannien um etwas.

Mit der kolossalen Führung von 1 Stunde und 49 Minuten vor dem nächsten Verfolger könnten Frankreichs Frauen praktisch vom Motorrad steigen, den letzten Tag zu Fuß gehen und würden trotzdem gewinnen. Aber mit drei der schnellsten Enduro-Fahrerinnen der Welt im Team, freuen sie sich genau das zu tun, was das französische World Trophy-Team wollte: Den Event von Anfang an zu dominieren. Hinter Frankreich hält Deutschland den zweiten und Australien den dritten Platz.

FIM International Six Days Enduro, Tag 5, Marcus Kehr, Deutschland.
Der Deutsche Marcus Kehr © Jonty Edmunds/KTM Images

Antoine Meo sieht wie der sichere Sieger in der Enduro-1-Klasse aus und wird damit seine Führung in der Klasse weiter ausbauen. Der Franzose liegt fünf Minuten vor dem Finnen Eero Remes und kann sich auf die Einzelgesamtwertung konzentrieren. Momentan liegt er nur eine handvoll Sekunden hinter Christophe Nambotin, dem Führenden in der Enduro-3-Klasse, weshalb Meo nun auch öffentlich seine Ambitionen auf den Gesamtsieg anmeldete: „Ich werde am letzten Tag alles geben“, sagte der frisch gekrönte E1-Weltmeister am Ende von Tag 5. „Ich bin nur ein paar Sekunden hinter Christophe. Ich will mein Bestes geben und sehen, ob das für den Gesamtsieg reicht. Es wäre großartig, wenn ich das schaffe.“

In der Enduro-2-Klasse hat Pela Renet an Tag 5 beinahe schon Johnny Aubert geschlagen. Mit sechs Sekunden Rückstand und einer Gelenkverletzung, die sich Aubert am vierten Tag eingefangen hat, wird es schwer. Renet seinerseits muss an seine Führung in der Enduro-2-Weltmeisterschaft denken. Weder er, noch Aubert können es sich leisten, vor dem letzten Meisterschaftsrennen in drei Wochen Risiko zu gehen.

Nambotin hat den Spitzenplatz in der Enduro-3-Klasse verteidigt – sein fünfter Tag an der Spitze in dieser Kategorie. Mit mehr als acht Minuten Vorsprung ist Nambo der E-3-Titel
ziemlich sicher. Hinter dem fliegenden Franzosen belegt der Aussie Toby Price, der wegen seiner gebrochenen Rippen kaum noch gehen kann, den zweiten Platz. Unglaublich, was er auf den Spezial-Etappen leistet.

Am sechsten und letzten Tag treten die Konkurrenten bei einer ganzen Reihe von Motocross-Rennen auf einem eigens gebauten Spezial-Kurs auf dem Sachsenring, mit einer ungewöhnlichen Mischung aus Off-Road- und Asphalt-Elementen, an.

Red Bulls International Six Days Enduro, Tag 5, Christophe Nambotin beim Rennen, 28.9.2012.
Enduro 3 Gewinner Christophe Nambotin © Jonty Edmunds/KTM Images
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