Timur Timerzyanov ist bereit zum Gegenschlag

Die Titelverteidigung beim European Rallycross nahm für den Russen keinen leichten Anfang.
Timerzyanov bereit zum Gegenschlag
Timerzyanov bereit zum Gegenschlag © Flavien Duhamel/Red Bull Content Pool
Von Carl McKellar

Timur Timerzyanov ist sich sicher, dass er trotz der fehlenden Punkte in der Eröffnungsrunde des Rallycross RX, seinen zweiten Titel in Folge holen kann.

Sein Red Bull-gestützter Citroën DS3, präpariert vom mehrfachen Meisterkader Hansen Motorsport, startete ins große Finale auf der britischen Rennstrecke Lydden Hill zwar aus der ersten Reihe, ein Reifenschaden vermasselte die gute Startposition jedoch und er musste das Rennen vorzeitig beenden.

Timerzyanovs Pechsträne in England ging also in die nächste Runde, er selbst bleibt dennoch optimistisch, was die kommende Saison angeht und erzählte redbull.com:


"Seit meinem ersten Jahr in England habe ich hier jedes Mal Pech. Ich habe nie etwas Besseres, als einen fünften Platz erreicht und auch heute war es wieder der Fünfte. Letztes Jahr war ich überhaupt nicht dabei, weil ich Probleme mit meinem Visum hatte und erst gar nicht ins Land reinkam!"

"Der Start im Finale war OK und ich absolvierte die Joker-Runde (eine längere Variante der Strecke, die alle Fahrer einmal durchlaufen müssen) gleich zu Beginn. Das allerdings platzierte mich im Staub der anderen Jungs. Ich erwischte den linken Randstein in der Schikane ein bisschen falsch und trug sofort einen Reifenschaden davon. Es ist ein Abschnitt, wo man undbedingt die Linie sehen können und ganz gerade fahren muss, um schnell zu sein, aber ich bin zu weit nach links abgedriftet. Genau dasselbe ist mir vor ein paar Jahren an exakt demselben Bordstein schon einmal passiert, als ich um den ersten Platz kämpfte ..."

"Der Staub bei diesem Rennen ist wirklich zum Problem geworden. Ich kann mich nicht erinnern, dass es jemals irgendwo schon so staubig gewesen ist. Wenn so etwas in Zukunft noch einmal passiert, dann sollte das Rennen vielleicht besser abgeblasen werden. OK, zwischen den Rennen haben sie Wasser auf die Bahn gesprüht, um den Staub zu binden, aber das hat für all die Durchgänge, das Halbfinale und das Finale, einfach nicht ausgereicht. Wenn man wirklich dicht am vorausfahrenden Fahrzeug dran hängt, ist es OK, weil man dann dessen Linie folgen kann - aber schon ca. 20 bis 30 Meter weiter hinten ist der Staub einfach überall und die Sicht wird extrem schlecht."

"Der ganzen Situation hat der Sonntag dann noch die Krone aufgesetzt, weil ich erfahren habe, dass mein Großvater gestorben ist. In der Nacht davor habe ich kein Auge zugemacht und versucht, während des Rennens nicht zu viel darüber nachzudenken, aber es war nicht einfach für mich."

"Wenn man bedenkt, dass ich eine Panne hatte, bin ich mit dem Endergebnis in England eigentlich ganz zufrieden. Mein Fahrzeug ist noch intakt und ich bin am Leben."

Timur Timerzyano auf dem Weg zum Comeback
Timur Timerzyano auf dem Weg zum Comeback © Flavien Duhamel/Red Bull Content Pool

Acht Runden sind noch zu fahren - bis zum Finale, Ende September in Deutschland, stehen Portugal, Ungarn, Finnland, Norwegen, Schweden, Frankreich und Österreich im RX-Kalender - und Timerzyanov ist zuversichtlich, dass er die in Großbritannien verlorene Zeit wieder gut machen kann. Maximal 28 Punkte werden pro Event vergeben und er liegt nur 7 Punkte hinter der frühen Führung von Tanner Foust zurück, der nicht bei allen Rennen antreten wird. Sein Ziel ist es daher, seinen Teamkollegen von Hansen Motorsport, Timmy Hansen, zu schlagen, der mit nur 6 Punkten Vorsprung Zweiter in der Gesamtwertung ist.

Timerzyanov fuhr fort: "Es ist eine lange Saison. Tanner war an diesem Wochenende sehr schnell und wir werden dieses Jahr bestimmt noch den einen oder anderen Kampf austragen, aber er ist nicht mein Hauptkonkurrent, weil er nur noch ein paar weitere Events fahren wird.

"Eigentlich fängt das Rallycross des Jahres 2013 für mich erst ab heute an. Am Sonntag habe ich ein neues Fahrwerk getestet, das mir nicht taugte. Über Nacht haben wir das Fahrzeug wieder so umgebaut, wie ich es im Jahr 2012 gefahren bin, und das funktioniert hervorragend. Alles wird gut. Es gab nur einen Testtag vor der Saison, an dem mein Teamkollege ein bisschen besser war. Es hat einfach ein wenig gedauert, bis ich mit meinem Fahrzeug wieder im Einklang war. Es war gerade so, als ob ich ein neues Fahrzeug hätte.

"OK, ich habe sieben Punkte auf der Strecke gelassen, aber ich weiß, dass ich die über die Saison hin wettmachen kann. Acht Events sind noch zu fahren - ich sehe hier also eigentlich kein Problem."

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