Tomac unter Druck

Warum Eli Tomac die Western Regional 250SX Championship (nicht) gewinnen kann.
Eli Tomac Team GEICO Honda Supercross
Eli Tomac © Team GEICO Honda
Von Aaron Hansel

Der arme Eli Tomac. Nachdem er die ersten drei Runden dominierte und einen Neun-Punkte-Vorsprung auf Ken Roczen (Red Bull KTM) aufgebaut hatte, warf der GEICO Honda-Fahrer beim Oakland Supercross in Nordkalifornien mit seinem Sturz alles hin. Mit aktuell 15 Punkten Rückstand auf Roczen, dessen schlechtestes Finish in dieser Saison bisher ein zweiter Platz war, bleiben Tomac fünf Rennen in der Western Regional 250SX Serie, um die Führung wieder zu erlangen und seinen zweiten WM-Titel der 250SX in Folge zu holen. Ist das möglich? Werfen wir einen Blick darauf, was möglich ist und was nicht.

Für Tomac ist es vorbei

Weil Roczen so verdammt konstant ist. Der ehemalige MX2-Weltmeister hat gezeigt, dass er bei jedem beliebigen Event, unabhängig von den Umständen, den zweiten Platz holen kann. In Oakland war er, nach einer immer stärker werdenden Performance über die ganze Woche, anders drauf. Es stimmt zwar, dass Tomac in Oakland Probleme hatte, aber Roczen war so gut, dass es fraglich ist, ob Tomac überhaupt in der Lage gewesen wäre, einen vierten Sieg in Folge hinzulegen. Es ist zu erwarten, dass Roczen noch weitere Rennen dieser Saison gewinnt, aber auch wenn er den Rest der Serie über Zweiter wird, muss Tomac jedes einzelne Rennen gewinnen, um sich den Titel zu holen. Tomac ist phänomenal, aber Supercross ist gefährlich und einen solchen Siegeszug hinzulegen, wäre schon eine Besonderheit.

Weil Cole Seely seine Zwischensaison-Form erreicht. Seely ist nach einem schrecklichen Unfall im vergangenen Jahr in Salt Lake City, der ihn bis Januar aus dem Rennen nahm, immer noch in der Aufbauphase. Aber in Oakland kam er seinem ersten Saisonsieg schon sehr nahe, als er für elf Runden führte, bevor er an Roczen scheiterte. Bei einem solchen Fortschritt ist es nur eine Frage der Zeit, bevor Seely auf dem Podium steht und Tomac wertvolle Meisterschaftspunkte raubt. Tomac muss sich nicht mehr nur um Roczen sorgen, auch Seely ist im Rennen.

Tomac macht sich keine Sorgen

Weil er schon vorher in dieser Situation war. Letztes Jahr hatte er einen großen Punktevorsprung, als er - Achtung! - in San Diego stürzte. Das DNF machte Tomacs harte Arbeit in den ersten fünf Rennen komplett zunichte und die Führung in der Meisterschaft ging an Dean Wilson. Aber Tomac weigerte sich zu verlieren und machte bestimmt und völlig ruhig auf den letzten drei Runden sein Comeback, holte sich die Führung und wurde Western Regional 250SX-Weltmeister 2012. Tomac lässt sich von einem kleinen Durchhänger nicht abschrecken, er kennt das schon. Er hat sich nicht aufgegeben und das sollte auch kein anderer.

Weil Cole Seely seine Zwischensaison-Form erreicht. Moment mal, das klingt bekannt. Dass Seely an Schwung gewinnt, kann sich nachteilig für Tomac auswirken, es ist aber auch eine sehr zweischneidige Angelegenheit. Roczen ist solide und Tomac kann sich nicht darauf verlassen, dass er ein Event vergeigt. Er braucht jemanden, der Roczens Punktestand drückt, in dem er ihn in ein paar Runden schlägt. Im Moment ist die einzige Person, die das Potenzial dazu hat, Seely. Tomac braucht den stärker werdenden Seely, aber er braucht ihn im Rückspiegel.

Weil er wütend ist. Er war in den ersten drei Runden nicht aufzuhalten und die Sache in Oakland wird ihn nicht entmutigen - sie wird ihn eher antreiben. Wenn ein Top-Fahrer rot sieht und sich auf nichts anderes konzentriert, als die Konkurrenz auszulöschen, dann kann es schmutzig werden.

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