Dreifache Bedrohung

Red Bull KTM kann beim diesjährigen Supercross Geschichte schreiben.
Red Bull KTM Factory Racing USA Ryan Dungey bei der AMA Supercross Serie in Toronto, Kanada
Ryan Dungey in Toronto © Garth Milan/Red Bull Content Pool
Von Aaron Hansel

Es passiert nicht oft, dass ein Hersteller, geschweige denn ein einzelnes Team, in der Position ist, in einem Jahr alle drei Supercross-Titel (450SX und beide Eastern/Western Regional 250SX) abstauben zu können. Um das zu schaffen, müsste ein Team fitte Spitzenfahrer in allen Klassen haben, jahrelange Erfahrung in Management und Technik mitbringen und eine gesunde Portion Glück haben. Dass alle diese Faktoren zusammentreffen, passiert so gut wie nie, aber auf der Zielgeraden der Supercross-Saison 2013 befindet sich das Red Bull KTM Team erstaunlicherweise im Kampf um eben diesen Hattrick.

Ken Roczen bei der AMA Supercross-Serie in San Diego, CA, USA, am 9. Februar 2013
Ken Roczen - Western Regional 250SX © Garth Milan/Red Bull Content Pool

Western Regional 250SX

Fahrer: Ken Roczen

Ken Roczen ist das beste Pferd im Stall des Teams. Mit zwei ersten und vier zweiten Plätzen in sechs Rennen kann man mit Sicherheit sagen, dass er an der Spitze ist. Er hatte auch ein wenig Glück, weil  Eli Tomac in Oakland stürzte, Roczen genoss seinen Sieg deshalb in vollen Zügen. Noch drei Rennen verbleiben in der Eastern Regional 250SX Serie und Roczen führt mit 17 Punkten vor Eli Tomac, der nach den ersten paar Runden als nahezu unschlagbar galt. Roczen muss bei den verbleibenden Rennen gerade mal Dritter werden (wenn man bedenkt, dass sein schlechtestes Ergebnis beim diesjährigen 250SX ein zweiter Platz war, sollte dies kein Problem sein) und der Titel gehört ihm, egal was Tomac macht. Falls er keinen schweren Fehler macht oder mechanische Probleme hat, haben Roczen und Red Bull KTM das in der Tasche.

Marvin Musquin bei der AMA Supercross-Serie in Toronto, Kanada, am 23. März 2013
Marvin Musquin - Eastern Regional 250SX © Garth Milan/Red Bull Content Pool

Eastern Regional 250SX

Fahrer: Marvin Musquin

Musquin fuhr im vergangenen Jahr sein erstes Jahr im Supercross, er war jedoch nie wirklich in der Position, tatsächlich den Titel erlangen zu können. Was für einen Unterschied ein Jahr macht! In dieser Saison befindet er sich nicht nur ernsthaft im Kampf um den Titel, sondern wird dank seiner aktuellen Glückssträhne (drei Siege in Folge) auch wie ein D-Zug in die letzten drei Rennen der Saison einrauschen. Er liegt nur sechs Punkte hinter dem Führenden der Series, Wil Hahn, zurück. Gewinnt er also die restlichen Rennen, hat er den Titel. Egal, was Hahn macht. Musquin gewann auf sehr unterschiedliche Weise (in Daytona schaffte er den Holeshot und führte in jeder Runde, in Indianapolis kämpfte er sich vom letzten Platz nach vorne und in Toronto erholte er sich von einem massiven Sturz im Training und wurde Dritter), womit klar ist, dass er keine perfekten Bedingungen braucht um zu gewinnen. Der Titel ist noch längst nicht im Sack, aber Musquin wird eine harte Nuss für die Konkurrenz sein.

Ryan Dungey bei der AMA Supercross-Serie in Toronto, Kanada, am 23. März 2013
Ryan Dungey - 450SX © Garth Milan/Red Bull Content Pool

450SX

Fahrer: Ryan Dungey

Mit 22 Punkten Rückstand ist sein Titel weniger realistisch als bei den Anderen. Dungey muss in den letzten fünf Rennen stark abschließen, doch das allein wird nicht reichen. Er braucht Hilfe in Form eines großen Fehlers von Spitzenreiter Ryan Villopoto und dem zweitplatzierten Davi Millsaps, der nur 12 Punkte im Rückstand ist. Villopoto hat die letzten vier Rennen sehr überzeugend gewonnen, was bedeutet, dass er entweder schwer zu schlagen sein wird oder ihm das Glück ausgehen könnte, je nachdem, auf welcher Seite ihr steht. Dungey kann es schaffen, aber im Gegensatz zu Roczen und Musquin braucht er ein wenig Hilfe von außen, damit es klappt.

Es muss noch eine Menge passieren, dass KTM in dieser Saison komplett abräumt. Aber sich allein in den Startlöchern dazu zu befinden, ist gigantisch, vor allem wenn man bedenkt, wie es noch vor wenigen Jahren um die KTM-Leistung stand.

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