Video: Fahrstunde mit Mads Ostberg

Unglaubliche Aufnahmen des Stars von M-Sport bei der Vorbereitung auf die Rally de Portugal.
© Jorge Gomes
Von Carl McKellar

Verfügbar: Fluchtfahrer mit göttlicher Begabung hinter dem Steuer und rasantem Geländewagen – noch etwas matschig vom letzten Job.

Sollte M-Sport jemals auf die Dienste von Mads Ostberg verzichten und ihm einen Ford Fiesta WRC als Abschiedsgeschenk mitgeben, wäre das wohl der perfekte Karrieresprung für den Norweger. Und die Polizei würde ihn vor lauter aufgewirbeltem Staub wohl niemals zu sehen bekommen.

Wir kamen auf diese Idee, nachdem wir uns das Video da oben reingezogen hatten.

Seht ehrfürchtig dabei zu, wie Ostberg und sein Kopilot Torstein Eriksen (eingesprungen für Ostbergs regulären Beifahrer Jonas Andersson) über eine Schotterpiste in Portugal rasen und sich für die vierte Runde der Rallye-Weltmeisterschaft 2013, die Rally de Portugal, vorbereiten.

Kameras im Wagen zeigen nicht immer die wahren Talente und Hingabe eines Rallye-Fahrer, doch das hier ist wirklich der reinste Wahnsinn! 

Mads Ostberg beim Test in Portugal mit seinem M-Sport Fiesta
Mads lässt seinen Fiesta abheben © Jorge Gomes

Der Ritt durch die Landschaft dauert sechseinhalb Minuten und wir haben versucht zu zählen, wie oft die Gangschaltung betätigt wurde. Nachdem wir in der ersten Minute schon bei 30 waren, haben wir es dann einfach gelassen und stattdessen mit offenem Mund das Video geglotzt.

Der Sound bringt zum Ausdruck, was in einem über 300 PS starken Zwei Liter-Motor eines Rally-Wagens so steckt - Aufhängung und Getriebe mit eingeschlossen.

Bei der Fahrt werden euch die Augen rausspringen, die Zähne klappern und der Rücken verbiegen. Ostberg kennt keine Gnade, wenn er mit dem Fiesta abhebt. Er lässt den Motor bis zum Himmel drehen und erreicht unglaubliche Geschwindigkeiten – teilweise noch während des Countersteerings.

Genau genommen ist er ziemlich selten wirklich gradlinig unterwegs, denn er wirft das Auto schon bewusst in die nächste Kurve.

Der Clip gibt uns Fans einen echten Einblick in das ganz normale Arbeitspensum eines Fahrers während eines Contests bei der Rallye-Weltmeisterschaft . Und denkt dran, dass Ostberg in diesem Test-Run lediglich 80 bis 90 Prozent seines Potenzials abruft. Stellt euch vor, wie es ist, wenn er es ernst meint!

Eine Sache, die wir irgendwie nicht verstehen, ist, dass er nach 2:15 Minuten in mörderischem Tempo die Zeit hat, eine Hand vom Lenkrad zu nehmen und sich in Ruhe an der Nase zu kratzen. Muss wohl ziemlich gejuckt haben...

Ihr werdet also, nachdem ihr den Clip gesehen habt, hoffentlich mit uns übereinstimmen, dass eine Karriere als Fluchtfahrer die beste Option für Ostberg wäre, sollte Malcolm Wilson von M-Sport ihn jemals vor die Tür setzen. Doch mal im Ernst, wieso sollte er das tun?

Portugal ist für Ostberg übrigens voller schöner Erinnerungen, nachdem er hier letztes Jahr in einem Fiesta von M-Sport gewonnen hat. Bis heute ist es sein einziger Sieg bei einer Rallye-Weltmeisterschaft, doch in seiner derzeitigen Form hat er definitiv eine reelle Chance diesen Erfolg ein Jahr später zu wiederholen. Er liegt derzeit auf Platz Fünf des Gesamtrankings, mit einem dritten Platz in Schweden als bestem Ergebnis. In Mexiko wäre er fast Zweiter geworden, doch sein Wagen gab den Geist auf, als er es mit dem späteren Sieger Sebastien Ogier im VW Polo R aufnehmen wollte.

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